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Südamerika

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Süd- und Mittelamerika

Brasilien wird als einer der Global Player in einem eigenen Abschnitt dargestellt.

 

Staaten

Argentinien: Argentiniens Wirtschaft liegt seit dem Ende des 20. Jahrhunderts am Boden und konnte sich seither nie richtig erholen. Misswirtschaft, Korruption und viele politische Unruhen trugen ihren Teil dazu bei. Mitte des 21. Jahrhunderts (2048-2059) wurde das Land zuletzt von einer Militärregierung geführt. Seit deren Vertreibung durch von Brasilien und Chile unterstützte Bevölkerungsaufstände scheint es mit Argentinien langsam bergauf zu gehen, dennoch ist die Bevölkerung sehr arm und die medizinische wie soziale Versorgung bescheiden. Die Korruption ist nach wie vor weit verbreitet und hohe Staatsschulden (vor allem bei Brasilien) belasten die aufstrebende Wirtschaft. Argentinien ist eines der letzten überwiegend landwirtschaftlich geprägten Länder der Erde und erscheint oftmals rückständig. Die 2039 eingeforderten und ausgebauten Rohstoffabbauparzellen in der Antarktis liegen überwiegend brach oder wurden inzwischen an Brasilien verpachtet. Die Hauptstadt Buenos Aires (13,9 Mio. Einwohner) gehört du den Megacities der Erde.

 

Belize, Honduras, Nicaragua: Wie alle anderen mittelamerikanischen Staaten sind auch diese drei Länder stark von Armut und unstabilen politischen Verhältnissen gekennzeichnet. Die Verbrechensrate ist erschreckend hoch und lässt die brasilianischen Slums wie soziale Paradise wirken. Die drei Länder gelten überdies als Ausgangsgebiete von FMF und weisen die höchste weltweite Infektionsrate in der Bevölkerung auf, die in manchen Gebieten um 2070 bei über 80% lag. Mangelnde medizinische Versorgung sorgt überdies für eine deutlich geringere Lebenserwartung der Erkrankten im Verhältnis zu Industrie- und Schwellenländern. Flüchtlingswellen, die von Armut und Hoffnung auf Heilung getrieben werden, bereiten Mexiko, der USA und den stabileren Staaten Südamerikas große Probleme.

 

Chile: Chile ist neben Brasilien das stabilste und wohlhabendste Land in Südamerika. Seit den politischen Stabilisierungen, die in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts eintraten und für echte demokratische Verhältnisse sorgten, gilt Chile als ein Musterland für die Entwicklung anderer süd- und lateinamerikanischer Staaten. Dies liegt unter anderem auch an der Weltweit gestiegenen Nachfrage nach Aluminium und Kupfer, die in den Anden abgebaut werden. Mit den Stationen der EBRA und der NASA in der Atacarmawüste verfügt Chile über die größte Anzahl an terrestrischen, den Weltraum erforschenden und abbildenden Radioteleskopen der Welt. True Path ist in Chile sehr stark vertreten und wird von der Regierung unterstützt.

 

Mexiko: Der Staat ist sehr instabil und von teils anarchistischen Verhältnissen bedroht. Die Regierung und die Bürokratie sind hochkorrupt, der stets starken Einfluss besitzende Drogenhandel ist zur eigentlichen Kraft im Land geworden. Die verschiedenen, sich um Marktanteile bekriegende Kartelle von Drogenbaronen führen einen mittlerweile offenen Krieg gegeneinander und haben die Regierung durch Korruption und Einschüchterung fest im Griff, so dass Polizei- und Armeeeinheiten nur selten gegen die Konfliktparteien einschreiten, manchmal sogar zu Gunsten eines Kartells eingreifen. Dieser Krieg fordert hohe Todeszahlen unter der Bevölkerung (mehrere zehntausend im Jahr). Die im Würgegriffe der Kartelle befindliche Politik sieht tatenlos zu und ist machtlos, nicht zuletzt, da sie sich selbst in zahllosen Scharmützeln um Macht und Korruptionsanteile aufreibt. Bei der letzten Wahl zu Senat und Staatsoberhaupt traten 29 unterschiedliche Parteien und 23 Kandidaten an, von denen keine(r) mehr als 7% der Stimmen auf sich vereinen konnte. Selbst weltweit agierende Wirtschaftsfirmen wie mex.com wagen nicht, sich gegen die Kartelle aufzulehnen, sondern arbeiten mit diesen zusammen. Auch die soziale Situation ist höchst unausgewogen. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in Mexiko weit auseinander. Überdies ist Mexiko sehr stark von der US-Nuklear-Katastrophe mitbetroffen (besonders der Norden). Viele Menschen leiden noch heute unter Anzeichen der Strahlenkrankheit, weite Teile sind teils stark verseucht. Hingegen gilt die verseuchte Grenze zwischen USA und Mexiko den armen Kurieren der Drogenkartelle als leichter Weg in die USA, um dort ihre Waren abzuliefern. Dass sie dabei oftmals selbst eine tödliche Strahlendosis erleiden erscheint ihnen angesichts der schreienden Armut im Land als akzeptables Risiko.

