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Staatengemeinschaft

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Süd- und Mittelamerika

Brasilien wird als einer der Global Player in einem eigenen Abschnitt dargestellt.

 

Staaten

Argentinien: Argentiniens Wirtschaft liegt seit dem Ende des 20. Jahrhunderts am Boden und konnte sich seither nie richtig erholen. Misswirtschaft, Korruption und viele politische Unruhen trugen ihren Teil dazu bei. Mitte des 21. Jahrhunderts (2048-2059) wurde das Land zuletzt von einer Militärregierung geführt. Seit deren Vertreibung durch von Brasilien und Chile unterstützte Bevölkerungsaufstände scheint es mit Argentinien langsam bergauf zu gehen, dennoch ist die Bevölkerung sehr arm und die medizinische wie soziale Versorgung bescheiden. Die Korruption ist nach wie vor weit verbreitet und hohe Staatsschulden (vor allem bei Brasilien) belasten die aufstrebende Wirtschaft. Argentinien ist eines der letzten überwiegend landwirtschaftlich geprägten Länder der Erde und erscheint oftmals rückständig. Die 2039 eingeforderten und ausgebauten Rohstoffabbauparzellen in der Antarktis liegen überwiegend brach oder wurden inzwischen an Brasilien verpachtet. Die Hauptstadt Buenos Aires (13,9 Mio. Einwohner) gehört du den Megacities der Erde.

 

Belize, Honduras, Nicaragua: Wie alle anderen mittelamerikanischen Staaten sind auch diese drei Länder stark von Armut und unstabilen politischen Verhältnissen gekennzeichnet. Die Verbrechensrate ist erschreckend hoch und lässt die brasilianischen Slums wie soziale Paradise wirken. Die drei Länder gelten überdies als Ausgangsgebiete von FMF und weisen die höchste weltweite Infektionsrate in der Bevölkerung auf, die in manchen Gebieten um 2070 bei über 80% lag. Mangelnde medizinische Versorgung sorgt überdies für eine deutlich geringere Lebenserwartung der Erkrankten im Verhältnis zu Industrie- und Schwellenländern. Flüchtlingswellen, die von Armut und Hoffnung auf Heilung getrieben werden, bereiten Mexiko, der USA und den stabileren Staaten Südamerikas große Probleme.

 

Chile: Chile ist neben Brasilien das stabilste und wohlhabendste Land in Südamerika. Seit den politischen Stabilisierungen, die in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts eintraten und für echte demokratische Verhältnisse sorgten, gilt Chile als ein Musterland für die Entwicklung anderer süd- und lateinamerikanischer Staaten. Dies liegt unter anderem auch an der Weltweit gestiegenen Nachfrage nach Aluminium und Kupfer, die in den Anden abgebaut werden. Mit den Stationen der EBRA und der NASA in der Atacarmawüste verfügt Chile über die größte Anzahl an terrestrischen, den Weltraum erforschenden und abbildenden Radioteleskopen der Welt. True Path ist in Chile sehr stark vertreten und wird von der Regierung unterstützt.

 

Mexiko: Der Staat ist sehr instabil und von teils anarchistischen Verhältnissen bedroht. Die Regierung und die Bürokratie sind hochkorrupt, der stets starken Einfluss besitzende Drogenhandel ist zur eigentlichen Kraft im Land geworden. Die verschiedenen, sich um Marktanteile bekriegende Kartelle von Drogenbaronen führen einen mittlerweile offenen Krieg gegeneinander und haben die Regierung durch Korruption und Einschüchterung fest im Griff, so dass Polizei- und Armeeeinheiten nur selten gegen die Konfliktparteien einschreiten, manchmal sogar zu Gunsten eines Kartells eingreifen. Dieser Krieg fordert hohe Todeszahlen unter der Bevölkerung (mehrere zehntausend im Jahr). Die im Würgegriffe der Kartelle befindliche Politik sieht tatenlos zu und ist machtlos, nicht zuletzt, da sie sich selbst in zahllosen Scharmützeln um Macht und Korruptionsanteile aufreibt. Bei der letzten Wahl zu Senat und Staatsoberhaupt traten 29 unterschiedliche Parteien und 23 Kandidaten an, von denen keine(r) mehr als 7% der Stimmen auf sich vereinen konnte. Selbst weltweit agierende Wirtschaftsfirmen wie mex.com wagen nicht, sich gegen die Kartelle aufzulehnen, sondern arbeiten mit diesen zusammen. Auch die soziale Situation ist höchst unausgewogen. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in Mexiko weit auseinander. Überdies ist Mexiko sehr stark von der US-Nuklear-Katastrophe mitbetroffen (besonders der Norden). Viele Menschen leiden noch heute unter Anzeichen der Strahlenkrankheit, weite Teile sind teils stark verseucht. Hingegen gilt die verseuchte Grenze zwischen USA und Mexiko den armen Kurieren der Drogenkartelle als leichter Weg in die USA, um dort ihre Waren abzuliefern. Dass sie dabei oftmals selbst eine tödliche Strahlendosis erleiden erscheint ihnen angesichts der schreienden Armut im Land als akzeptables Risiko.

Ein weiteres Problem des Landes ist die enorme Wasserknappheit, die durch Verschwendung und uralte, nicht erneuerte und brüchige Leitungssysteme weiter vergrößert wird. Besonders die Hauptstadt Mexiko City (24,0 Mio. Einwohner) besitzt großen Anteil an dieser Situation, wird durch die Regierung aber sehr stark bevorzugt, so dass durch große Überlandleitungen Wasser aus Flüssen im Süden umgeleitet werden. Diese Flüsse vertrocknen in ihrem Lauf und sorgen für eine nicht mehr ausreichende Bewässerung der Landwirtschaft.

