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Staat

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Süd- und Mittelamerika

Brasilien wird als einer der Global Player in einem eigenen Abschnitt dargestellt.

 

Staaten

Argentinien: Argentiniens Wirtschaft liegt seit dem Ende des 20. Jahrhunderts am Boden und konnte sich seither nie richtig erholen. Misswirtschaft, Korruption und viele politische Unruhen trugen ihren Teil dazu bei. Mitte des 21. Jahrhunderts (2048-2059) wurde das Land zuletzt von einer Militärregierung geführt. Seit deren Vertreibung durch von Brasilien und Chile unterstützte Bevölkerungsaufstände scheint es mit Argentinien langsam bergauf zu gehen, dennoch ist die Bevölkerung sehr arm und die medizinische wie soziale Versorgung bescheiden. Die Korruption ist nach wie vor weit verbreitet und hohe Staatsschulden (vor allem bei Brasilien) belasten die aufstrebende Wirtschaft. Argentinien ist eines der letzten überwiegend landwirtschaftlich geprägten Länder der Erde und erscheint oftmals rückständig. Die 2039 eingeforderten und ausgebauten Rohstoffabbauparzellen in der Antarktis liegen überwiegend brach oder wurden inzwischen an Brasilien verpachtet. Die Hauptstadt Buenos Aires (13,9 Mio. Einwohner) gehört du den Megacities der Erde.

 

Belize, Honduras, Nicaragua: Wie alle anderen mittelamerikanischen Staaten sind auch diese drei Länder stark von Armut und unstabilen politischen Verhältnissen gekennzeichnet. Die Verbrechensrate ist erschreckend hoch und lässt die brasilianischen Slums wie soziale Paradise wirken. Die drei Länder gelten überdies als Ausgangsgebiete von FMF und weisen die höchste weltweite Infektionsrate in der Bevölkerung auf, die in manchen Gebieten um 2070 bei über 80% lag. Mangelnde medizinische Versorgung sorgt überdies für eine deutlich geringere Lebenserwartung der Erkrankten im Verhältnis zu Industrie- und Schwellenländern. Flüchtlingswellen, die von Armut und Hoffnung auf Heilung getrieben werden, bereiten Mexiko, der USA und den stabileren Staaten Südamerikas große Probleme.

 

Chile: Chile ist neben Brasilien das stabilste und wohlhabendste Land in Südamerika. Seit den politischen Stabilisierungen, die in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts eintraten und für echte demokratische Verhältnisse sorgten, gilt Chile als ein Musterland für die Entwicklung anderer süd- und lateinamerikanischer Staaten. Dies liegt unter anderem auch an der Weltweit gestiegenen Nachfrage nach Aluminium und Kupfer, die in den Anden abgebaut werden. Mit den Stationen der EBRA und der NASA in der Atacarmawüste verfügt Chile über die größte Anzahl an terrestrischen, den Weltraum erforschenden und abbildenden Radioteleskopen der Welt. True Path ist in Chile sehr stark vertreten und wird von der Regierung unterstützt.

 

Mexiko: Der Staat ist sehr instabil und von teils anarchistischen Verhältnissen bedroht. Die Regierung und die Bürokratie sind hochkorrupt, der stets starken Einfluss besitzende Drogenhandel ist zur eigentlichen Kraft im Land geworden. Die verschiedenen, sich um Marktanteile bekriegende Kartelle von Drogenbaronen führen einen mittlerweile offenen Krieg gegeneinander und haben die Regierung durch Korruption und Einschüchterung fest im Griff, so dass Polizei- und Armeeeinheiten nur selten gegen die Konfliktparteien einschreiten, manchmal sogar zu Gunsten eines Kartells eingreifen. Dieser Krieg fordert hohe Todeszahlen unter der Bevölkerung (mehrere zehntausend im Jahr). Die im Würgegriffe der Kartelle befindliche Politik sieht tatenlos zu und ist machtlos, nicht zuletzt, da sie sich selbst in zahllosen Scharmützeln um Macht und Korruptionsanteile aufreibt. Bei der letzten Wahl zu Senat und Staatsoberhaupt traten 29 unterschiedliche Parteien und 23 Kandidaten an, von denen keine(r) mehr als 7% der Stimmen auf sich vereinen konnte. Selbst weltweit agierende Wirtschaftsfirmen wie mex.com wagen nicht, sich gegen die Kartelle aufzulehnen, sondern arbeiten mit diesen zusammen. Auch die soziale Situation ist höchst unausgewogen. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in Mexiko weit auseinander. Überdies ist Mexiko sehr stark von der US-Nuklear-Katastrophe mitbetroffen (besonders der Norden). Viele Menschen leiden noch heute unter Anzeichen der Strahlenkrankheit, weite Teile sind teils stark verseucht. Hingegen gilt die verseuchte Grenze zwischen USA und Mexiko den armen Kurieren der Drogenkartelle als leichter Weg in die USA, um dort ihre Waren abzuliefern. Dass sie dabei oftmals selbst eine tödliche Strahlendosis erleiden erscheint ihnen angesichts der schreienden Armut im Land als akzeptables Risiko.

Ein weiteres Problem des Landes ist die enorme Wasserknappheit, die durch Verschwendung und uralte, nicht erneuerte und brüchige Leitungssysteme weiter vergrößert wird. Besonders die Hauptstadt Mexiko City (24,0 Mio. Einwohner) besitzt großen Anteil an dieser Situation, wird durch die Regierung aber sehr stark bevorzugt, so dass durch große Überlandleitungen Wasser aus Flüssen im Süden umgeleitet werden. Diese Flüsse vertrocknen in ihrem Lauf und sorgen für eine nicht mehr ausreichende Bewässerung der Landwirtschaft.

 

Paraguay: Neben Peru gilt Paraguay als eines der großen Sorgenkinder Südamerikas. Wenn Argentinien auch rückständig und wirtschaftlich schwach dasteht, so herrscht in Paraguay eine viel größere Armut und Arbeitslosigkeit. Das soziale Elend ist nur mit einigen der schlecht entwickelsten Staaten Afrikas zu vergleichen. Immer wieder auftretende Putsche seitens des Militärs oder fanatischer, linksradikaler Bauerngruppen erschüttern das Land und sorgen für zusätzliche soziale Unruhen. Brasilien versucht seit der letzten Demokratisierung der beiden Staaten (Peru 2050, Paraguay 2065) gegen diese Strömungen gegenzusteuern und hat mit Einverständnis der schwächelnden Regierungen Truppen in beiden Ländern stationiert.

 

Venezuela: Einst Mitbegründer der Banco del Sur und wirtschaftliche Macht in Südamerika, hat sich Venezuelas Stellung vor allem in der zweiten Hälfte des 21.Jahrhunderts weit verschlechtert. Große wirtschaftliche Altlasten durch Jahrzehnte der sozialistischen Schlamperei und radikale Wechsel im Politikstil seit der Ermordung des linkspolitischen Idols und Staatspräsidenten Jorge Gomez Valandiano im Jahr 2034 stürzten Venezuela in eine schreckliche Krise, die Armut, Hungersnöte und den Staatsbankrott zur Folge hatte. Die immer geringer werdende Bedeutung des Rohöls auf dem Weltmarkt beraubte Venezuela zudem seiner wichtigsten wirtschaftlichen Stütze. Auch die immer wieder auftretenden Grenzkonflikte und Krisen mit Kolumbien, die Brasilien durch Wirtschaftshilfen und politische Einflussnahme stets einzudämmen versucht, trugen ihren Teil dazu bei, aus der einstigen Regionalmacht eine am Boden liegende Nation zu machen.

 

Organisationen

KL – karibische Liga: Dieser lose Verbund von Inselstaaten in der Karibik und dem Golf von Mexiko stellt keine echte politische Vereinigung, sondern eine Art Interessenverband da, der die eigene Position gegenüber den USA und Brasilien zu stärken versucht. Die nur über wenig Industrie verfügenden Länder sind überwiegend touristisch orientiert und gelten nach dem durch den Klimawandel bedingten Untergang der Urlaubsparadiese im indischen und pazifischen Ozean als Hauptadresse für Mittelschichttouristen aus den Industriestaaten. Die meisten Länder der karibischen Lieger sind stabil und eigenständig überlebensfähig, viele sind eng an Brasilien gebunden. Nur das einst sozialistische, jetzt rein demokratische Kuba ist – eine der hübschen Ironien der Weltgeschichte – mit den Südstaaten der USA verschworen.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Nordamerika

Die USA sind bereits zuvor beschrieben worden. Die Staaten Mittelamerikas werden ob der kulturellen und politischen Nähe im Abschnitt über Südamerika vorgestellt.

 

Staaten

Kanada: Der nördliche Nachbar der USA ist ein seit Jahrzehnten sehr stabiles Land, das weniger als alle anderen Industriestaaten in die Finanz- und Energiekrisen der letzten hundert Jahre verstrickt war. Basis für diese Stabilität ist sicheres und nachhaltiges Wirtschaften mit bodenständiger Grundlage. Die strengen Banken- und Wirtschaftsauflagen, staatlichen Kontrollgremien und Selbstzurückhaltung des kanadischen Finanzdienstleistungssektor schmälern zwar Gewinn und sorgen dafür, dass Kanada nie zu einer der ganz großen Wirtschaftsmächte zählte, aber auch dafür, dass die Risiken und damit zwangsläufigen Krisen weitgehend an Kanada vorbeigingen und nur geringen Schaden an der Volkswirtschaft verursachten. Oftmals wurde Kanada als Musterland für stabiles Wirtschaften gelobt, seinem Beispiel jedoch nur selten gefolgt. Windkraftanlagen in den Weiten des überwiegend dünn besiedelten Nordens, der Rohstoffabbau in der Arktis und eine überwiegend in heimischen Gefilden produzierende Industrie sind Basis für die kanadische Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit ist gering und der allgemeine Wohlstand ist neben Norwegen und der Schweiz der weltweit höchste. Kanada besitzt ausgezeichnete Bildungs- und Sozialsysteme, hat aber auch strenge Einreise- und Einbürgerungskontrollen, die unter anderem dafür verantwortlich waren, dass die FMF-Probleme verhältnismäßig gering blieben.

Das Verhältnis zu den USA, insbesondere den Nordstaaten, ist gespannt. Der Grund hierfür ist in der Weigerung Kanadas, unterstützend mit Wirtschafts- und Militärhilfen im Kampf gegen die Südstaaten einzugreifen, zu suchen. Von kanadischer Seite herrscht noch große Wut auf die USA, da die grenznahen Bereiche des Landes durch die von den USA ausgehende nukleare Verseuchung stark verstrahlt und unbewohnbar geworden sind. So musste beispielsweise die Metropole Vancouver aufgegeben werden.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Europa

Nähere Daten zu den VEN und Russland wurden bereits in vorangegangenen Artikeln aufgeführt.

 

Staaten

Albanien: Das rückständige Land, an das der Kosovo 2033 freiwillig angegliedert wurde, zählt zu den wirtschaftlich und gesellschaftlich rückständigsten Nationen in Europa. Die Bevölkerung ist stolz, gilt als eigensinnig und in vielen Bereichen auch als antiquiert. Die Blutrache wird hier immer noch praktiziert, die albanische Mafia ist in der VEN berüchtigt und versucht die oftmals schnell wechselnden, kurzlebigen albanischen Regierungen zu kontrollieren, doch nach umfangreichen Reformen könnte die seit langem gehegte Politik, Albanien an die VEN anzugliedern erfolgreich verlaufen. Ein ständiger Konflikt mit Großserbien sorgt momentan noch für Grenzkonflikte.

 

Großserbien: Großserbien ist ein autoritär gelenkter Staat mit nur offiziell freien Wahlen. Es herrscht strengste Zensur, die Verfolgung von politischen Gegnern und willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Die nationalistische Regierung, deren Auslandskonten schon seit Jahrzehnten eingefroren sind, stützt sich stark auf das Militär, das als eigentliche Macht im Staat eine Art Schattenherrschaft einnimmt. Die riesigen wirtschaftlichen Probleme sorgen für eine Hohe Armut und schlechte medizinische Versorgung, die strikt praktizierte Abschottung gegen äußere Staaten, die den einst florierenden Tourismus zerstörte, sorgte aber auch dafür, dass das Land nur sehr gering von FMF betroffen ist. Ein Konflikt mit Albanien führt immer wieder zu Grenzscharmützeln.