Ein weiteres Problem des Landes ist die enorme Wasserknappheit, die durch Verschwendung und uralte, nicht erneuerte und brüchige Leitungssysteme weiter vergrößert wird. Besonders die Hauptstadt Mexiko City (24,0 Mio. Einwohner) besitzt großen Anteil an dieser Situation, wird durch die Regierung aber sehr stark bevorzugt, so dass durch große Überlandleitungen Wasser aus Flüssen im Süden umgeleitet werden. Diese Flüsse vertrocknen in ihrem Lauf und sorgen für eine nicht mehr ausreichende Bewässerung der Landwirtschaft.

 

Paraguay: Neben Peru gilt Paraguay als eines der großen Sorgenkinder Südamerikas. Wenn Argentinien auch rückständig und wirtschaftlich schwach dasteht, so herrscht in Paraguay eine viel größere Armut und Arbeitslosigkeit. Das soziale Elend ist nur mit einigen der schlecht entwickelsten Staaten Afrikas zu vergleichen. Immer wieder auftretende Putsche seitens des Militärs oder fanatischer, linksradikaler Bauerngruppen erschüttern das Land und sorgen für zusätzliche soziale Unruhen. Brasilien versucht seit der letzten Demokratisierung der beiden Staaten (Peru 2050, Paraguay 2065) gegen diese Strömungen gegenzusteuern und hat mit Einverständnis der schwächelnden Regierungen Truppen in beiden Ländern stationiert.

 

Venezuela: Einst Mitbegründer der Banco del Sur und wirtschaftliche Macht in Südamerika, hat sich Venezuelas Stellung vor allem in der zweiten Hälfte des 21.Jahrhunderts weit verschlechtert. Große wirtschaftliche Altlasten durch Jahrzehnte der sozialistischen Schlamperei und radikale Wechsel im Politikstil seit der Ermordung des linkspolitischen Idols und Staatspräsidenten Jorge Gomez Valandiano im Jahr 2034 stürzten Venezuela in eine schreckliche Krise, die Armut, Hungersnöte und den Staatsbankrott zur Folge hatte. Die immer geringer werdende Bedeutung des Rohöls auf dem Weltmarkt beraubte Venezuela zudem seiner wichtigsten wirtschaftlichen Stütze. Auch die immer wieder auftretenden Grenzkonflikte und Krisen mit Kolumbien, die Brasilien durch Wirtschaftshilfen und politische Einflussnahme stets einzudämmen versucht, trugen ihren Teil dazu bei, aus der einstigen Regionalmacht eine am Boden liegende Nation zu machen.

 

Organisationen

KL – karibische Liga: Dieser lose Verbund von Inselstaaten in der Karibik und dem Golf von Mexiko stellt keine echte politische Vereinigung, sondern eine Art Interessenverband da, der die eigene Position gegenüber den USA und Brasilien zu stärken versucht. Die nur über wenig Industrie verfügenden Länder sind überwiegend touristisch orientiert und gelten nach dem durch den Klimawandel bedingten Untergang der Urlaubsparadiese im indischen und pazifischen Ozean als Hauptadresse für Mittelschichttouristen aus den Industriestaaten. Die meisten Länder der karibischen Lieger sind stabil und eigenständig überlebensfähig, viele sind eng an Brasilien gebunden. Nur das einst sozialistische, jetzt rein demokratische Kuba ist – eine der hübschen Ironien der Weltgeschichte – mit den Südstaaten der USA verschworen.