 

Paraguay: Neben Peru gilt Paraguay als eines der großen Sorgenkinder Südamerikas. Wenn Argentinien auch rückständig und wirtschaftlich schwach dasteht, so herrscht in Paraguay eine viel größere Armut und Arbeitslosigkeit. Das soziale Elend ist nur mit einigen der schlecht entwickelsten Staaten Afrikas zu vergleichen. Immer wieder auftretende Putsche seitens des Militärs oder fanatischer, linksradikaler Bauerngruppen erschüttern das Land und sorgen für zusätzliche soziale Unruhen. Brasilien versucht seit der letzten Demokratisierung der beiden Staaten (Peru 2050, Paraguay 2065) gegen diese Strömungen gegenzusteuern und hat mit Einverständnis der schwächelnden Regierungen Truppen in beiden Ländern stationiert.

 

Venezuela: Einst Mitbegründer der Banco del Sur und wirtschaftliche Macht in Südamerika, hat sich Venezuelas Stellung vor allem in der zweiten Hälfte des 21.Jahrhunderts weit verschlechtert. Große wirtschaftliche Altlasten durch Jahrzehnte der sozialistischen Schlamperei und radikale Wechsel im Politikstil seit der Ermordung des linkspolitischen Idols und Staatspräsidenten Jorge Gomez Valandiano im Jahr 2034 stürzten Venezuela in eine schreckliche Krise, die Armut, Hungersnöte und den Staatsbankrott zur Folge hatte. Die immer geringer werdende Bedeutung des Rohöls auf dem Weltmarkt beraubte Venezuela zudem seiner wichtigsten wirtschaftlichen Stütze. Auch die immer wieder auftretenden Grenzkonflikte und Krisen mit Kolumbien, die Brasilien durch Wirtschaftshilfen und politische Einflussnahme stets einzudämmen versucht, trugen ihren Teil dazu bei, aus der einstigen Regionalmacht eine am Boden liegende Nation zu machen.

 

Organisationen

KL – karibische Liga: Dieser lose Verbund von Inselstaaten in der Karibik und dem Golf von Mexiko stellt keine echte politische Vereinigung, sondern eine Art Interessenverband da, der die eigene Position gegenüber den USA und Brasilien zu stärken versucht. Die nur über wenig Industrie verfügenden Länder sind überwiegend touristisch orientiert und gelten nach dem durch den Klimawandel bedingten Untergang der Urlaubsparadiese im indischen und pazifischen Ozean als Hauptadresse für Mittelschichttouristen aus den Industriestaaten. Die meisten Länder der karibischen Lieger sind stabil und eigenständig überlebensfähig, viele sind eng an Brasilien gebunden. Nur das einst sozialistische, jetzt rein demokratische Kuba ist – eine der hübschen Ironien der Weltgeschichte – mit den Südstaaten der USA verschworen.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Europa

Nähere Daten zu den VEN und Russland wurden bereits in vorangegangenen Artikeln aufgeführt.

 

Staaten

Albanien: Das rückständige Land, an das der Kosovo 2033 freiwillig angegliedert wurde, zählt zu den wirtschaftlich und gesellschaftlich rückständigsten Nationen in Europa. Die Bevölkerung ist stolz, gilt als eigensinnig und in vielen Bereichen auch als antiquiert. Die Blutrache wird hier immer noch praktiziert, die albanische Mafia ist in der VEN berüchtigt und versucht die oftmals schnell wechselnden, kurzlebigen albanischen Regierungen zu kontrollieren, doch nach umfangreichen Reformen könnte die seit langem gehegte Politik, Albanien an die VEN anzugliedern erfolgreich verlaufen. Ein ständiger Konflikt mit Großserbien sorgt momentan noch für Grenzkonflikte.

 

Großserbien: Großserbien ist ein autoritär gelenkter Staat mit nur offiziell freien Wahlen. Es herrscht strengste Zensur, die Verfolgung von politischen Gegnern und willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Die nationalistische Regierung, deren Auslandskonten schon seit Jahrzehnten eingefroren sind, stützt sich stark auf das Militär, das als eigentliche Macht im Staat eine Art Schattenherrschaft einnimmt. Die riesigen wirtschaftlichen Probleme sorgen für eine Hohe Armut und schlechte medizinische Versorgung, die strikt praktizierte Abschottung gegen äußere Staaten, die den einst florierenden Tourismus zerstörte, sorgte aber auch dafür, dass das Land nur sehr gering von FMF betroffen ist. Ein Konflikt mit Albanien führt immer wieder zu Grenzscharmützeln.

 

Norwegen: Das hoch entwickelte Norwegen ist die einzige Industrienation Europas, die weder mit Russland noch mit der VEN politisch verbunden ist, auch wenn sie zu beiden Seiten gute Beziehungen unterhält. Das Land gehört zu den führenden Nationen bezüglich Schiffbaus, Rohstoffabbau in der Arktis und bei neuen Technologien. Die Bildungs- und Sozialsysteme zählen zu den Besten weltweit. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle und Norwegen ist das beliebteste Reiseziel von VEN-Bürgern. Militärische Streitkräfte besitzt Norwegen hingegen gar nicht, seitdem die norwegische Armee 2049 aufgelöst wurde.

 

Schweiz: Über die Schweiz könnte man viel sagen, aber es genügt sehr wenig: Die Schweiz ist die Schweiz ist die Schweiz. Wie eh und je ist das Land neutral, pflegt aber enge Wirtschaftskontakte zu den VEN und ist für sein Bankenwesen berühmt, auch wenn es sich auf Druck der VEN veranlasst sah, seit 2031 alle Geldbewegungen von VEN-Bürgern offenzulegen. Für chinesische, indische und russische Geldanlagen ist die Schweiz hingegen immer noch ein Paradies. Genf ist nach wie vor Sitz der UN, hat aber wie die Organisation selbst nahezu jede weltpolitische Bedeutung verloren.