 

Norwegen: Das hoch entwickelte Norwegen ist die einzige Industrienation Europas, die weder mit Russland noch mit der VEN politisch verbunden ist, auch wenn sie zu beiden Seiten gute Beziehungen unterhält. Das Land gehört zu den führenden Nationen bezüglich Schiffbaus, Rohstoffabbau in der Arktis und bei neuen Technologien. Die Bildungs- und Sozialsysteme zählen zu den Besten weltweit. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle und Norwegen ist das beliebteste Reiseziel von VEN-Bürgern. Militärische Streitkräfte besitzt Norwegen hingegen gar nicht, seitdem die norwegische Armee 2049 aufgelöst wurde.

 

Schweiz: Über die Schweiz könnte man viel sagen, aber es genügt sehr wenig: Die Schweiz ist die Schweiz ist die Schweiz. Wie eh und je ist das Land neutral, pflegt aber enge Wirtschaftskontakte zu den VEN und ist für sein Bankenwesen berühmt, auch wenn es sich auf Druck der VEN veranlasst sah, seit 2031 alle Geldbewegungen von VEN-Bürgern offenzulegen. Für chinesische, indische und russische Geldanlagen ist die Schweiz hingegen immer noch ein Paradies. Genf ist nach wie vor Sitz der UN, hat aber wie die Organisation selbst nahezu jede weltpolitische Bedeutung verloren.

 

Ukraine: Wie auch Weißrussland und Moldawien ist die Ukraine ein Marionettenstaat Russlands. Die gelenkte Demokratie bringt immer wieder wechselnde Kandidaten an die Macht, die mehr im Sinne des Kremls als im Interesse des eigenen Volkes handeln. Dank der günstigen Lage am Schwarzen Meer, der vergleichsweise stabilen Wirtschaft und der stark entwickelten Schwerindustrie ist die Ukraine allerdings weit weniger arm als Weißrussland und Moldawien. Die Schwarzmeerhäfen sind eine wichtige Landestelle für die russische Flotte.

 

Organisationen

RESEA: Die russisch-europäische Sicherheits- und Energie-Assoziation ist eine Art stabilisierendes Rückversicherungsbündnis zwischen Russland und Europa. Nebenbei verwaltet es den Staat Montenegro wirtschaftlich und stellt eine etwa 5.000 Mann starke Schutztruppe, die großserbischen Eroberungsgedanken einen strikten Riegel vorschiebt. Bei halbjährlichen Treffen der RESEA, über die alle koordinierenden Angelegenheiten der russisch-europäischen Energiewirtschaft laufen, treffen sich Innen-, Wirtschafts- und Verteidigungsminister beider Staaten, um mit den wichtigsten RESEA-Bürokraten politische Fragen für die nächsten sechs Monate vorab anzusprechen. Leiter der Behörde ist der Russe Sergj Archawin, der auch für die UNAISF von nicht geringer Bedeutung ist, da er finanzielle Mittel zu Gunsten der Geheimorganisation umleitet.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Australien und Ozeanien

Zahlreiche ozeanische Staaten, die noch vor einem halben Jahrhundert existierten, wurden durch das vom Klimawandel verursachte Ansteigen des Meeresspiegels von der Landkarte getilgt. Dennoch gibt es noch mehrere tausend kleine Inseln und Atolle in der Südsee, die sich auf Grund ihrer abgelegenen Lage gut als Rückzugspunkte für True Path und UNAISF eignen.

 

Staaten

Australien: Einst zählte Australien zu den stabilsten, wenn auch nicht modernsten und stärksten Staaten der Welt. Heute leidet es unter einer schweren Wirtschaftskrise, die durch den anhaltenden Klimawandel und damit einhergehende Probleme verursacht wird. Kein anderer Staat der Erde ist von so vielen und so oft auftretenden verheerenden Umweltkatastrophen betroffen. Mehrmals bedrohen im australischen Sommer Buschbrände die Großstädte, während jedes Jahr wenigstens zwei bis drei gewaltige Sturmfronten und Flutkatastrophen die Küstengebiete heimsuchen. Die schlimmste Sturmkatastrophe ereignete sich mit dem Wirbelsturm Harry im Jahr 2069, der über Perth hinwegfegte. Noch heute ist die einst blühende Stadt an der australischen Westküste ein Trümmerfeld. Trotz dieser Schwierigkeiten ist die politische Lage im dünn besiedelten Riesenland sehr stabil. Die FMF-Verbreitung zählt zu den fünf geringsten aller Länder weltweit.

Das Land ist aber auch eine der stärksten Rückhalte von True Path, das hier seine wichtigsten Zentralen unterhält. Hauptwirtschaftsfaktor des Landes ist die Energiewirtschaft, die mit riesigen Solaranlagen im heißen und wolkenlosen Landesinneren operiert und weltweit den Stand als zweite Macht im Bereich des terrestrischen Solarstroms (hinter der VEN) vorzuweisen hat.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Asien

Die Global Player China, Russland, Indien und Japan sowie die Gemeinschaft der Tigerstaaten sind nicht in dieser Übersicht, sondern in separaten Artikeln aufgeführt.

 

Staaten

Afghanistan: Seit dem Ende der ISAF-Mission und dem Rückzug der NATO-Armeen wurde Afghanistan von diversen Krisen und Regimen erschüttert, bis zuletzt eine mächtige Stammesfamilie Rangin Dadullahs bis 2058 weite Teile des Landes kontrollierte. Nach dem Fall der Dadullahs durch Stammesfehden versank Afghanistan endgültig in Anarchie. Heute haben lokale Warlords, Stammesverbände und einzelne fanatisch-islamistische Führer die Kontrolle über meist nur kleine Gebiete des zersplitterten Landes. Recht und Gesetz sind nicht viel mehr wert als die Kampfkraft der Söldner und Milizen, die es für den jeweiligen lokalen Fürsten durchsetzen. Im Westen blüht der Drogenhandel (v.a. Opium) und finanziert die schlagkräftigen Truppen einiger Warlords. Auch der Waffenhandel ist ein zentrales Element des afghanischen Handels. Maschinengewehre, Karabiner und selbst schweres Geschütz werden offen gehandelt, die Handfeuerwaffen sogar an Marktständen als wäre es Reis. Russland, Indien und die chinesischen Splitterstaaten dulden das Land als Pufferzone, aber auch um gewinnbringend illegale Waffendeals abzuwickeln und manche offiziellen Embargos über den Afghanistanhandel zu umgehen.

 

Bangladesch: Bangladesch ist das ärmste und dicht besiedelste Land Asiens. Hungersnöte und Flutkatastrophen sind hier an der Tagesordnung, Regierungskoalitionen zerbrechen schnell. Die meisten Staatsgelder fließen notgedrungen in verzweifelten Dammbau, da das schon früher als Holland Asiens bezeichnete Land nach Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel zu noch größeren Teilen unter Normal Null liegt. FMF ist auf Grund der katastrophalen medizinischen Versorgung und des sozialen Elends weit verbreitet. Mit der Megacity Dhaka (31,0 Mio. Menschen) liegt eine der größten Städte der Welt in dem übervölkerten Land, dessen Wirtschaft nur auf Grund von Finanzhilfen aus manchen Tigerstaaten noch nicht gänzlich zusammengebrochen ist.

 

Iran: Im Iran hält eine langjährige Staatskontrolle durch das Militär weiter an. Was vor fast 50 Jahren als Übergangsrat zur Aufrechterhaltung der Verwaltungs- und Sicherheitsstrukturen begann, hat sich mittlerweile zu einem offen eingestandenen Militärregime gewandelt. Die Leitung des Landes liegt in der Hand eines Militärrates mit für Außenstehende undurchschaubaren Strukturen, die nicht offenbaren wer die eigentliche Macht im Staat besitzt. Sicher hingegen ist, dass es nur staatlich gelenkte Presse und eine strikte Gewaltpolitik gegen die kaum vorhandene Opposition und Kritiker gibt. Das Wirtschaftsdefizit ist sehr hoch, hauptsächlich bedingt durch zahlreiche Embargos seitens der UN, die aber über afghanische Schmuggelrouten stark unterlaufen werden, und das enorme Militärbudget. Trotz eines Bündnisses mit den Einzelstaaten der streng islamischen NAL werden alle theokratischen Kräfte im Land unterdrückt. Der Islam ist zwar Staatsreligion, aber die Scharia wird trotz Festschreibung im Gesetz nicht umgesetzt. Luftwaffe und Heer des Iran sind sehr stark, wenn auch im Fall der Luftwaffe etwas veraltet, und neben Israel die einzige ernstzunehmende Militärmacht im Nahen Osten. Grenzkonflikte mit Pakistan sind an der Tagesordnung. Russland ist Hauptenergie- und Waffenlieferant für den Iran, im Gegenzug werden russischen Transporten die Durchfahrt und die Nutzung eines Hafens am Persischen Golf für zivile Schiffe gestattet.

 

Katar und VAE: Wie alle Staaten des Mittleren Ostens leiden auch Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate unter dem Bedeutungsrückgang und Erschöpfung des Erdöls, jedoch haben eine früh eingeleitete, weitsichtige Politik hin zur Entwicklung des Tourismus als weiteres Standbein sowie ein straffes Wirtschaften, das nichts mehr mit den Milliardeninvestitionen zu Anfangs des Jahrhunderts gemein hat, die Staatsfinanzen gerettet. So gelang es den beiden Golfstaaten dem wirtschaftlichen Desaster anderer arabischer Nationen zu entgehen. Der Islam ist weiterhin Staatsreligion, wird aber nur in gemäßigten Bahnen an der Politik beteiligt und die Scharia wurde als Gesetzesgrundlage abgeschafft. Die beiden Länder pflegen enge Beziehung zu Indien und dem chinesischen Splitterstaaten (besonders Guangdong und Beijing-Jelin), die es Katar und den VAE erlauben, weitgehend sicher neben den radikalen NAL-Staaten zu existieren.

 

Mongolei: Das Land besitzt die weltweit geringste Bevölkerungsdichte und gilt immer noch rückständig, wurde auf Grund seiner Abgelegenheit aber FMF fast gänzlich verschont. Das Land bietet ebenso einen Rückzugsraum für die UNAISF, da es von Aliens kaum beachtet wird. Touristen fällt in der Mongolei weiterhin die sehr antiquiert wirkende, wenig technisierte Kultur ins Auge. Reiterspiele und Herden haben hier immer noch einen größeren Stellenwert als Internet und die moderne Unterhaltungsindustrie. Es gibt in der Mongolei kein Administration as Service. Die Bevölkerung ist freiheitsliebend und die Politik hält sich aus dem Weltgeschehen heraus. Die Eigenständigkeit des Landes wird von China (später den chinesischen Splitterstaaten) und Russland gefördert, nicht zuletzt um die gemeinsame Grenze möglichst kurz zu halten und keine Interessenskonflikte erwachsen zu lassen.

 

Pakistan: Das arme und völlig überbevölkerte Pakistan erinnert in vielen Belangen an seinen nördlichen Nachbarn Afghanistan. Hier gibt es zwar noch eine offizielle politische Führung, die in weitgehend freien und fairen Wahlen ernannt wird, aber nur im Westen und Süden noch tatsächlich die Kontrolle über das Staatsgebiet ausübt. Im unwegsamen Norden und Osten haben Stammesclans und Rebellengruppen die Macht an sich gerissen. Vielerorts ist Pakistan eine rechtliche Grauzone. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass das Land nur noch durch den großen Feind des vergangenen Jahrhunderts, Indien, nicht völlig in sich zusammenbricht. Indien tut dies freilich nicht aus reiner Herzensgüte, sondern aus wirtschaftlichem und sicherheitspolitischem Kalkül, da Pakistan die unsicheren Staaten Iran und Afghanistan von Indiens Grenzen fernhält und gleichzeitig mit seinen über 250 Millionen Einwohnern ein wichtiger Absatzmarkt für indische Firmen ist. Dank dieser Unterstützung gelingt es der pakistanischen Regierung weiterhin, fundamentalistische Elemente unter Kontrolle zu halten und in Grenzkonflikten mit dem Iran genug Stärke zu demonstrieren, damit dieser nicht einfällt. FMF ist in Pakistan weit verbreitet. Mit Karachi (20,3 Mio. Einwohner) und Lahore (13,3 Mio.) liegen zwei Megacities auf pakistanischem Boden.