 

Ukraine: Wie auch Weißrussland und Moldawien ist die Ukraine ein Marionettenstaat Russlands. Die gelenkte Demokratie bringt immer wieder wechselnde Kandidaten an die Macht, die mehr im Sinne des Kremls als im Interesse des eigenen Volkes handeln. Dank der günstigen Lage am Schwarzen Meer, der vergleichsweise stabilen Wirtschaft und der stark entwickelten Schwerindustrie ist die Ukraine allerdings weit weniger arm als Weißrussland und Moldawien. Die Schwarzmeerhäfen sind eine wichtige Landestelle für die russische Flotte.

 

Organisationen

RESEA: Die russisch-europäische Sicherheits- und Energie-Assoziation ist eine Art stabilisierendes Rückversicherungsbündnis zwischen Russland und Europa. Nebenbei verwaltet es den Staat Montenegro wirtschaftlich und stellt eine etwa 5.000 Mann starke Schutztruppe, die großserbischen Eroberungsgedanken einen strikten Riegel vorschiebt. Bei halbjährlichen Treffen der RESEA, über die alle koordinierenden Angelegenheiten der russisch-europäischen Energiewirtschaft laufen, treffen sich Innen-, Wirtschafts- und Verteidigungsminister beider Staaten, um mit den wichtigsten RESEA-Bürokraten politische Fragen für die nächsten sechs Monate vorab anzusprechen. Leiter der Behörde ist der Russe Sergj Archawin, der auch für die UNAISF von nicht geringer Bedeutung ist, da er finanzielle Mittel zu Gunsten der Geheimorganisation umleitet.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Asien

Die Global Player China, Russland, Indien und Japan sowie die Gemeinschaft der Tigerstaaten sind nicht in dieser Übersicht, sondern in separaten Artikeln aufgeführt.

 

Staaten

Afghanistan: Seit dem Ende der ISAF-Mission und dem Rückzug der NATO-Armeen wurde Afghanistan von diversen Krisen und Regimen erschüttert, bis zuletzt eine mächtige Stammesfamilie Rangin Dadullahs bis 2058 weite Teile des Landes kontrollierte. Nach dem Fall der Dadullahs durch Stammesfehden versank Afghanistan endgültig in Anarchie. Heute haben lokale Warlords, Stammesverbände und einzelne fanatisch-islamistische Führer die Kontrolle über meist nur kleine Gebiete des zersplitterten Landes. Recht und Gesetz sind nicht viel mehr wert als die Kampfkraft der Söldner und Milizen, die es für den jeweiligen lokalen Fürsten durchsetzen. Im Westen blüht der Drogenhandel (v.a. Opium) und finanziert die schlagkräftigen Truppen einiger Warlords. Auch der Waffenhandel ist ein zentrales Element des afghanischen Handels. Maschinengewehre, Karabiner und selbst schweres Geschütz werden offen gehandelt, die Handfeuerwaffen sogar an Marktständen als wäre es Reis. Russland, Indien und die chinesischen Splitterstaaten dulden das Land als Pufferzone, aber auch um gewinnbringend illegale Waffendeals abzuwickeln und manche offiziellen Embargos über den Afghanistanhandel zu umgehen.

 

Bangladesch: Bangladesch ist das ärmste und dicht besiedelste Land Asiens. Hungersnöte und Flutkatastrophen sind hier an der Tagesordnung, Regierungskoalitionen zerbrechen schnell. Die meisten Staatsgelder fließen notgedrungen in verzweifelten Dammbau, da das schon früher als Holland Asiens bezeichnete Land nach Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel zu noch größeren Teilen unter Normal Null liegt. FMF ist auf Grund der katastrophalen medizinischen Versorgung und des sozialen Elends weit verbreitet. Mit der Megacity Dhaka (31,0 Mio. Menschen) liegt eine der größten Städte der Welt in dem übervölkerten Land, dessen Wirtschaft nur auf Grund von Finanzhilfen aus manchen Tigerstaaten noch nicht gänzlich zusammengebrochen ist.

 

Iran: Im Iran hält eine langjährige Staatskontrolle durch das Militär weiter an. Was vor fast 50 Jahren als Übergangsrat zur Aufrechterhaltung der Verwaltungs- und Sicherheitsstrukturen begann, hat sich mittlerweile zu einem offen eingestandenen Militärregime gewandelt. Die Leitung des Landes liegt in der Hand eines Militärrates mit für Außenstehende undurchschaubaren Strukturen, die nicht offenbaren wer die eigentliche Macht im Staat besitzt. Sicher hingegen ist, dass es nur staatlich gelenkte Presse und eine strikte Gewaltpolitik gegen die kaum vorhandene Opposition und Kritiker gibt. Das Wirtschaftsdefizit ist sehr hoch, hauptsächlich bedingt durch zahlreiche Embargos seitens der UN, die aber über afghanische Schmuggelrouten stark unterlaufen werden, und das enorme Militärbudget. Trotz eines Bündnisses mit den Einzelstaaten der streng islamischen NAL werden alle theokratischen Kräfte im Land unterdrückt. Der Islam ist zwar Staatsreligion, aber die Scharia wird trotz Festschreibung im Gesetz nicht umgesetzt. Luftwaffe und Heer des Iran sind sehr stark, wenn auch im Fall der Luftwaffe etwas veraltet, und neben Israel die einzige ernstzunehmende Militärmacht im Nahen Osten. Grenzkonflikte mit Pakistan sind an der Tagesordnung. Russland ist Hauptenergie- und Waffenlieferant für den Iran, im Gegenzug werden russischen Transporten die Durchfahrt und die Nutzung eines Hafens am Persischen Golf für zivile Schiffe gestattet.

 

Katar und VAE: Wie alle Staaten des Mittleren Ostens leiden auch Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate unter dem Bedeutungsrückgang und Erschöpfung des Erdöls, jedoch haben eine früh eingeleitete, weitsichtige Politik hin zur Entwicklung des Tourismus als weiteres Standbein sowie ein straffes Wirtschaften, das nichts mehr mit den Milliardeninvestitionen zu Anfangs des Jahrhunderts gemein hat, die Staatsfinanzen gerettet. So gelang es den beiden Golfstaaten dem wirtschaftlichen Desaster anderer arabischer Nationen zu entgehen. Der Islam ist weiterhin Staatsreligion, wird aber nur in gemäßigten Bahnen an der Politik beteiligt und die Scharia wurde als Gesetzesgrundlage abgeschafft. Die beiden Länder pflegen enge Beziehung zu Indien und dem chinesischen Splitterstaaten (besonders Guangdong und Beijing-Jelin), die es Katar und den VAE erlauben, weitgehend sicher neben den radikalen NAL-Staaten zu existieren.

 

Mongolei: Das Land besitzt die weltweit geringste Bevölkerungsdichte und gilt immer noch rückständig, wurde auf Grund seiner Abgelegenheit aber FMF fast gänzlich verschont. Das Land bietet ebenso einen Rückzugsraum für die UNAISF, da es von Aliens kaum beachtet wird. Touristen fällt in der Mongolei weiterhin die sehr antiquiert wirkende, wenig technisierte Kultur ins Auge. Reiterspiele und Herden haben hier immer noch einen größeren Stellenwert als Internet und die moderne Unterhaltungsindustrie. Es gibt in der Mongolei kein Administration as Service. Die Bevölkerung ist freiheitsliebend und die Politik hält sich aus dem Weltgeschehen heraus. Die Eigenständigkeit des Landes wird von China (später den chinesischen Splitterstaaten) und Russland gefördert, nicht zuletzt um die gemeinsame Grenze möglichst kurz zu halten und keine Interessenskonflikte erwachsen zu lassen.

 

Pakistan: Das arme und völlig überbevölkerte Pakistan erinnert in vielen Belangen an seinen nördlichen Nachbarn Afghanistan. Hier gibt es zwar noch eine offizielle politische Führung, die in weitgehend freien und fairen Wahlen ernannt wird, aber nur im Westen und Süden noch tatsächlich die Kontrolle über das Staatsgebiet ausübt. Im unwegsamen Norden und Osten haben Stammesclans und Rebellengruppen die Macht an sich gerissen. Vielerorts ist Pakistan eine rechtliche Grauzone. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass das Land nur noch durch den großen Feind des vergangenen Jahrhunderts, Indien, nicht völlig in sich zusammenbricht. Indien tut dies freilich nicht aus reiner Herzensgüte, sondern aus wirtschaftlichem und sicherheitspolitischem Kalkül, da Pakistan die unsicheren Staaten Iran und Afghanistan von Indiens Grenzen fernhält und gleichzeitig mit seinen über 250 Millionen Einwohnern ein wichtiger Absatzmarkt für indische Firmen ist. Dank dieser Unterstützung gelingt es der pakistanischen Regierung weiterhin, fundamentalistische Elemente unter Kontrolle zu halten und in Grenzkonflikten mit dem Iran genug Stärke zu demonstrieren, damit dieser nicht einfällt. FMF ist in Pakistan weit verbreitet. Mit Karachi (20,3 Mio. Einwohner) und Lahore (13,3 Mio.) liegen zwei Megacities auf pakistanischem Boden.

 

Philippinen: Stets wechselnde autoritäre Regime, Putsche und dauernd schwelende und regelmäßig ausbrechende Konflikte zwischen Christen und Moslems sorgten in den vergangenen 100 Jahren dafür, dass die Philippinen trotz ihrer guten geographischen Lage für den Handel sich niemals zu einer Wirtschaftsmacht ähnlich den nahe liegenden Tigerstaaten entwickeln konnte. In der Gegenwart ist eine fundamentalistisch-christliche Regierung an der Macht, die sich selbst als “Kreuzritter des Ostens” bezeichnet und mit brutaler, militärischer Gewalt gegen Muslime vorgeht. Fast monatliche liest man in der Presse etwas über Massaker oder Massenverhaftungen. Der Drogenanbau und -handel besitzt auf den Philippinen eine wichtige, wirtschaftliche Stellung. Die Gesetzgebung ist ebenso streng wie in Vietnam oder Thailand, jedoch wird sie nur selten umgesetzt, so dass die Philippinen zum Hauptdrogenlieferant für den gesamten ostasiatischen Raum aufstiegen. Die Regierung duldet dies, da die Milizen der christlichen Drogenbarone nicht selten für die Verfolgung von Muslimen eingesetzt werden. Auf dem regulären Wirtschaftsmarkt sind vor allem Vorerzeugnisse für industrielle und elektronische Produkte eine Hauptexportware des Inselstaates. Trotz der erschreckend hohen FMF-Infektionsquote unter der Bevölkerung verfolgt die Regierung eine radikale Anti-Alien-Politik. Nach Informationen der UNAISF beruht dies nicht nur auf der fundamentalistisch-christlichen Einstellung des Regimes, sondern lässt sich auch auf einen starken Einfluss von True Path zurückführen. Die Megacity Manila (16,8 Mio. Einwohner) ist zwar noch Hauptstadt, aber der Regierungssitz wurde nach Quezon City verlagert.

 

(Süd-)Korea: War Südkorea zur Jahrhundertwende noch ein wirtschaftlich wie politisch bedeutender Staat – nicht zuletzt auf Grund des Nordkoreakonfliktes stark von den westlichen Industriemächten unterstützt –, so ist seine Bedeutung heute stark rückläufig. Nach dem Zusammenbruch Chinas übernahm Südkorea die Kontrolle über den nördlichen Bruder und vollzog die Widervereinigung. Dies brachte Korea aber wirtschaftlich gesehen nur Nachteile, denn Nordkorea ist ein Grab für Investitionen, dessen enorme Rückständigkeit keinen einfachen Erfolg zulässt. Die Überalterung der Gesellschaft ist kaum zu übersehen und einzig die guten Beziehungen zu Japan verhindern einen kompletten Zusammenbruch der Wirtschaft Koreas.