 

Philippinen: Stets wechselnde autoritäre Regime, Putsche und dauernd schwelende und regelmäßig ausbrechende Konflikte zwischen Christen und Moslems sorgten in den vergangenen 100 Jahren dafür, dass die Philippinen trotz ihrer guten geographischen Lage für den Handel sich niemals zu einer Wirtschaftsmacht ähnlich den nahe liegenden Tigerstaaten entwickeln konnte. In der Gegenwart ist eine fundamentalistisch-christliche Regierung an der Macht, die sich selbst als “Kreuzritter des Ostens” bezeichnet und mit brutaler, militärischer Gewalt gegen Muslime vorgeht. Fast monatliche liest man in der Presse etwas über Massaker oder Massenverhaftungen. Der Drogenanbau und -handel besitzt auf den Philippinen eine wichtige, wirtschaftliche Stellung. Die Gesetzgebung ist ebenso streng wie in Vietnam oder Thailand, jedoch wird sie nur selten umgesetzt, so dass die Philippinen zum Hauptdrogenlieferant für den gesamten ostasiatischen Raum aufstiegen. Die Regierung duldet dies, da die Milizen der christlichen Drogenbarone nicht selten für die Verfolgung von Muslimen eingesetzt werden. Auf dem regulären Wirtschaftsmarkt sind vor allem Vorerzeugnisse für industrielle und elektronische Produkte eine Hauptexportware des Inselstaates. Trotz der erschreckend hohen FMF-Infektionsquote unter der Bevölkerung verfolgt die Regierung eine radikale Anti-Alien-Politik. Nach Informationen der UNAISF beruht dies nicht nur auf der fundamentalistisch-christlichen Einstellung des Regimes, sondern lässt sich auch auf einen starken Einfluss von True Path zurückführen. Die Megacity Manila (16,8 Mio. Einwohner) ist zwar noch Hauptstadt, aber der Regierungssitz wurde nach Quezon City verlagert.

 

(Süd-)Korea: War Südkorea zur Jahrhundertwende noch ein wirtschaftlich wie politisch bedeutender Staat – nicht zuletzt auf Grund des Nordkoreakonfliktes stark von den westlichen Industriemächten unterstützt –, so ist seine Bedeutung heute stark rückläufig. Nach dem Zusammenbruch Chinas übernahm Südkorea die Kontrolle über den nördlichen Bruder und vollzog die Widervereinigung. Dies brachte Korea aber wirtschaftlich gesehen nur Nachteile, denn Nordkorea ist ein Grab für Investitionen, dessen enorme Rückständigkeit keinen einfachen Erfolg zulässt. Die Überalterung der Gesellschaft ist kaum zu übersehen und einzig die guten Beziehungen zu Japan verhindern einen kompletten Zusammenbruch der Wirtschaft Koreas.

 

Organisationen

NAL – Neue Arabische Liga: siehe Staatengemeinschaften und Staatenbündnisse

 

ZASK – zentralasiatische Sicherheitskonferenz: Die Nachfolge-Organisation der fünf zentralasiatischen Staaten Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Kasachstan, Kirgisistan wurde 2033 als Reaktion auf die Bedrohung durch Russland und die daraus resultierende russisch-chinesische Krise (2025-2027) gegründet. Sie stimmt eine gemeinsame Verteidigungspolitik ab und gewährte der Schutzmacht China bis zum Zerfall Großchinas, aber auch Indien einen Sitz als Beobachter bei Verhandlungen. Mittlerweile orientiert sich die ZASK vor allem an Indien, nähert sich aber auch wieder Russland an, da China nach seiner Teilung keinen ausreichenden Schutz mehr garantieren kann.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Afrika

Die Islamische Liga Nordafrika (ILN) und deren Einzelstaaten finden sich nicht in dieser Liste, sondern sind in einem vorgegangenen Artikel beschrieben. Die meisten afrikanischen Staaten werden durch Korruption, Einflussnahme durch Indien oder Brasilien sowie chaotische, unübersichtliche Machtverhältnisse mit schnell wechselnden Diktaturen und ethnischen Konflikten geprägt. Neben den zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierenden Staaten entstanden durch Abspaltungen, Bürgerkriege und ähnliche Unruhen mehr als ein Dutzend weitere afrikanische Kleinstaaten, die weitgehend aber ohne große politische Bedeutung sind. Unter anderem zählen Guinea-Verde, Südmali, Neu-Swasiland, Westsimbabwe und Nsenga zu diesen Neugründungen.

Viele Staaten Afrikas leiden unter einer enormen Trinkwasserknappheit, die sowohl auf den Klimawandel als auch auf die Ausbeutung der eigentlich ausreichenden Wasserressourcen zurückzuführen ist. Vor allem der Südosten Afrikas ist nach der Austrocknung des Sambesi stark vom Trinkwasserproblem betroffen. Auch der einst als Stütze er Wirtschaft geltende Tourismus geht durch die politischen und sozialen Unruhen in den ost- und südostafrikanischen Nationen immer weiter zurück und sorgt für eine Verschlechterung der allgemeinen Situation. Die NAU versucht diesen Entwicklungen entgegenzusteuern.

 

Staaten

Namibia: Der Staat im Südwesten Afrikas durchläuft seit Jahrzehnten einen Balanceakt, ausgelöst durch die Einführung der Kernfusion, die die Kernspaltung als eine der wichtigsten Energiequellen des Planeten ersetzte. Zuvor galt Namibia als einer der vielversprechendsten Staaten Afrikas in Bezug auf eine positive wirtschaftliche Entwicklung, war er doch der weltweit drittgrößte Uranexporteur. Seit Einführung der Kernfusion und des damit sinkenden Bedarfs an Uran erlebt das ob seiner klimatischen Bedingungen wenig zum Ackerbau geeignete Land eine schwere wirtschaftliche Krise. Lange Zeit war wie in der Kolonialepoche die Viehzucht eine der Grundlagen für die namibische Wirtschaft. Der Staat erlebte in den letzten Jahren auf Grund der wieder gestiegenen Nachfrage nach Kupfer einen leichten Aufschwung. Trotz traditionell guter Beziehungen zu Südafrika ist Namibia nicht Mitglied der NAU, da es wirtschaftlich wie politisch stark an Brasilien gebunden ist, gegen das die NAU opponiert. Aus dieser Situation resultiert auch die gegenwärtige Krise im Verhältnis zu Angola und Südafrika. Namibia zu Gute kommt seine für afrikanische Verhältnisse hervorragend ausgeprägte Infrastruktur, deren Grundlagen noch in der Kolonialzeit liegen, seit Jahrzehnten aber auch mit zunächst chinesischen, dann brasilianischen Geldern gefördert werden.

 

Nigeria: Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist ein steter Krisenherd. Seit fast einem Jahrhundert registrieren Beobachter Konflikte zwischen dem islamischem Norden und dem von Christen und Anhängern von Naturkulten geprägten Süden. Spätestens seit dem Ignorieren des ungeschriebenen Gesetzes, dass sich christliche und islamische Vertreter als Staatsoberhaupt abwechseln, schlägt die von kleineren Zusammenstößen geprägte Stimmung immer wieder in blutige Bürgerkriege aus. Auch das Schließen der Erdöl- und Erdgasfelder in der Bucht von Lagos und die damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit und der Verfall der Staatsfinanzen haben zum Krisenklima stark beigetragen. Mit der Megacity Lagos (17,1 Mio. Einwohner) liegt die größte Stadt Afrikas in Nigeria.

 

Kongo, Demokratische Republik: Die ehemalige belgische Kolonie ist das wohl unberechenbarste und für Ausländer, besonders für Europäer und Asiaten, gefährlichste Land Afrikas. Eine echte Regierung gibt es nicht mehr. Die letzten Wahlen fanden 2056 statt und ihr Ergebnis wurde von keinem Kandidaten anerkannt, selbst nicht von Tolube Usamba, der die meisten Stimmen, aber nicht die absolute Mehrheit erringen konnte. Der daraus resultierende Bürgerkrieg zwischen den Kandidaten und ihren Milizen ließ jegliche, ohnehin stets sehr geringe Ordnung im Kongo zusammenbrechen. Seither sind lokale Warlords die eigentlichen Machthaber im Kongo. Ethnische Säuberungen, Massenmorde an der Zivilbevölkerung, Folterung und willkürliche Inhaftierung von Einheimischen wie von Ausländern sind an der Tagesordnung. Geschürt wird der Konflikt zusätzlich durch die verhältnismäßig wohlhabenden östlichen Nachbarstaaten Ruanda, Uganda und Burundi, die einzelne Warlords unterstützen und sich dafür Frieden an ihren Grenzen und Einfluss erkaufen. Mittlerweile gehen die Kampfhandlungen schon über die kongolesischen Grenzen hinaus: Im April 2070 besetzte ein Warlord große Gebiete im Südsudan. Auch die Megacity und ehemalige Hauptstadt Kinshasa (14,4 Mio. Einwohner) wird von verschiedenen Warlords umkämpft. Neben diesen kriegerischen Konflikten hält der Kongo die unrühmlichen Rekorde, das Land mit der größten Unterversorgung an Nahrungsmitteln für die Bevölkerung in Afrika zu sein und unter der größten Rate von FMF-Erkrankungen auf dem Kontinent zu leiden.

 

Südafrika: Südafrika ist der stabilste und politisch wie wirtschaftlich unabhängigste Staat Afrikas außerhalb der ILN. Seit der Gründung der NAU durch den ehemaligen südafrikanischen Staatspräsident Alain Matokombo hat sich das Land zur wichtigsten Kraft der neu gegründeten NAU zusammengeschlossen und geht auf unverhohlenen Konfrontationskurs mit Indien und zunächst China, dann Brasilien, deren Besitze in Südafrika enteignet wurden. Die daraus resultierenden Erschwerung auf das Wirtschaftsleben nehmen der gegenwärtige linksliberale Joseph Akanbeo und seine Partei PNA (Partei für ein neues Afrika), die die Politik Matokombos fortsetzen, recht gelassen hin und trotz einer Jobkrise in den letzten beiden Jahren erfährt ihr politischer Kurs gegen den chinesischen, brasilianischen und indischen Wirtschaftsimperialismus große Zustimmung in der Bevölkerung. Basis für die Wirtschaft Südafrikas sind der Maschinenbau und der Diamantenabbau. Auf den Gebieten der Humanmedizin genießt das Land ebenfalls eine Stellung unter den Top-10 der Welt. In der Megacity Johannesburg (12,2 Mio. Einwohner) wurde das erste Medizinzentrum der Außerirdischen auf südafrikanischem Boden errichtet.

 

Organisationen

NAU – neue afrikanische Union: Die 2055 von sieben afrikanischen Staaten (Südafrika, Lesotho, Angola, Malawi, Mosambik, Tansania und Neu-Swasiland) gegründete Organisation hat ihren Sitz in Pretoria, Südafrika, und setzte sich zum Ziel, die afrikanischen Staaten weitgehend vom Einfluss der Industrieriesen China und Indien zu befreien. Mittlerweile gehören vier weitere Staaten (Lesotho, Botsuana und Gabun ab 2064 sowie Nsenga ab seiner Gründung 2066) zur NAU und nach dem Zusammenbruch Chinas wurde nahm Brasilien diesen Feindesplatz ein. Madagaskar besitzt einen Sitz als Beobachter, ist auf Grund seiner politischen Nähe zu Indien, das Flotten- und Flughäfen für seine Streitkräfte im indischen Ozean auf der Insel besitzt, kein vollwertiges NAU-Mitglied. Die NAU ist ein loser Staatenbund, der seine Wirtschaftspolitik abstimmt und eine gemeinsame innerafrikanische Verteidigungspolitik betreibt (so etwa beim Westsimbabwe-Krieg 2065/66), aber sich nicht wie die alte Afrikanische Union (AU, 2048 aufgelöst) um die Belange fast aller afrikanischer Staaten kümmert.

 

WAGfSS – westafrikanische Gemeinschaft für Stabilität und Sicherheit: Dieser Zusammenschluss (2061) armer, aber recht stabiler, wirtschaftlicher meist eng an Indien gebundener Staaten (Senegal, Guinea-Bissau, Guinea-Verde, Senegal, Sierra Leone, Guiena, Elfenbeinküste, Liberia, Togo, Ghana, Kamerun, Südmali und Benin), die unter halbjährlich wechselndem Vorsitz in Bamako, Südmali, tagen. Zentrale Anliegen der WAGfSS sind die Sorge um die militärische Sicherheit der Staaten, die besonders durch die ständigen Unruhen in Nigeria erscheint, sowie die Erhaltung eines zollfreien Wirtschaftsraumes, dessen Pate Indien, die Staaten fördert und einen Beobachtersitz im Rat der Industrie- und Wirtschaftsminister der 13 westafrikanischen Staaten besitzt.