 

Organisationen

NAL – Neue Arabische Liga: siehe Staatengemeinschaften und Staatenbündnisse

 

ZASK – zentralasiatische Sicherheitskonferenz: Die Nachfolge-Organisation der fünf zentralasiatischen Staaten Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Kasachstan, Kirgisistan wurde 2033 als Reaktion auf die Bedrohung durch Russland und die daraus resultierende russisch-chinesische Krise (2025-2027) gegründet. Sie stimmt eine gemeinsame Verteidigungspolitik ab und gewährte der Schutzmacht China bis zum Zerfall Großchinas, aber auch Indien einen Sitz als Beobachter bei Verhandlungen. Mittlerweile orientiert sich die ZASK vor allem an Indien, nähert sich aber auch wieder Russland an, da China nach seiner Teilung keinen ausreichenden Schutz mehr garantieren kann.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Afrika

Die Islamische Liga Nordafrika (ILN) und deren Einzelstaaten finden sich nicht in dieser Liste, sondern sind in einem vorgegangenen Artikel beschrieben. Die meisten afrikanischen Staaten werden durch Korruption, Einflussnahme durch Indien oder Brasilien sowie chaotische, unübersichtliche Machtverhältnisse mit schnell wechselnden Diktaturen und ethnischen Konflikten geprägt. Neben den zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierenden Staaten entstanden durch Abspaltungen, Bürgerkriege und ähnliche Unruhen mehr als ein Dutzend weitere afrikanische Kleinstaaten, die weitgehend aber ohne große politische Bedeutung sind. Unter anderem zählen Guinea-Verde, Südmali, Neu-Swasiland, Westsimbabwe und Nsenga zu diesen Neugründungen.

Viele Staaten Afrikas leiden unter einer enormen Trinkwasserknappheit, die sowohl auf den Klimawandel als auch auf die Ausbeutung der eigentlich ausreichenden Wasserressourcen zurückzuführen ist. Vor allem der Südosten Afrikas ist nach der Austrocknung des Sambesi stark vom Trinkwasserproblem betroffen. Auch der einst als Stütze er Wirtschaft geltende Tourismus geht durch die politischen und sozialen Unruhen in den ost- und südostafrikanischen Nationen immer weiter zurück und sorgt für eine Verschlechterung der allgemeinen Situation. Die NAU versucht diesen Entwicklungen entgegenzusteuern.

 

Staaten

Namibia: Der Staat im Südwesten Afrikas durchläuft seit Jahrzehnten einen Balanceakt, ausgelöst durch die Einführung der Kernfusion, die die Kernspaltung als eine der wichtigsten Energiequellen des Planeten ersetzte. Zuvor galt Namibia als einer der vielversprechendsten Staaten Afrikas in Bezug auf eine positive wirtschaftliche Entwicklung, war er doch der weltweit drittgrößte Uranexporteur. Seit Einführung der Kernfusion und des damit sinkenden Bedarfs an Uran erlebt das ob seiner klimatischen Bedingungen wenig zum Ackerbau geeignete Land eine schwere wirtschaftliche Krise. Lange Zeit war wie in der Kolonialepoche die Viehzucht eine der Grundlagen für die namibische Wirtschaft. Der Staat erlebte in den letzten Jahren auf Grund der wieder gestiegenen Nachfrage nach Kupfer einen leichten Aufschwung. Trotz traditionell guter Beziehungen zu Südafrika ist Namibia nicht Mitglied der NAU, da es wirtschaftlich wie politisch stark an Brasilien gebunden ist, gegen das die NAU opponiert. Aus dieser Situation resultiert auch die gegenwärtige Krise im Verhältnis zu Angola und Südafrika. Namibia zu Gute kommt seine für afrikanische Verhältnisse hervorragend ausgeprägte Infrastruktur, deren Grundlagen noch in der Kolonialzeit liegen, seit Jahrzehnten aber auch mit zunächst chinesischen, dann brasilianischen Geldern gefördert werden.

 

Nigeria: Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist ein steter Krisenherd. Seit fast einem Jahrhundert registrieren Beobachter Konflikte zwischen dem islamischem Norden und dem von Christen und Anhängern von Naturkulten geprägten Süden. Spätestens seit dem Ignorieren des ungeschriebenen Gesetzes, dass sich christliche und islamische Vertreter als Staatsoberhaupt abwechseln, schlägt die von kleineren Zusammenstößen geprägte Stimmung immer wieder in blutige Bürgerkriege aus. Auch das Schließen der Erdöl- und Erdgasfelder in der Bucht von Lagos und die damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit und der Verfall der Staatsfinanzen haben zum Krisenklima stark beigetragen. Mit der Megacity Lagos (17,1 Mio. Einwohner) liegt die größte Stadt Afrikas in Nigeria.

 

Kongo, Demokratische Republik: Die ehemalige belgische Kolonie ist das wohl unberechenbarste und für Ausländer, besonders für Europäer und Asiaten, gefährlichste Land Afrikas. Eine echte Regierung gibt es nicht mehr. Die letzten Wahlen fanden 2056 statt und ihr Ergebnis wurde von keinem Kandidaten anerkannt, selbst nicht von Tolube Usamba, der die meisten Stimmen, aber nicht die absolute Mehrheit erringen konnte. Der daraus resultierende Bürgerkrieg zwischen den Kandidaten und ihren Milizen ließ jegliche, ohnehin stets sehr geringe Ordnung im Kongo zusammenbrechen. Seither sind lokale Warlords die eigentlichen Machthaber im Kongo. Ethnische Säuberungen, Massenmorde an der Zivilbevölkerung, Folterung und willkürliche Inhaftierung von Einheimischen wie von Ausländern sind an der Tagesordnung. Geschürt wird der Konflikt zusätzlich durch die verhältnismäßig wohlhabenden östlichen Nachbarstaaten Ruanda, Uganda und Burundi, die einzelne Warlords unterstützen und sich dafür Frieden an ihren Grenzen und Einfluss erkaufen. Mittlerweile gehen die Kampfhandlungen schon über die kongolesischen Grenzen hinaus: Im April 2070 besetzte ein Warlord große Gebiete im Südsudan. Auch die Megacity und ehemalige Hauptstadt Kinshasa (14,4 Mio. Einwohner) wird von verschiedenen Warlords umkämpft. Neben diesen kriegerischen Konflikten hält der Kongo die unrühmlichen Rekorde, das Land mit der größten Unterversorgung an Nahrungsmitteln für die Bevölkerung in Afrika zu sein und unter der größten Rate von FMF-Erkrankungen auf dem Kontinent zu leiden.

 

Südafrika: Südafrika ist der stabilste und politisch wie wirtschaftlich unabhängigste Staat Afrikas außerhalb der ILN. Seit der Gründung der NAU durch den ehemaligen südafrikanischen Staatspräsident Alain Matokombo hat sich das Land zur wichtigsten Kraft der neu gegründeten NAU zusammengeschlossen und geht auf unverhohlenen Konfrontationskurs mit Indien und zunächst China, dann Brasilien, deren Besitze in Südafrika enteignet wurden. Die daraus resultierenden Erschwerung auf das Wirtschaftsleben nehmen der gegenwärtige linksliberale Joseph Akanbeo und seine Partei PNA (Partei für ein neues Afrika), die die Politik Matokombos fortsetzen, recht gelassen hin und trotz einer Jobkrise in den letzten beiden Jahren erfährt ihr politischer Kurs gegen den chinesischen, brasilianischen und indischen Wirtschaftsimperialismus große Zustimmung in der Bevölkerung. Basis für die Wirtschaft Südafrikas sind der Maschinenbau und der Diamantenabbau. Auf den Gebieten der Humanmedizin genießt das Land ebenfalls eine Stellung unter den Top-10 der Welt. In der Megacity Johannesburg (12,2 Mio. Einwohner) wurde das erste Medizinzentrum der Außerirdischen auf südafrikanischem Boden errichtet.

 

Organisationen

NAU – neue afrikanische Union: Die 2055 von sieben afrikanischen Staaten (Südafrika, Lesotho, Angola, Malawi, Mosambik, Tansania und Neu-Swasiland) gegründete Organisation hat ihren Sitz in Pretoria, Südafrika, und setzte sich zum Ziel, die afrikanischen Staaten weitgehend vom Einfluss der Industrieriesen China und Indien zu befreien. Mittlerweile gehören vier weitere Staaten (Lesotho, Botsuana und Gabun ab 2064 sowie Nsenga ab seiner Gründung 2066) zur NAU und nach dem Zusammenbruch Chinas wurde nahm Brasilien diesen Feindesplatz ein. Madagaskar besitzt einen Sitz als Beobachter, ist auf Grund seiner politischen Nähe zu Indien, das Flotten- und Flughäfen für seine Streitkräfte im indischen Ozean auf der Insel besitzt, kein vollwertiges NAU-Mitglied. Die NAU ist ein loser Staatenbund, der seine Wirtschaftspolitik abstimmt und eine gemeinsame innerafrikanische Verteidigungspolitik betreibt (so etwa beim Westsimbabwe-Krieg 2065/66), aber sich nicht wie die alte Afrikanische Union (AU, 2048 aufgelöst) um die Belange fast aller afrikanischer Staaten kümmert.

 

WAGfSS – westafrikanische Gemeinschaft für Stabilität und Sicherheit: Dieser Zusammenschluss (2061) armer, aber recht stabiler, wirtschaftlicher meist eng an Indien gebundener Staaten (Senegal, Guinea-Bissau, Guinea-Verde, Senegal, Sierra Leone, Guiena, Elfenbeinküste, Liberia, Togo, Ghana, Kamerun, Südmali und Benin), die unter halbjährlich wechselndem Vorsitz in Bamako, Südmali, tagen. Zentrale Anliegen der WAGfSS sind die Sorge um die militärische Sicherheit der Staaten, die besonders durch die ständigen Unruhen in Nigeria erscheint, sowie die Erhaltung eines zollfreien Wirtschaftsraumes, dessen Pate Indien, die Staaten fördert und einen Beobachtersitz im Rat der Industrie- und Wirtschaftsminister der 13 westafrikanischen Staaten besitzt.

 

ILN – islamische Liga Nordafrika: Die ILN ist die einflussreichste und wirtschaftlich stärkste Organisation in Afrika und wird im Artikel Staatengemeinschaften und Staatenbündnisse beschrieben.

Neben den bereits vorgestellten Power Playern existieren auch weitere, in sich weniger geschlossene oder einflussreiche Zusammenschlüsse kleinerer Staaten. Die wichtigsten vier sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden.

 

Staatengemeinschaften und Staatenbündnisse

Dieses Kapitel soll einen kurzen Überblick über enge Bündnisse kleinerer Staaten geben, die jedoch weit weniger ausführlich als in den Fällen der Big Seven behandelt werden. Die hier genannten Staaten tauchen nicht mehr im Bereich der übrigen Staaten auf.

 

Tigerstaaten

Als Tigerstaaten werden seit dem 20. Jahrhundert die wirtschaftlich aufstrebenden Staaten Südostasiens bezeichnet (allen voran Vietnam, Thailand und Malaysia). Hier werden sie in einem gemeinsamen Profil abgebildet, da sie um 2071 eine sehr ähnliche, abgestimmte Politik und einen gemeinsamen Wirtschaftskurs fahren. Sie konkurrieren zwar mit einander, sind aber im Kampf um Marktanteile gegen die größeren Staaten, besonders die indische politische wie wirtschaftliche Hegemonie in Südostasien, vereint. Diese wirtschaftliche Bedrohung stärkt ihren Zusammenhalt und lässt sie über nationale Streitigkeiten der Vergangenheit hinwegsehen. Im 21. Jahrhundert wurden auch Laos, Burma/Myanmar und Indonesien zu dieser Gruppierung gerechnet, wobei Indonesien oftmals eigene Wege einschlägt und durch seine schiere Größe eine Sonder- wenn auch keine Vorrangstellung einnimmt. Laos und Myanmar fielen durch die indischen Eroberungen aus dem Kreis dieser Staaten heraus, so dass im Wesentlichen die ursprünglichen Staaten und Indonesien in dieser Liste bleiben. Es handelt sich bei den Tigerstaaten nicht um eine Organisation,  sondern um souveräne und unabhängige Einzelstaaten mit eigenen nationalen Interessen, die nur der Positionierung und Durchsetzungsfähigkeit auf dem Weltmarkt gemeinsame Sache machen. Ein solches Bündnis ist mittlerweile von größter Bedeutung für die Einzelstaaten, da alle Volkswirtschaften dieser Länder durch die wirtschaftlichen Krisen des 21. Jahrhunderts sehr stark gelitten haben.