 

ILN – islamische Liga Nordafrika: Die ILN ist die einflussreichste und wirtschaftlich stärkste Organisation in Afrika und wird im Artikel Staatengemeinschaften und Staatenbündnisse beschrieben.

Föderative Republik Brasilien (BRA)

Die ehemalige portugiesische Kronkolonie, die erst am 7.September 1822 ihre Unabhängigkeit gewann, ist heute Hegemonialmacht über ganz Süd- und Mittelamerika. Dies verdankt sie keineswegs, wie häufig behauptet wird, der nuklearen Katastrophe in den USA, denn sie hatte diesen Stand bereits zuvor proklamiert und durchgesetzt. Die Entwicklung Brasiliens ist ein großes Vorbild für alle Staaten der südlichen Hemisphäre, von denen außer Brasilien keiner diesen Aufschwung und Sprung in die Reihe der sieben führenden Nationen der Welt geschafft hat. Diesen Erfolg verdankt Brasilien nicht zuletzt seiner zahlreichen Bevölkerung und der damit verbundenen Wirtschaftskraft. Auch die reichen Rohstoffvorkommen in diesem riesigen Land und kluge politische und wirtschaftspolitische Entscheidungen wie die Gründung der EBRA mit den Nationen Europas trugen ihren Anteil zu Brasiliens Erfolgsgeschichte bei. Dieser Erfolg machte aber auch viele Brasilianer blind für die akuten, ungelösten Probleme im eigenen Land, die immer noch nicht angepackt wurden. Stattdessen geht Brasilien den eingeschlagenen Weg weiter und vertraut auf seine Stärke und den Erhalt der – vielen trügerisch erscheinenden – Ruhe.

 

Politische Landesstruktur

Die Grenzen Brasiliens haben sich seit Jahrhunderten nicht mehr geändert. Von einigen unbedeutenden Grenzzwischenfällen mit Argentinien abgesehen wurde die Schlagkraft des brasilianischen Militärs nie auf die Probe gestellt. Statt die schwächeren südamerikanischen Nachbarn einzugliedern, bevorzugten die Brasilianer es, sie zu stützen und von außen zu kontrollieren.

Die einzigen faktischen Gebietserweiterungen fanden in den letzten Jahren statt, jedoch brachten sie keine geopolitischen Umwälzungen. Als Großchina in seine Teilstaaten zerbrach und sie ihren Einfluss in vielen Gebieten Afrikas verloren, füllten die Brasilianer diese Lücke und ließen sich im Gegenzug mit einigen Parzellen Land belohnen. Dort errichteten sie autonome Militärbasen, die aber – ebenso wie die Liegenschaften auf dem Mond – nicht zum eigentlichen brasilianischen Staatsgebiet gerechnet werden.

 

Übersicht

Fläche   (Weltrang: 5) 8.547.404 km²
Bevölkerung (Weltrang: 7) 289.300.000
Bevölkerungsdichte 33,8 je km²
Hauptstadt Brasilia
Amtssprachen Portugiesisch
Währung 1 Real (R$) = 100 Centavos; Kurs 1 € = 1,48 R$

 

Regierung

Die Innenpolitik Brasiliens ist wesentlich labiler als die Wirtschaft oder die Außenpolitik es Landes. Großen Anteil daran besitzt das breite Spektrum der Parteienlandschaft. Koalitionen sind nach jeder Wahl schwierig zu bilden, da gegenwärtig 18 Parteien die Sitze im Abgeordnetenhaus (Camara dos Deputandos) und 9 im Senat (Senado Federal) teilen. Teilweise saßen aber auch schon mehr als 25 Parteien in den beiden Kammern. Da jede Partei versucht ihrer Klientel gerecht zu werden und ihre Wählerschaft nicht zu verärgern, fallen innenpolitische Kompromisse recht schwer und nötige Reformen warten oftmals viele Jahre auf beschlussfähige Mehrheiten. Hinzu kommt eine Vielzahl von persönlichen Fehden innerhalb und zwischen den Parteien und ihren führenden Politikern. So besitzen die PT und die PPS, beides eher dem linken Spektrum zuzuordnende und auf der Arbeiterschaft als Wähler fußende Parteien, zwar ein sehr ähnliches Parteiprogramm, jedoch mit  Marcos Burruchaga da Silva (PT) und Alessandro Juan de Maria (PPS) zwei bis ins Mark zerstrittene Führungspersönlichkeiten, die die Absichten des jeweils anderen zu blockieren versuchen und im Rennen um die Wählergunst gegen die Gesetzesentwürfe der Gegenseite stimmen, um diesen keinen Erfolg zu gönnen, selbst wenn sie ähnliche Absichten verfolgen. Außenpolitisch sind diese Ressentiments überraschend schnell vergessen und unterschiedliche Regierungen und Präsidenten folgen denselben außenpolitischen Richtlinien und Absichten, die Brasilien zu einem der Global Player gemacht haben.

Im brasilianischen Parlament geht es oftmals recht hitzig, ungeordnet und laut zu, Beleidigungen sind an der Tagesordnung und selbst Handgreiflichkeiten keine Seltenheit. Debatten werden selten objektiv und gesittet geführt, laute Zwischenrufe und Missfallensäußerungen gehören beinahe schon zum guten Ton. Für Schlagzeilen sorgte hingegen ein Vorfall aus dem vergangenen Jahr, als die streitbare Abgeordnete Juanita Alvares dos Santos (PV) einen Redner der PSDB mit Schlägen und Flüchen vom Rednerpult trieb und kurz darauf eine Schlägerei unter mehreren Dutzend Abgeordneten ausbrach, von denen drei das Krankenhaus erst eine Woche später verlassen konnten.

 

Präsident Marcos Burruchaga da Silva (PT – Partido dos Trabalhadores); seit 1.1.2071
Außerministerin Maria Santana (PSDB – Partido da Social Democracia Brasileira)

 

Brasilien ist in 26 Bundesstaaten und den Hauptstadtbezirk Brasilia unterteilt. Jede dieser Territorien verfügt über ein eigenes lokales Parlament, die weitreichende Befugnisse und Zuständigkeiten besitzen. Regionalpräsidenten nutzen diese Position, um Zugeständnisse von der Regierung einzufordern, wenn diese für Gesetzesvorhaben oder andere politische Projekte die Zustimmung der Regionen benötigt. Ebenso blockieren sie natürlich Entschlüsse der Regierung, wenn diese einer anderen politischen Färbung zugehörig ist. Da in den 26 Bundesstaaten Regionalpräsidenten aus acht unterschiedlichen Parteien an der Macht sind, gestaltet sich das Durchsetzen von Reformen als äußerst schwierig und ist meist nur über massive Verwässerung der Projekte, Bestechung oder anderweitige Zugeständnisse möglich.

 

Die 10 größten Megacities (Großräume) und Millionenstädte

Sao Paulo 24,9 Mio.
Rio de Janeiro 15,3 Mio.
Salvador 4,5 Mio.
Fortaleza 4,1 Mio.
Belo Horizonte 3,8 Mio.
Brasilia 3,1 Mio.
Manus 3,0 Mio.
Curitiba 2,7 Mio.
Recife 2,3 Mio.
Porto Alegre, Belem und Campo Grande je 1,9 Mio.

 

Bevölkerungsstruktur

Bezeichnung Brasilianer
Gliederung 51,3 % Weiße; 40,1 % Mulatten und Mestizen; 6,2 % Schwarze; 1,2 % andere; ca. 300.000 Indigene (rd. 200 Ethnien), entspricht weniger als 0,1 %
Sprachen Portugiesisch; rund 180 indigene Sprachen (Tupi, Guarani, Ge, Arwak, Karib u.a.)
Religionen 77% Katholiken; 15% Protestanten (v.a. Pfingstler und Evangelikale), 4% religionslos; Minderheiten von Buddhisten, Muslimen und Juden; nicht selten bei Doppelkonfessionalität mit Bahai- und anderen indigenen oder afrobrasilianischen Kult- und Religionsrichtungen
Arbeitslosigkeit 22,5% (geschätzt, Brasilien legt seit 2054 keine offiziellen Zahlen vor)

 

Entwicklung im 21. Jahrhundert

Brasilien konnte durch seine wirtschaftliche Stärke und Entwicklung noch größeren Einfluss auf seine südamerikanischen Nachbarn gewinnen als es schon zuvor der Fall gewesen war. Mittlerweile sind nahezu alle anderen süd- und mittelamerikanischen Staaten mit Ausnahme von Mexiko von Brasilien in verschiedenen Formen abhängig, so dass von einer Quasihoheit Brasiliens über die anderen Staaten gesprochen werden kann. Brasilianische Militär- und Polizeieinheiten helfen Unruhen zu unterdrücken, wichtige Liegenschaften zu sichern und die Kriminalität zu bekämpfen. Dafür ließ sich Brasilien aber zusichern, dass die eigenen Truppen für Vergehen im Rahmen ihrer Hilfstätigkeit nicht belangt werden dürften und sie weitgehend autonom von den jeweiligen Regierungsapparaten agieren können. Da gerade die brasilianische Polizei selbst im Heimatland als weitgehend korrupt gilt, öffnete dies Tor und Tür für Reiche, sich gewisse Sonderrechte zu erkaufen und brasilianische Polizeiverbände für persönliche Interessen einzusetzen. Brasilien versucht diesem Missstand Herr zu werden, bleibt dabei aber weitgehend erfolglos. Die Nachbarstaaten dulden es ebenfalls, da ohne brasilianische Unterstützungen in den armen Ländern Südamerikas sicherlich mehrfach Aufstände ausgebrochen oder eskaliert wären.

Auch die Wirtschaft der Nachbarstaaten ist fast vollständig von brasilianischen Subventionen und Lieferungen abhängig, was Brasilien nicht selten ausnutzt, um verbilligte Schürf- und Förderungsrechte oder ähnliche Vorteile für eigene Unternehmen einzufordern. Mittlerweile ist die Vormachtstellung Brasiliens so erdrückend geworden, dass sich nur Chile, Argentinien und Venezuela nicht vollständig unter der Kontrolle des großen Nachbarn befinden. Doch auch dies scheint nur eine Frage der Dauer und einer brasilianisch-freundlich oder ausreichend korrupten Regierung in diesen Ländern zu sein. Brasilien selbst stellt diesen für seine eigene wirtschaftliche Entwicklung durchaus wichtigen Pfeiler als Hilfe für die Nachbarn dar, hingegen ist es für Kritiker nur eine schamlose Ausnutzung der Umstände, die von Zeit zu Zeit in Erpressung umschlage.

 

Die Afrikapolitik erwies sich als Hilfreich für das Wirtschaftswachstum, da brasilianische Unternehmen Zugang zu bisher überwiegend von asiatischen Firmen kontrollierten Märkten erhielten, sorgte aber auch für Verstimmungen mit Indien, die die entstandenen Lücken ebenfalls füllen wollten und Brasiliens recht plötzliches Interesse an Afrika als Eingriff in die eigene Interessen betrachtete. Dem indischen Unmut steht Brasilien jedoch recht unbeeindruckt gegenüber, auch wenn beide Seiten seither ihre Truppen in Afrika verstärkten und manche Beobachter fürchten, es könne in den nächsten Jahrzehnten zu einem Krieg zwischen den Großmächten um afrikanische Bodenschätze und Gebiete kommen, der letztlich nur auf dem Rücken Afrikas ausgetragen und dem schwarzen Kontinent, der ohnehin an Elend leide, den Todesstoß versetzen würde.

Neben Indien sind auch die USA für Brasilien keine politischen Freunde. Dies gilt in seltener Einigkeit für die sonst so zerstrittenen Nord- wie Südstaaten, die beide die USA als eigentliche Hegemonialmacht auf dem amerikanischen Doppelkontinent sehen und Brasilien für einen Emporkömmling halten. Ferner stört sich der erzkonservative, sittenstrenge Süden der USA an dem eher freizügigen Lebensstil der Brasilianer und ihrer falschen – nämlich katholischen – Sicht des Christentums. Mit dem Norden existieren lose diplomatische, eher frostige Kontakte, mit dem Süden keinerlei.

Das beste Verhältnis besitzt Brasilien zu den VEN, nicht zuletzt, aber nicht nur wegen ihrer gemeinsamen Tätigkeit bei den EBRA-Projekten. Auch die Handelsbeziehungen sind exzellent und gegenwärtig wird über einen zweiten Atlantiktunnel nach dem nordamerikanisch-europäischen Vorbild nachgedacht, der Spanien mit Südamerika verbinden soll. Grundsätzlich stehen sowohl das brasilianische Volk als auch seine Regierungen tolerant und offen allen anderen Staaten gegenüber.