 

Indonesien: Der größte muslimische Staat der Welt hat unter wirtschaftlichen Krisen wie auch unter verheerenden Naturkatastrophen im 21. Jahrhundert mehrfach gelitten. Allein die enge Zusammenarbeit mit den anderen Tigerstaaten erlaubte ihm, die wirtschaftliche Unabhängigkeit von einem Global Player wie Indien zu bewahren. Seit Eintreffen der Aliens hat Indonesien sich den Neuankömmlingen als sehr offen gezeigt und als einziges muslimisches Land eine vollständige Zusammenarbeit angeboten. Die ersten Medizinzentren in Südostasien entstanden im krisengeschüttelten Indonesien, wo die Aliens bereits nach wenigen Wochen Fuß fassen konnten. Nach Berichten der UNAISF sind die wichtigsten Politiker des Landes bereits mit einem Inhibitor versehen.

Vietnam: Neben Thailand ist Vietnam der vitalste Staat aus diesem Kreis. Es existiert zwar in vielen Teilen des Landes noch eine erstaunliche Rückständigkeit – so leben in entlegenen Regionen die Menschen immer noch wie vor 150 Jahren –, doch die Städte haben sich modernen westlichen Standards angepasst und sind Zentren der Wirtschaft und des Kapitalismus. Zunächst richtete Vietnam seine Politik auf China aus und litt wirtschaftlich schwer unter dem Zusammenbruch des nördlichen Nachbarn. Eine ähnliche Bindung mit Indien einzugehen lehnen die Vietnamesen ab und betrachten Indien als tyrannischen Aggressor, der die Nachbarstaaten überfallen hat. Den Aliens stehen die Vietnamesen recht skeptisch gegenüber.

Thailand: Thailand erholte sich am besten von allen Tigerstaaten nach den Krisen des 21. Jahrhunderts und ist heute ein starker Wirtschaftspartner für Indien, die chinesischen Staaten und die Tigerstaaten. Das Land bemüht sich außenpolitisch erfolgreich um Neutralität, doch im Inneren herrschen immer wieder Aufstände und Machtkämpfe. Das gesamte politische System ist destabilisiert und Regierungen können sich manchmal kaum ein halbes Jahr an der Macht halten und wechseln schnell. Trotz seiner Wirtschaftskraft herrscht in Thailand große Unruhe.

Singapur: Singapurs Probleme gestalten sich gänzlich anders. Der strikt geführte Staatstadt kennt keine Unruhen, dafür jedoch eine fürchterliche Luftverschmutzung. Der Smog hat die Millionenstadt fest im Griff und zwingt die Menschen stets Atemmasken anzulegen, wenn sie ihre Häuser verlassen. Auf politischen Druck hin wurde der komplette Autoverkehr für die Stadt verboten, so dass die meisten Menschen von zuhause aus arbeiten oder die öffentlichen Nahverkehrstransporte nutzen müssen.

Malaysia: Malaysias Wirtschaft brach vollständig zusammen und Revolutionen veränderten das politische System des Landes. Heute ist Malaysia eine weitgehend echte Demokratie, die jedoch nur durch Wirtschaftshilfe der anderen Tigerstaaten überleben kann.

Brunei: Auch das reiche Sultanat fiel der Wirtschaftskrise zum Opfer. Der Sultan verlor fast sein ganzes Vermögen und das Land glitt in die Armut. Viele Menschen verließen Brunei mit Ziel Singapur oder Indonesien, so dass Brunei heute nur sehr dünn besiedelt ist. Wirtschaftsanalagen gab es hier nie und so wirkt Brunei wie ein verwunschener Ort, umgeben von dichten Regenwäldern.

 

Islamische Liga Nordafrikas (ILN)

Die Grundsteine der ILN liegen zu Beginn des Jahrhunderts, als sich die Bevölkerungen von Tunesien, Libyen und Ägypten ihre Freiheit erstritten. Es folgte nach langen Jahren des Ringens eine echte Demokratisierung und Öffnung zum Westen hin. Fundamentalistische Kräfte verloren auf Grund des schnell wachsenden Wohlstandes an Einfluss, der Islam besitzt in gemäßigter Funktion jedoch noch ein sehr großes Gewicht. Wie alle islamischen Staaten stehen auch die ILN-Mitglieder den Aliens kritisch gegenüber, wenn auch nicht so radikal-feindselig wie die NAL. Medizinzentren gibt es in ihrem Staatsgebiet nicht, jedoch ist ihren Bürgern die Reise in auswärtige Einrichtungen dieser Art gestattet.

Die fünf Staaten der ILN sind eng verbunden, aber selbständig. Sie sind damals wie heute ein loser Staatenbund, den gemeinsame wirtschaftliche Interessen und kulturelle Vergangenheit zusammenhalten. Das Gebiet der ILN reicht von Marokko bis Ägypten. Die ILN ist eng mit den VEN verbündet, eine Gemeinschaft aus der beide Seiten ihre Vorteile ziehen. Die ILN erhält finanzielle Unterstützung und Know-how und sorgt im Gegenzug für Ruhe an den Zuwanderungsgrenzen Südeuropas sowie die Ausbildung gut eingearbeiteter Fachkräfte. Ferner stellt die ILN das Gelände für das DeserTec-Projekt, mit dem die VEN einen großen Teil ihres Strombedarfes decken, und sorgt für die Sicherheit dieser teuren Anlagen auf ihren Staatsgebieten.