 

Im selben Maße wie Brasiliens außenpolitischer Einfluss und wirtschaftlicher Wachstum zunahm, wurde die soziale Lage im Land immer kritischer. Armut ist in Brasiliens Vorstädten und Slumgebieten, den Favelas, weit verbreitet. Internationalen Schätzungen zu Folge sollen erschreckende 90% aller Menschen der Unterschicht angehören und 40% unterhalb der internationalen Kriterien für die Armutsgrenze im jeweiligen Land leben, was Zahlen sind, die eher auf ein Entwicklungsland als auf einen der Big Seven-Staaten hinweisen.

 

Aktuelle Situation: Politik und Soziales

Obwohl erst zu Beginn des Jahres eine neue Regierung vereidigt wurde, sprechen manche Koalitionspolitiker schon von Neuwahlen und einem Rückzug ihrer Partei aus der Koalition. Solche Drohgebärden sind in Brasilien politscher Alltag und schaffen es meistens nicht auf die ersten Seiten einer Tageszeitung.

Die aktuelle soziale Lage in Brasilien ist hingegen hochprekär. Schon seit Jahrhunderten werden die wohlhabenderen Stadtteile und Innenstädte von den schmutzigen Elendsgegenden und Slums umschlossen, die aus ärmlichen, schlecht gebauten Häusern, Wellblechhütten und ähnlichen menschenunwürdigen Behausungen bestehen. Hier herrschen erbärmliche Zustände und große Armut. Fließendes Wasser gibt es im besten Fall selten, in manchen Gebieten auch gar nicht. Die Straßen sind verschmutzt, verwinkelt und völlig unübersichtlich. Ein moderne Infrastruktur gibt es nicht, manche Gegenden sind nicht einmal mit Glasfaserkabeln oder anderen Verbindung für Internet und Telekommunikation erschlossen. Stürzen die baufälligen Häuser ein, werden an ihrer Stelle auf ärmlichste Weise neue errichtet, die kaum hoffen können, länger zu halten als ihre Vorgänger. Gewalt, Drogen und Verbrechen sind in den Favelas ebenso allgegenwärtig wie Elend, Hunger und Krankheit. Die meisten Menschen, die hier leben müssen – und das sind weit über die Hälfte der Großstadtbevölkerung –, haben kaum Zugang zu medizinischer Versorgung oder einem geregelten Schulwesen.

Um Überfälle und Plünderungen zu vermeiden wurden die Wohnviertel der Oberschicht sowie die wichtigen Finanzzentren in der Innenstadt gegen die Favelas schon vor mehreren Jahrzehnten mit Stacheldraht und hohen Mauern gesichert. Mittlerweile sind noch Selbstschussanlagen, lückenlose Videoüberwachung und hervorragend ausgerüstete, paramilitärische Sicherheitsdienste hinzugekommen. Diese gesicherten Gebiete verlassen die Reichen nur selten und wenn, dann in einer gepanzerten Limousine mit Sicherheitseskorte oder in Helikoptern. Auch die Innenstädte und Touristenviertel werden von hochgerüsteten, schwer bewaffneten Sicherheitskräften bewacht. Weite Teile der stadtnahen Strände sind nur noch mit Ausweisen zu erreichen, so dass Touristen und Mittel- und Oberschichtbürger beim Sonnenbad nicht mehr von bettelnden oder diebischen Jugendbanden belästigt werden.

Die Stimmung in Brasilien ist äußerst gereizt. In den Favelas brodelt es immer wieder und nicht selten kommt es zu Aufständen. Mangels der Fähigkeit, sich von den Reichen zu nehmen, was ihnen selbst fehlt, richtet sich die Gewaltbereitschaft der Unterschicht besonders in den Elendsvierteln immer wieder gegen die Mitbürger, die das gleiche Schicksal erleiden müssen. Hier zählt das Recht des Stärkeren und Polizeikräfte erscheinen nur für großangelegte Razzien und mit militärischer Unterstützung. Die vordergründige Macht in den Favelas liegt bei gewaltbereiten Bandenführern, die sich auf Kosten der anderen bereichern, doch ist ihr Einfluss gewöhnlich auf kleine Viertel begrenzt und ihre Banden sind unorganisiert und zerbrechen oft an Streit. Drogenhandel, Gewalt und Erpressung sind hier an der Tagesordnung und reiche Drogenbarone und Menschenhändler nutzen das Elend für ihre Zwecke.

Brasilien verfügt über exzellente Privatschulen, die jedoch nur den Eliten vorbehalten sind, während die Mehrheit der Bevölkerung nur unzureichende Schul- und Ausbildung genießt. Nicht wenige Kinder aus den Favelas erlernen nicht einmal das Lesen und Schreiben in akzeptablem Maße.

 

Trotz all dieser Probleme sind die Brasilianer ein lebensfrohes Volk, dessen Wesen vom südländischen Temperament bestimmt ist. Nach wie vor sind es der Karneval, die Liebe und der Fußball, der das Leben der einfachen Menschen prägt. Die Jungen träumen von einer Karriere als Fußballprofi in den reichen Profiligen der VEN, Russlands und Chinas. Mädchen eifern demselben Traum nach oder erhoffen sich eine Karriere als Sambakönigin im Karneval. Ausländern mag diese Hoffnung naiv erscheinen, doch machen solche Träume das Elend der Favelas erträglicher und einigen Wenigen ist das Glück beschieden, ihre Hoffnungen zu erfüllen und fortan als Vorbild verehrt zu werden.

Auch der katholische Glaube ist ein prägendes Element in Brasiliens Unterschicht. Die Menschen sind sehr gläubig und bis zu einem gewissen Grad schicksalsergeben, da sie ihr Leben als in Gottes Hand verstehen. Dieser Glaube wird nicht selten ausgenutzt, doch der Zorn auf die Oberschicht und die Reichen wächst immer weiter. Besonders die großen Finanzhilfen an andere Staaten, die Brasiliens Hegemonialstellung sichern sollen, erregen den Unmut der Menschen, die sich wünschen würden, dass diese Gelder in sozialen Projekten angelegt würden.

 

Rechtssystem

Das brasilianische Rechtssystem ist relativ liberal, aber sehr korrupt und misst mit zwei Maßen. Während einflussreiche Persönlichkeiten nahezu immun gegen Strafverfolgung sind, werden zur Abschreckung und zum Aufrechterhalten der Ordnung oft überharte Urteile gegen Angehörige niederer sozialer Schichten gefällt. Trotz des steigenden Einflusses der ökologisch orientierten Partido Verde (PV) werden Konzessionen zum Abbau von Rohstoffen in den brasilianischen Hoheitsgebieten (Regenwald, Antarktis) oftmals gegen bestehende Gesetze zu Gunsten der Wirtschaft erteilt.

Waffen sind in Brasilien offiziell verboten, jedoch für private Sicherheitsfirmen in immer stärkerem Umfang gestattet. In den Favelas sind Waffen erschreckend weit verbreitet und nicht selten trifft man auf Jugendliche mit automatischen Waffen. Dies wird nur bei Razzien und in ähnlichen Ausnahmefällen sehr hart geahndet, während die Elendsviertel sonst ein weitgehend rechtsfreier Raum sind.

Drogen sind in Brasilien ebenfalls strikt verboten, jedoch wird dies nur bei Ausländern und Touristen auch umgesetzt. Drogenkonsum in der brasilianischen Oberschicht wird toleriert und ist in den Favelas weit verbreitet. Die Mittelschicht und jene Teile der Unterschicht, die eine Arbeit besitzen, werden in regelmäßigen Abständen von ihren Arbeitgebern zu Drogentests gezwungen und bei positiven Ergebnissen entlassen und durch andere billige Arbeitskräfte ersetzt. Seitens der Justiz werden jedoch nur selten Schritte eingeleitet.

Die brasilianischen Gefängnisse sind weit überfüllt und weisen erschreckende hygienische Zustände auf, jedoch genießen sie zu Recht einen immer noch besseren Ruf als andere südamerikanische, afrikanische oder asiatische Haftanstalten.

 

Wirtschaft und Energie

Abgesehen von den Bereichen der Computerentwicklung und des Fahrzeugbaus gehört Brasilien in allen relevanten Segmenten der Weltwirtschaft zu den führenden Nationen. Das gewaltige Amazonasbecken mit seinen reichen Trinkwasser-, Mineral- und Holzvorkommen macht die brasilianische Wirtschaft nahezu autark von allen Rohstofflieferungen und versetzt sie in die Position, ohne Rücksicht auf andere Staaten und das politische Klima einen eigenen Wirtschaftskurs zu bestimmen. Die brasilianischen Administration as Service-Dienste helfen bei der Kontrolle und der Einflusserhaltung in den lateinamerikanischen Staaten und haben die USA und ihre entsprechenden Produkte zurückgedrängt. Während die brasilianische Produktionsindustrie boomt, herrscht im Bereich des Dienstleistungssektors noch Nachholbedarf. Besonders im Segment der Finanzdienstleistungen liegt Brasilien hinter den anderen Big Seven-Staaten zurück. Auch die Infrastruktur in den entlegenen Gebieten und die Kommunikationsvernetzung sind nicht auf dem aktuellsten Stand.

Im energiewirtschaftlichen Wettbewerb hat Brasilien hinter Russland den zweiten Platz im weltweiten Vergleich errungen. Kein anderes Land verfügt über so große Abbaustätten für Helium-3 auf dem Mond und so viele Fusionsreaktoren. Auch im Bereich der Energiegewinnung durch Biomasse ist Brasilien Marktführer. Neben den mittel- und südamerikanischen Staaten gehören hauptsächlich China, Indien und die USA zu den Ländern, die brasilianische Energieerzeugnisse erwerben, auch wenn manche US-Medien diese Abhängigkeit zu leugnen versuchen. Brasilien selbst liegt beim Stromverbrauch weit hinter den anderen Industriestaaten zurück, was nicht zuletzt an den großen Armutsviertel und vielen entlegenen, wenig technisch erschlossenen Gebieten liegt.

Von allen Big Seven-Staaten verfügt Brasilien sicherlich über die stabilste und ausgeglichenste Wirtschaft und besitzt die geringste Abhängigkeit von Rohstoffknappheiten und Preisschwankungen auf dem Weltmarkt.

 

Militär und Raumfahrt

Die Raumfahrt Brasiliens ist eng mit der VEN verbunden. Die gemeinsame Raumfahrtorganisation EBRA mit gleichberechtigten Zentren in Darmstadt und Manaus kann für sich eine führende Position in der Raumfahrt beanspruchen. Im Bereich des Abbaus von Helium-3 auf dem Mond sind Brasilien und die VEN führend. Zu Beginn dieser Kooperation stellte die VEN das Know-how und Brasilien die Finanzmittel, mittlerweile sind beide Seiten gleichberechtigte Partner in der Entwicklung und Brasiliens höherer finanzieller Aufwand wird durch größere Helium-3-Fördergebiete entlohnt. Die Raumfahrt ist aber mehr als nur ein bloßer wirtschaftlicher Faktor, sondern ein Prestigeobjekt, das den Nationalstolz der Brasilianer stark fördert.

 

Das brasilianische Militär ist ohne Frage führend in Südamerika, kann sich aber nicht mit den weltweiten Platzhirschen messen. Indien, Russland und die USA, vor allem aber China, besitzen deutlich modernere Streitkräfte, die über bessere Ausrüstung und bessere taktische Schulung verfügen. Luftwaffe und Marine Brasiliens sind überaltert und im Ernstfall sicherlich nicht mehr konkurrenzfähig. Das Hauptaugenmerk des brasilianischen Militärs liegt ohnehin auf den Landstreitkräften, die – von privaten, gut ausgebildeten und ausgerüsteten Sicherheitsfirmen unterstützt – auch immer mehr polizeiliche Aufgaben im Inland übernehmen müssen oder in befreundeten Staaten wie Peru und Paraguay stabilisierend einwirken sollen.

An der Spitze der Generalstäbe gibt es häufige Wechsel, die der Möglichkeit eines Militärputsches entgegen wirken sollen, aber auch dafür verantwortlich sind, dass die strategischen Fähigkeiten des Militärs beschränkter sind als in anderen Nationen.

 

Ziele und Stellung zu den Aliens

Die Ziele Brasiliens liegen in der langsamen aber sicheren Ausdehnung ihrer politischen und wirtschaftlichen Interessen in Afrika und dem gemeinsam mit Europa vorangetriebenen Ausbau ihrer Position auf dem Mond und im Orbit.

Sowohl die brasilianische Regierung als auch die Bevölkerung steht den Aliens überwiegend positiv gegenüber. Kritische Stimmen gibt es nur wenige. Von allen Industriestaaten besitzt Brasilien die zweitmeisten Medizinzentren und anderen Alien-Einrichtungen. Das Land war auch das erste, das den Aliens ein Botschaftsgelände anbot und ihnen mittlerweile sogar eine alte Armeebasis überließ. Die Stimmung in der Bevölkerung ist nach den jüngsten Erfolgen der Aliens im Kampf gegen das in Brasilien recht weit verbreitete FMF sehr wohlwollend. Ein führendes Fußballteam der ersten brasilianischen Liga, der FC Campo Grande, wechselte nach Ankunft der Aliens sogar seine Trikotfarbe von rot-blau auf grau, um die Grauen zu ehren, denen ihr an FMF erkrankter Präsident und Ex-Vereinsspieler Marcio Munetrao das Leben verdankt.

Die UNAISF stuft Brasilien als sehr Alien-freundlich und kollaborierenden Staat ein.

 

Republik Indien (IND)

Ein Gutachten der renommierten Ratingagentur Kline&Smith London stufte Indien zu Beginn des Jahres 2068 erstmals als führende Wirtschaftsnation der Welt ein. Diesen Platz hat Indien seither nicht mehr verlassen. Das größte Volk der Erde hat sich zum Hegemon Süd- und Südostasiens entwickelt und auch politisch wie militärisch die Vormachtstellung in Asien errungen, die der indische Staat gerne als Waffe der politischen Bedrohung einsetzt, um seine Nachbarn weiterhin im indischen Protektorat zu halten. Neben der Wirtschaft, die auch in den Krisenjahren stets weiterwuchs und von der scheinbar unbegrenzten Menge an Arbeitern profitierte, beruht der Erfolg und der Aufstieg Indiens auch auf seiner neuen Stellung als zentraler Bankenlandschaft der modernen Welt. Beobachter vermuten, dass in Kürze die indische Rupie dem Euro den Ruf als Leitwährung der Weltwirtschaft ablaufen wird, so wie einst der Euro den Dollar ersetzt hat. Die Bedeutung Indiens für den Bankensektor sieht man daran, dass die WTO 2069 erstmals einen Inder zu ihrem Leiter berief, obwohl dieses Amt traditionell in europäischer Hand lag.

 

Politische Landesstruktur

Indien existiert offiziell nach wie vor in seinen alten Grenzen, die es schon zu Beginn des Jahrhunderts besessen hat. Territoriale Zugewinne gibt es demnach nicht, jedoch sorgten die kriegerischen Expansionen seit Beginn der zweiten Hälfte des 21.Jahrhunderts für tatsächliche Zuwächse. Die Staaten Bangladesch, Laos, Kambodscha und Myanmar sind zwar faktisch gesehen selbständig, verfügen über eine eigene Regierung und gehören nicht zu Indien Jedoch besitzen sie eine relativ umfassende Abhängigkeit vom indischen Staat, der bei allen außen- und wirtschaftspolitischen Fragen dieser Länder das letzte Wort hat und vor allen Verhandlungen, Bündnisabschlüssen und Gesetzentwürfen konsultiert werden muss, wodurch Indien realistisch gesehen die Verwaltung der wichtigsten politischen Bereiche der genannten Staaten zufällt. Es handelt sich jedoch um weiterhin offiziell völlig eigenständige Staaten. Gleiches gilt für die eroberten Gebiete in Südchina. Daher finden die entsprechenden Gebiete keinen Einfluss auf die folgenden, staatlichen Daten.

 

Übersicht

Fläche   (Weltrang: 8 ) 3.287.623 km²
Bevölkerung (Weltrang : 1) 1.623.404.000
Bevölkerungsdichte 473,7 je km²
Hauptstadt Neu-Dehli
Amtssprachen Hindi, Englisch sowie 17 weitere Sprachen als Amtssprachen; zahlreiche lokale Sprachen in den jeweiligen Regionen
Währung 1 Rupie = 100 Paise; Kurs 1 € = 12,04 Rupien

 

Regierung

Das indische politische System ist seit Jahren durch die zersplitterte Parteienlandschaft geprägt, die sich in immer neuen Koalitionen zusammentun, um die Probleme des Landes zu bewältigen und die lukrativen Ämter unter sich aufzuteilen. Indien gilt als einer der korruptesten Staaten der Welt. Dies gilt sowohl für die einfache Bevölkerung, die am Existenzminimum lebenden Schichten als auch für die politische wie wirtschaftliche Elite. Die Korruption hält sich im indischen Parlament zwar offiziell in Grenzen, in Wahrheit stehen vom Ministerpräsident bis zum einfachen Abgeordneten aber fast alle Politiker auf den Lohnlisten der großen Wirtschaftsunternehmen.  Hierbei erweisen sich kleinstädtische Regionalpolitiker und Abgeordnete in den Parlamenten der 28 Bundesstaaten und 7 Unionsregionen als nicht weniger gierig und gerissen als ihre landesweit agierenden Vorbilder.

 

Staatspräsident Razschah Mukherjee
Ministerpräsident Verma Pyaar
Außenminister Damodar Khanna

 

Gegenwärtig besitzt Indien eine äußerst stabile Regierung, da in den letzten Wahlen eine der großen Volksparteien, die Lok Shaba (das Haus des Volkes), eine überraschend hohe Anzahl an Stimmen auf sich vereinigen konnte, so dass sie nur mit drei kleinen Parteien aus dem siebzehn Parteien umfassenden Parlament koalieren musste. Alle wichtigen Ministerämter liegen bei Lok Shaba, die kleinen Partner erhielten jeweils ein oder zwei wenig bedeutende Ministerien. Auch Staatspräsident Mukherjee gehört dem Haus des Volkes an.

 

Die zehn größten Megacities (Großräume) und Millionenstädte

In Klammern sind die europäischen Varianten der indischen Stadtnamen angegeben:

Mumbai (Bombay) 26,9 Mio.
Delhi 22,1 Mio.
Kolkata (Kalkutta) 20,6 Mio.
Bengaluru (Bangalore) 8,7 Mio.
Chennai (Madras) 7,7 Mio.
Ahmadabad 7,2 Mio.
Hyderabad (Haidarabad) 7,0 Mio.
Pune (Poona) 5,5 Mio.
Kanpur 3,7 Mio.
Jaipur 3,6 Mio.

 

Bevölkerungsstruktur

Bezeichnung Inder
Gliederung 97,8% Inder; Minderheiten von Tibetern, Chinesen und Europäern
Religionen 80,5% Hindus; 11,4% Muslime; 2,2% Christen; 2,1% Sikhs; 1,0% Buddhisten; 0,4% Dschainas; 2,4% andere, darunter 89.000 Parsen
Arbeitslosigkeit 3,2% offiziell, die inoffizielle Zahl dürfte um ein Vielfaches höher liegen

 

Entwicklung im 21. Jahrhundert

Im Schatten der rasant wachsenden Großmacht China, die wenigstens im ersten Drittel des Jahrhunderts alle Blicke auf sich zog, konnte sich Indien fast unbeachtet zu einem wichtigen Standort für Wirtschaft und Finanzwesen entwickeln. Der indische Markt wurde immer wichtiger und somit die indische Wirtschaft immer stärker. Nach dem chinesisch-indischen Flottenzwischenfall im indischen Ozean unterstützte Indien die separatistischen Kräfte in China mit Waffenlieferungen und Geld. Chinas Proteste verhallten ungehört, besonders als das Riesenreich in einen Bürgerkrieg stürzte und viel von seiner weltpolitischen Macht verlor, auch wenn stets von chinesischer Seite beteuert wurde, die Krise seit weit harmloser als Beobachter von außen es darzustellen pflegten.

Indien nutzte diese Schwächung Chinas radikal aus, um sich zur neuen beherrschenden asiatischen Macht neben Russland aufzuschwingen und dieses Land sogar zu überflügeln. Militärische Interventionen in Laos, Kambodscha, Myanmar und Bangladesch wurden mit an den Haaren herbeigezogenen Vorwänden betrieben, angeblich nur um soziale Ungerechtigkeiten zu beseitigen und Krisen einzudämmen, so dass der Frieden bewahrt bleiben könne. Auch bei den zentralasiatischen Staaten wuchs der indische Einfluss nach dem Zusammenbruch Chinas, dem dringend benötigte Unterstützungen seitens Indiens versagt wurden. Stattdessen übernahmen sie Chinas Stand als Hegemonialmacht für Zentralasien und taten alles, um China weiter zu schwächen und die Bürgerkriege zu fördern. In diesem Zusammenhang fiel Indien in Südchina ein und besetzte weite Gebiete unter dem Vorwand, seine eigenen Grenzen lediglich schützen zu wollen. Russland stand in diesem Vorgehen auf Seiten Indiens und hielt den Indern politisch gesehen den Rücken frei, indem sie die Energielieferungen an die europäischen Staaten nutzten, um Europa ruhig zu halten und beschwichtigend einzuwirken. Russlands Verhalten war freilich nicht von der puren Liebe zu Indien geprägt, sondern einzig darin bestrebt, Großchina eine bittere Niederlage beizubringen. Seither herrschen gute nachbarschaftliche und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Indien und der russischen Föderation.

Als Folge dieser Quasi-Eroberungen wurden meist indisch-freundliche Herrscher an die Macht gebracht, die großzügige finanzielle und politische Unterstützung erfuhren, um ihr Amt zu behalten und sie an Indien zu binden. Parallel dazu wurde der wirtschaftliche Aufschwung mit Steuervergünstigungen für indische Konzerne und erfolgreiche Unternehmen vorangetrieben. Auch die vordergründigen Beziehungen zu Pakistan entspannten sich insgesamt leicht, auch wenn die beiden Staaten erbitterte Feinde blieben. Das finanzielle Engagement Indiens zur Hilfe der Stabilität in Pakistan diente dem eigenen Schutz, in dem radikal-muslimische Kräfte unterdrückt werden konnten. Auch in Afrika fasste Indien gemeinsam mit China früh Fuß. Bis zum chinesischen Zusammenbruch herrschte eine gesunde, aber niemals kriegerisch anmutende Rivalität zwischen beiden Staaten.

Hingegen stellen das enorme soziale und finanzielle Gefälle innerhalb der Bevölkerung und stets wieder aufflammende religiöse Unruhen, bei denen die zahlenmäßig weit unterlegenen Muslimen meist aus dem Untergrund agierten. Bombenanschläge in den Großstädten und Gefechte im unwirtlichen Hinterland gehören seither in Indien zur Tagesordnung.

 

Aktuelle Situation: Politik und Soziales

Gegenwärtig startet das indische Militär eine Großoffensive gegen die muslimischen Rebellen im Norden des Landes. Derweil kämpft Präsident Mukherjee an anderer Front: Er versucht im Parlament, die Gesetzeslage zur Änderung der Statuen des Wahlrechts zum Staatspräsidenten durchzubringen.

Die den Staat seit der letzten Wahl führende Partei Lok Shaba versuchte umfangreiche Wirtschaftsprogramme zu initiieren. Dabei profitiert sie auch von der Zerstrittenheit der Opposition, die nicht in der Lage ist gemeinsame Kampagnen auf die Beine zu stellen oder sich wenigstens in Sachfragen in den Regionen zu einigen. Innerhalb der Partei gibt es aber einen Machtkampf zwischen dem Parteivorsitzenden Dilip Ananad, der die Partei seit Jahren aus dem Hintergrund führt und als Mentor von Ministerpräsident Pyaar gilt, und einer Gruppe jüngerer, aufstrebender Politiker, denen ihr eigener Aufstieg innerhalb der Partei zu langsam vorangeht. Sie bezeichnen sich als linker Flügel des Hauses des Volkes, jedoch haben ihre Ideale wenig mit wirklichem linkem Gedankengut zu tun. Vielmehr versuchen sie nur die sozialen Probleme des Landes zu ihrem Vorteil auszunutzen, um an die Macht zu gelangen. Seit dem mysteriösen Unfalltod ihres Rädelsführers Kumar Rai kursieren Geschichten über einen politischen Mord. Dass die als korrupt und der herrschenden Partei loyal geltende Polizei bei ihren Untersuchungen nachweislich dilettantische Fehler machte, verstärkte solche Gedankengänge noch. Für die UNAISF ist dieser Tod ebenfalls tragisch, da Kumar Rai ein Kontaktmann der Organisation war, so dass sich nun die Frage stellt, ob er ob seiner politischen Ambitionen, aus natürlichen Umständen oder wegen seiner Zugehörigkeit zum Unterstützerkreis der UNAISF sterben musste. Letzteres könnte daraufhin weisen, dass Alien-freundliche oder gar durch einen Inhibitor kontrollierte Kräfte in Indien die Existenz der UNAISF enttarnt und vielleicht schon an die Außerirdischen weitergegeben haben.