Ägypten: Ägypten vollzog nach langer Zeit der Militärübergangsherrschaft einen vorbildlichen demokratischen Wandel und gehört zu den liberalsten Staaten Nordafrikas. In Kairo war bereits ein Medizinzentrum der Aliens geplant, jedoch wurde dieser Plan auf Drängen der übrigen ILN-Staaten wieder fallen gelassen.

Libyen: Libyen ist das wirtschaftlich schwächste Land der ILN, besitzt aber die größten DeserTec-Anlagen, so dass ihnen auch die größte Unterstützung seitens der VEN zuteilwird. Nach zwei Putsch-Versuchen durch das Militär erlaubte Libyen den VEN die Stationierung von Einheiten der französischen Fremdenlegion auf ihrem Gebiet, um DeserTec in ähnlichen Fällen abzusichern.

Tunesien: Der kleinste Staat der ILN hat seit den Revolutionen zu Beginn des Jahrhunderts die stärkste wirtschaftliche Entwicklung genommen und ist heute eine stabile Demokratie nach westlichem Vorbild. Auch Lebensstandard und Lebenswandel entspricht am ehesten dem in Europa. Der Islam besitzt hier die geringste Bedeutung, ist aber immer noch vorherrschende Religion.

Algerien: Der größte Staat der ILN ist nach wie vor recht rückständig. Die wirtschaftlichen Entwicklungen kommen nur langsam in Gang und verzögern sich durch konservative Einflüsse immer wieder. Das Land ist das einzige in den ILN, in denen die radikalen Gesetze der Scharia noch dauerhafte Anwendung finden.

Marokko: Offiziell ist Marokko immer noch ein Königreich, auch wenn demokratische Strukturen Einzug gehalten haben. Im Kriegsfall besitzt der König diktatorische Rechte und ist Oberbefehlshaber, in Friedenszeiten bestimmt das gewählte Parlament weitgehend die Politik, jedoch hat der König ein Veto-Recht von dem er selten Gebrauch macht. Innenpolitische Probleme gibt es wie schon seit einem Jahrhundert mit Polisario, der bewaffneten Freiheitsorganisation der Sahauris, die den von Marokko besetzten Teil der Westsahara zu einem unabhängigen Staat innerhalb der ILN ausrufen wollen. Ob der dort vorkommenden reichen Bodenschätze weigert sich Marokko beharrlich, dies in Erwägung zu ziehen.

 

Neue Arabische Liga (NAL)

Die NAL-Staaten sind nur in lokalen Fragen selbständig, in der Außenpolitik und Verteidigung sowie im Außenhandel jedoch eine echte Staateneinheit. Sie verbindet eine strikte bis fundamentalistische Auslegung des Islam, die Anwendung der Scharia als Gesetzesautorität und der Herrschaft von Geistlichen über die weltlichen Parlamente, die nur in Verwaltungsfragen frei entscheiden können. Die NAL unterhält normale Beziehungen zum Iran, steht allen anderen Staaten aber feindlich gesinnt gegenüber. Besonders die VEN und die übrigen westlichen Staaten, aber auch ihre Glaubensbrüder aus der ILN, die mit der VEN zusammenarbeiten, sind der herrschenden Schicht der NAL ein Dorn im Auge. Der Staatenbund besteht aus den Territorien der Länder Oman, Saudi-Arabien, Jemen, Syrien, Jordanien und dem Libanon. Die gemeinsame Hauptstadt ist Damaskus, Sitz der Obersten Rates, der nur aus sehr konservativen Islamgelehrten besteht, ist hingegen Mekka.

Die NAL-Staaten sind überwiegend arm und rückständig. Moderne Errungenschaften, die aus dem Westen stammen, sind verboten, da sie dem Geist der Unheiligen entspringt. Die Landung wird Aliens selbst in Notfällen verwehrt und auf dem Gebiet der NAL ist es nicht strafbar “eine solche widernatürliche Kreatur, die Gottes Schöpfung lästert” zu töten.

 

Neue Afrikanische Union (NAU)

Die Organisation, in der verschiedene eigenständige Staaten zusammengeschlossen sind, diente ursprünglich dem Zurückdrängen des Einflusses Chinas und Indiens in Afrika. Nach dem Zerfall Chinas und dem Auftreten Brasiliens auf dem afrikanischen Kontinent richtete sich der Zorn der NAU in diese Richtung, doch den Brasilianern gelang es, einige Militärbasen zu halten. Da sich weder Indien noch Brasilien durch Gewalt vertreiben ließen, bot der Generalsekretär der NAU, der Südafrikaner Henry Utoboakye, der dem Gründer ins Amt gefolgt war, den beiden Großmächten eine friedliche Lösung an, die aber auch für die afrikanischen Staaten sinnvoll und nutzbringend sein müsse. Entsprechende Verhandlungen wurden aufgenommen, doch vor ihrem Ende explodierte eine Bombe, zu der sich Joseph Bellek aus Namibia bekannte. Er war der NAU kein Unbekannter, hatte er doch selbst einen Sitz in ihrem Vorstand. Joseph gehört nicht zu den Männern die Kompromisse eingehen oder Frieden schließen. Er will kämpfen und Afrika von Weißen und Asiaten befreien. Seither befindet sich Bellek im Krieg gegen Inder, Brasilianer und die NAU selbst, da sie mit dem Feind paktiert hatte.

Die NAU hat keine einheitliche Meinung zu den Aliens, da sie sich nur um Afrika und dessen Ausbeutung kümmert. Sollten die Aliens Afrika besetzen, wäre die NAU ihr erbitterter Feind. Der NAU gehören Südafrika, Lesotho, Angola, Malawi, Mosambik, Tansania, Neu-Swasiland, Lesotho, Botsuana, Gabun sowie Nsenga an.