Neben diesem Thema steht auch ein neuer Assoziationspakt mit Russland aus, um die gemeinsame Zusammenarbeit weiter zu steigern.

 

Die vom linken Flügel der Lok Shaba benannte soziale Lage in Indien ist tatsächlich schrecklich, wobei keiner Partei allein die Schuld dafür gegeben werden kann. In den letzten Jahrzehnten wurde wenig auf das Wohl des einfachen Volkes geachtet, sondern sein Schicksal dem rasanten Wirtschaftswachstum geopfert. Die große Zahl an billigen Arbeitskräften machte einzelne Menschen leicht ersetzbar. Soziale oder medizinische Absicherungen gab und gibt es in Indien nur für jene, die sich teure Abschlüsse mit privaten Versicherungen leisten können.

Das Land ist überbevölkert und kann die Massen von Menschen trotz immer ausgereifterer und mit genetischen Veränderungen verbesserter Anbaumethoden nicht mehr ernähren. Mehr als 35% der Inder leben weit unter der Armutsgrenze, oftmals noch ohne Zugang zu fließendem Wasser und modernen sanitären Einrichtungen. Dem Staat fehlen die Mittel, diese Probleme anzugehen, da die schiere Masse der Bevölkerung auch nur geringe Pro-Kopf-Investitionen in schwindelerregende Höhen steigen lässt. Ferner investieren die Politiker lieber in Projekte, die der Wirtschaft zu Gute kommen oder arbeiten in die eigene Tasche. Auch die Investitionen in die ausländischen, scheinbar unabhängigen Staaten wie Laos und Kambodscha und die Besetzung Südchinas verschlingen Unsummen, die anderswo fehlen.

Trotz dieser Situation bleibt das indische Volk erstaunlich friedlich. Ein Aufstand aus sozialen Problematiken heraus scheint äußerst unwahrscheinlich. Weit gefährlicher ist die überkochende Stimmung zwischen radikalen Hindus und Muslimen. In vielen Großstädten, in denen Muslime noch deutlicher in der Unterzahl als auf dem entlegenen Land sind, finden nicht selten Jagdszenen statt, bei denen Muslime von fanatischen Hindus schikaniert werden. In immer geringer werdenden Abständen kommt es zu Übergriffen größerer Gruppen auf die Gotteshäuser der anderen Seite. In den letzten drei Jahrzehnten brannten 39 Moscheen, vor allem in Nordindien.

 

Die indische Polizei genießt einen schlechten Ruf. Sie gilt als schlecht ausgebildet, korrupt und willkürlich. Häufig wird von unmenschlichen Behandlungen von Gefangenen schon im Untersuchungsgefängnis berichtet, die entweder ein Geständnis erpressen oder auch bloß zur Befriedigung der sadistischen Tendenzen der Wärter dienen. Die indischen Gefängnisse gelten als überfüllt.

Das kulturelle Erbe Indiens, besonders das hinduistische, besitzt weiterhin große Bedeutung und hat nichts mit dem stärker werdenden Tourismus zu tun. Kühe gelten immer noch als heilig und genießen alle denkbaren Verheerungen und Rücksichtnahmen. Auch die rituelle Waschungen im Ganges gibt es noch immer, ebenso wie zahllose Prozessionen und Feste zu den hinduistischen Feiertagen.

 

Wirtschaft und Energie

In diesen Bereich besitzt Indien kaum Nachholbedarf. Der indische Haushalt ist wie so viele Staatshaushalte überall in der Welt zwar verschuldet, doch halten sich die Zahlen in Grenzen. Gemeinhin wird Indien als stärkste Volkswirtschaft gesehen. In allen großen und bedeutenden Marktsegmenten gehört Indien zu den führenden Mächten der Welt, muss jedoch seinen Strom und seine Energie auch aus dem Ausland kaufen, da Indien mittlerweile einen gigantischen Verbrauch an Energie besitzt und diesen trotz aller Anstrengungen und der Kombination verschiedener Modelle nicht decken kann.

 

Militär und Raumfahrt

Das indische Militär gilt weltweit als stärkstes Militär. Die indische Rüstungsproduktion läuft auf Hochtouren, um die Effizienz und Stärke der Armee zu steigern, dabei wird aber wenig auf den einfachen Infanteristen und dessen Schutz Wert gelegt, sondern nur auf die Entwicklung immer neuerer und  verbesserter Waffentechnologien.

Die Inder besitzen 2071 eigene Mondparzellen und einen von russischen Experten errichteten und aus Russland gekauften Orbitalaufzug. Ansonsten ist Indien in seiner orbitalen und extraorbitalen Entwicklung nur den Russen und Europäern unterlegen.

 

Ziele und Stellung zu den Aliens

Indien steht den Aliens sehr positiv gegenüber. Man hofft darauf, in Kooperationsverhandlungen einen Technologieaustausch vereinbaren zu können, damit Indien seine Stellung als Weltmarktführer weiter ausbauen oder wenigstens behaupten kann. Über kurz oder lang ist ein unvermeidbares Ziel die Lösung der Kaschmir-Frage, die Probleme mit Pakistan aufweisen würde. Manche Inder, die der alten Verbissenheit und Rivalität zwischen Indien und Pakistan aufgewachsen sind, würden auch einen atomaren Erstschlag gutheißen. Eine Militärstudie hat ergeben, dass man mit einer Wahrscheinlichkeit von 11% schnell und gezielt genug Zerstörungen an den pakistanischen Atomsilos vornehmen könnte, so dass diese keinen Angriff mehr erwidern könnte.

 

Den Aliens wurden im indischen Dschungel zwei ausgewählte Landemöglichkeiten fernab von jeder Zivilisation gewährt. Mit 47 Medizinzentren verfügt Indien über die größte Zahl an solchen Anstalten weltweit.

 

Kaiserreich Japan

Wie alle großen Staaten blieb auch Japan im 21. Jahrhundert nicht von Krisen und Katastrophen verschont. Wie Europa kämpfte das Japan gegen eine starke Überalterung der Gesellschaft und hatte eine stärkere Staatsverschuldung als die USA und China zu bewältigen, dennoch waren nicht Reformen und Neuordnungen der Weg aus der Krise. Die traditionsbewusste und starre japanische Gesellschaft ließ solche Veränderungen nur äußerst bedingt zu, sondern bot den Krisen Aufopferungsbereitschaft entgegen und saß manche Probleme einfach aus, bis sich eine Lösung ergab. So ist Japan von allen Großmächten des späten 21. Jahrhunderts am wenigsten verändert. Die strikte Sparpolitik, die das Land stabilisierte, ließ sich dank der in Japan verbreiteten Mentalität des Pflichtbewusstseins gegenüber dem Staat besser durch- und umsetzen als in anderen Staaten. Überdies sorgte die noch mehr als in anderen Großstaaten der Welt ausgeprägte Familienzusammengehörigkeit dafür, dass alte Menschen nicht allein auf die stark gekürzten staatlichen Renten angewiesen waren, sondern sich auf Unterstützung und Pflege im heimischen Umfeld verlassen konnten.

Letztlich waren es aber auch Wagemut und schieres Glück, die den Untergang und den Bankrott des japanischen Staates vermieden: Der Plan auf kostspielige Raumfahrtprojekte zu verzichten und stattdessen die eingesparten Gelder zur Erforschung der Tiefsee einzusetzen, erwies sich für Japan als bahnbrechender Meilenstein. Heute besitzt kein anderer Staat so viele und große Unterseestationen mit den damit verbundenen Wirtschaftsvorteilen. Geothermische Kraftwerke auf dem Meeresgrund sorgen zwar für eine neue, bis dahin völlig unbekannte Form der Umweltverschmutzung, sichern aber auch die Versorgung des Kaiserreiches mit Energie, was über Jahrzehnte hinweg eines der größten Probleme des Landes war, das zu lange an Kernspaltungsreaktoren und Kohlekraftwerken festgehalten und somit den Entwicklungsprozess auf dem Weg zur Kernfusion und regenerativen Energien verschlafen hatte. Überdies sichern unterseeische Abbaustationen die Versorgung Japans mit zahlreichen wertvollen Rohstoffen.

Aber auch Glück spielte eine Rolle, denn mit der Unterseeerforschung verbunden ist auch ein bis heute weitgehend geheim gehaltenes Projekt, das den Japanern einen gewaltigen Sprung in der technologischen Entwicklung sicherte. Auf dem Meeresgrund entdeckte Japan ein abgestürztes Raumschiff, in dem außerirdische Roboter einer fortgeschrittenen Generation entdeckt wurden. Zwar ist es Japan bis heute nicht möglich, solch hochkomplexe Roboter nachzubauen, doch der Einblick in ihre Herstellung erlaubte japanischen Wissenschaftlern, die mit weitem Abstand modernsten Roboter der Welt herzustellen, die heute in vielen Bereichen des Lebens zur Anwendung kommen. Dies gilt sowohl als Ersatz von Arbeitern in Fabriken, was die Auswirkungen der Überalterung der japanischen Gesellschaft abmildert, als auch zur Pflege von Alten und Kranken sowie beim Einsatz in manchen Tiefseegebieten, die für Menschen nur unter großem technologischen Aufwand besucht werden können.

Alles in allem hat Japan seine Probleme weitgehend überwunden und ist zu einem der stabilsten Staaten der Welt geworden. Alte Traditionen und Wertesysteme wurden gestärkt, als sie sich in der Krise bewährten. Während in vielen Teilen der Welt egoistische Bestrebungen das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben bestimmen, ist die Staatsbürgerschaftspflicht in Japan weiterhin ein verbreitetes Gut, auch wenn dadurch individuelle Interessen nicht gänzlich unterdrückt werden.

 

Politische Landesstruktur

Das japanische Staatsgebiet hat sich in den Jahren seit dem Beginn des 21.Jahrhunderts nichts nennenswert verändert. Einzig einige besonders flache Inseln im Pazifik sind durch das Ansteigen der Meeresspiegel in Folge des Klimawandels im Meer versunken, während andere auf Grund von Umweltverschmutzung gänzlich aufgegeben wurden. Für das ohnehin überaus dicht besiedelte Japan bedeutete dies aber keine großen Veränderungen. Einen schmerzlicheren Einschnitt stellt der Verlust der seit Beginn des 20. Jahrhunderts umstrittenen, teilweise umkämpften Kurilen da, die während der größten japanischen Krise im zweiten Viertel des 21. Jahrhunderts an Russland abgetreten wurden, um im Gegenzug weiterhin Energielieferungen zu erhalten. Bis heute gibt es starke nationale Bestrebungen, die eine Rückgewinnung der verlorenen Inseln fordern. Besonders radikale Gruppen schließen sogar einen militärischen Konflikt mit Russland nicht aus, wenn sich keine friedliche Einigung erzielen lässt.

Fläche   (Weltrang: 57) 377.837 km²
Bevölkerung (12) 132.357.000
Bevölkerungsdichte 350,3 je km²
Hauptstadt Tokio
Amtssprachen Japanisch
Währung Yen; 100 Yen = 0,99 Euro

 

Regierung

In Japan gilt nach wie vor die am 3. Mai 1947 in Kraft getretene Verfassung, die den Kaiser weiterhin als Staatsoberhaupt vorsieht, der seit Stärkung der konservativen Kräfte im Land während der Krisen des 21. Jahrhunderts durch 3 Verfassungszusätze wieder an Bedeutung und Einfluss gewonnen hat. Seine Position ist nunmehr nicht rein auf repräsentative Aufgaben beschränkt, sondern ihm steht die direkte politische Macht zu, Parteien oder Einzelpersonen von der Wahl auszuschließen, wenn diese keine „ausreichend nationale Gesinnung“ besitzen. Ebenso kann er bereits gewählte Vertreter absetzen oder die parlamentarischen Immunität einzelner Abgeordneter aufheben. Seit der Einführung dieses Instrumentes im Jahr 2058 machte der seit März 2042 amtierende Tenno Nadoshiva jedoch erst einmal davon Gebrach, um einen radikalen Parlamentarier zu entfernen, der offen eine militärische Lösung des Kurilen-Problems erwog. Weiteren Einfluss auf die Politik besitzt der Tenno nicht, gilt aber als moralisches und sittliches Vorbild der Nation. Er hält jährlich eine Rede zur Notwendigkeit der Aufopferung des Einzelnen für die Staatsinteressen. Er ist keiner politischen Fraktion zuzuordnen und spricht niemals Empfehlungen für Wahlen aus.

 

Premierminister Takashi Ono (liberaldemokratische Partei/LPD)
Außenminister Koichiro Kagawa (konservative Partei)
Energieminister Shinij Usami (konservative Partei)

 

Der Energieminister Shinij Usami besitzt eine herausragende Rolle im Parlament, da auch die gesamten Untersee-Einrichtungen des Landes und die damit verbundene Robotik-Produktion in sein Ressort fallen. Er gilt als sehr konservativer Mann und ist stolz auf seine Familientradition, die sich (angeblich) bis zum legendären Shogun Tokugawa Ieyasu zurückführen lässt. Für die UNAISF ist er ein unschätzbarer Verbündeter, da er aus dem riesigen Budget seines Ministeriums großzügige Mittel für die UNAISF zur Verfügung stellt. Seine große politische Bedeutung macht ihn aber auch zu einem verlockenden Ziel für die Aliens, um ihn zu ersetzen.

 

Die 10 größten Megacities (Großräume) und Millionenstädte

Tokio 11,3 Mio (Großraum Tokio-Yokohama 39,4 Mio.)
Osaka 3,3 Mio. (Großraum Oska-Kobe-Kyoto 22,4 Mio.)
Kobe 3,2 Mio
Yokohama 3,2 Mio
Nagoya 2,9 Mio. (Großraum 8,6 Mio.)
Kyoto 2,4 Mio
Sapporo 2,2 Mio. (Großraum 3,1 Mio)
Fukuoka 2,1 Mio. (Großraum Fukuoka-Kitakyushu 5,2 Mio.)
Saitama 1,9 Mio
Kawasaki 1,7 Mio.

 

Bevölkerungsstruktur

Bezeichnung Japaner
Religionen 92% Schintoisten; 82% Buddhisten (siehe unten); 2% Christen; 6% religionslos
Arbeitslosigkeit 2,2% nach offiziellen Angaben

 

Aktuelle Situation: Politik und Soziales

Die japanische Bevölkerungsstruktur zeichnet sich nach wie vor durch eine extreme Überalterung aus. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden Prognosen aufgestellt, die ein stetiges Abnehmen der japanischen Bevölkerung bis zum Ende des Jahrhunderts vorhersagten. Um 2070 sollte die Einwohnerzahl auf 50 Mio. gesunken sein. Die Rückkehr zu traditionellen familiären Strukturen, medizinische Fortschritte, eine gesteigerte Geburtenrate und nicht zuletzt der Einsatz von Robotern in kritischen Arbeitsbereichen sorgte jedoch für eine unverändert hohe Bevölkerungszahl. Die Überalterung ließ sich durch diese Methoden freilich nicht bekämpfen, sondern wurde eher verschlimmert. Heute ist etwa ein Drittel der Japaner über 60 Jahre alt, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 84,3 Jahren und damit die höchste weltweit. Die Bevölkerungsstruktur, die sich noch vor 25 Jahren als eine Sanduhr darstellte und ein erschreckend geringes Maß an Bürgern der Altersgruppe 25-40 Jahren aufwies, hat sich mittlerweile jedoch grundlegend geändert. Die seit 2035 durch staatliche Programme und die Rückbesinnung auf familiäre Werte geförderte Geburtenrate sorgt heute für eine ausgeglichene Bevölkerungsstruktur.

Die traditionellen Werte haben in Japan eine sehr große Bedeutung, was sich nicht zuletzt in den Konfessionen niederschlägt. 78% der japanischen Bevölkerung bekennen sich sowohl zum Schintoismus als auch zum Buddhismus, weshalb im Zusammenhang mit Japan oftmals von einem synkritischen Religions- und Weltbild gesprochen wird. Diese kulturell eher konservative Gesinnung hindert die Japaner nicht daran, eine große Vorliebe für alles Technologische zu besitzen, zeigt sich jedoch immer wieder in den zahlreichen mythologischen Elementen, die in japanischen Filmen und Computerspielen auftreten.

 

Wirtschaft und Energie

Japan verfügt weltpolitisch gesehen über eine eher zweitrangige Stellung in der Energiepolitik, jedoch sorgen die Unterseekraftwerke sowie in jüngster Zeit errichtete Kernfusionsreaktoren für eine ausreichende und für die Zukunft gesicherte Energieversorgung des eigenen Staates. Auch im Bereich der medizinischen Wissenschaften genießt Japan eine Sonderstellung. Das medizinische Versorgungssystem Japans gehört durch die modernen Techniken und in der Altenpflege eingesetzten Roboter zu den fortschrittlichsten der Welt. Die Konzentration auf die Robotik hat jedoch die Entwicklung kybernetischer Ersatzimplantate verzögert, so dass Japan in diesem Wirtschaftssegment eher hinterherhinkt.

Die japanische Wirtschaft stützt sich auf Schwerindustrie und Fahrzeugbau. Hauptelement ist jedoch die Computertechnologie, in der nach wie vor Indien die Vormachtstellung in der Welt genießt, Japan in den letzten zehn Jahren aber wieder deutlich aufholte. Prognosen zufolge wird Japan durch moderne Innovationen und visionäre neue Techniken, die auch im Zusammenhang mit der Robotik stehen, Indien bis 2080 wieder deutlich überflügelt haben.

Die Untersee stellt Japans wichtigsten Entwicklungsraum dar. Moderne Unterseekraftwerke, Forschungsstationen und erste Habitate unter Wasser in relativen Küstennähe sind in der gesamten Welt bahnbrechende Entwicklungsschritte, die mittlerweile von anderen Staaten wie den USA, China und der VEN in groben Zügen kopiert werden, jedoch können sich selbst alle anderen Nationen vereint nicht mit Japan in diesem Bereich messen. Es liegen keine offiziellen Zahlen vor, doch inoffiziellen Schätzungen zufolge besitzt Japan inklusive vermuteter geheimer von Energie- und Forschungsunternehmen sowie dem Militär genutzten Basen über mehr als 200 Unterseestationen.

 

Militär und Raumfahrt

Das in der Verfassung vom 3. Mai 1947 verankerte Verbot eines Militärs ist seit Beginn des 21. Jahrhunderts zunehmend aufgeweicht worden. Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts begann der japanische Staat die Armee konsequent aufzurüsten, was zunächst in einer Angst vor einer möglichen chinesischen Invasion begründet war. Anfängliche Bedenken von Kriegsgegnern, die gegen Einsätze in Zentralasien im Rahmen von UN-Missionen protestierten, verstummten angesichts eines stetig steigenden Nationalbewusstseins der Japaner immer mehr. Japan verfügt von allen Großstaaten noch immer über das kleinste Militärprogramm der Welt, jedoch über hervorragend ausgerüstete und moderne Verbände. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Marine. Die Untersee-Marine Japans befindet sich auf dem modernsten Stand der Technik und ist weltweit führend.

Die Raumfahrt ist hingegen ein von Japan fast vollständig vernachlässigtes Feld. Die hier eingesparten Gelder fließen in die Untersee-Forschung. Japan verfügt über keinerlei Mond- oder Erdorbitalstationen. Einzig ein kleines Forschungslabor, das die Japaner in Zusammenarbeit mit China unterhalten, zeugt vom nicht gänzlich geschwundenen Interesse der Japaner an entsprechender Forschung. Versuche, aus dem im Meer abgestürzten Raumschiff, dass für die Robotik-Entwicklung Japans so förderlich war, auch Erkenntnisse über die Raumfahrt zu gewinnen, blieben halbherzig und von wenig Erfolg gekrönt. Energieminister Shinij Usami hat jedoch ein für die folgenden Jahrzehnte angelegtes Entwicklungsprogramm in diesem Sektor angekündigt, dass 2075 starten soll und das ehrgeizige Ziel verfolgt, Japan im Bereich der erdfernen Raumfahrt zur führenden Nation weltweit zu machen.

 

Ziele und Stellung zu den Aliens

Japans Politik zielt auf eine Stabilisierung der Verhältnisse ab. Die verbesserten Kontakte zu China sorgen für militärische Sicherheit und Erfolge in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Die Beziehungen zu den VEN und Brasilien sollen in Zukunft weiter ausgebaut werden, da man in diesen neben China die wichtigsten Handelspartner für die kommenden Jahrzehnte vermutet.

 

Gegenüber den Aliens besitzt Japan ein sehr zwiespältiges Verhältnis. Einerseits scheinen die Neuankömmlinge wenig in das konservative Weltbild der Japaner zu passen und viele Menschen befürchten Veränderungen in den gesellschaftlichen Strukturen. Andererseits erfreuen sich bei der überalterten japanischen Gesellschaft gerade die Medizinzentren der Grauen größter Beliebtheit. Nach anfänglichen Bedenken der Regierung wurden jüngst mehrere Flächen in den Innenstädten durch Bau- und Abrissmaßnahmen geräumt, um Platz für neue Medizinzentren in guter Lage zu schaffen. Die Aliens besitzen ihrerseits an Japan das geringste Interesse von allen großen Nationen, da diese durch ihre geringe Weltraumforschung und die überwiegend auf die See beschränkten Streitkräfte eine geringe Bedrohung darzustellen scheinen. Auch die dicht bebaute Landesstruktur Japans, die keine entlegenen und somit für die geheimen Absichten der Aliens geeigneten Basen zulässt, schmälert das Interesse der Aliens an Japan.

Heute widmen wir unsere Aufmerksamkeit einem weiteren (genauer: dem größten) Power Player:

Großchinesische Staatenwelt

Kein anderes Land der Welt hat sich im Laufe des 21. Jahrhunderts so häufig und stark verwandelt wie China. Zu Beginn des Jahrhunderts waren sie die aufstrebende Großmacht, die um 2020 herum die USA als Weltmacht Nr. 1 ablösten. Einigen Wirtschaftskrisen und sanften, meist vordergründigen sozialen Reformen folgten die Eingliederungen Nordkoreas und Taiwans. Diese Entwicklung gipfelte in der Ausrufung Großchinas, was einen patriotischen Effekt hatte, der sich jedoch bald in eine separatistische Gegenbewegung verwandelte. Schon in den frühen Jahren des Jahrhunderts, als China noch aufstrebte und sich mit für andere Länder beängstigendem Tempo entwickelte, hatte es vielerorts im Land das Streben nach mehr Autonomie gegeben. Mit der wirtschaftlichen Schwächung und der zweiten Krisenphase Mitte des Jahrhunderts, als der chinesische Wirtschaftsboom endgültig ins Stocken geriet und schließlich zum Stehen kam, verstärkten sich diese Bestrebungen noch mehr. Trotz intensiver Bemühungen gelang es der Zentralmacht in Peking nicht, das Auseinanderbrechen des Riesenreiches zu verhindern, so dass heute sieben chinesische Staaten existieren. Diese verbindet neben der gemeinsamen Geschichte und Kultur und den zwei Hauptsprachen des Reiches ein gemeinsamer Wirtschaftsraum. Gemeinsam stellen sie immer noch eine Großmacht da, die auf Grund der engen Handelsstrukturen hier auch solche Einheit aufgeführt wird.

 

Politische Landesstruktur

China besteht 2071 aus sieben Einzelstaaten, von denen es sich bei zweien um Stadtstaaten ähnliche Agglomerationen, also ausgedehnten Ballungszentren handelt. Die fünf übrigen sind Flächenstaaten, die jedoch auch zum Teil von Verfall betroffen sind. Das Gesamtgebiet umfasst die Grenzen der Volksrepublik China zu Beginn des Jahrhunderts. Das zwischenzeitlich besetzte Nordkorea konnte nach dem Zerfall des Staates nicht gehalten werden und vereinigte sich mit Südkorea.

In der folgenden Aufteilung werden die Flächengrößen und Einwohnerzahlen nur gerundet angegeben, da sich die Grenzverläufe monatlich ändern und keine einheitlich anerkannte Grenzziehung festgelegt ist.

 

Guangdong ist einer der Stadtstaaten, wenn auch weit größer als man es sich unter dieser Beschreibung vorstellen kann. Das Gebiet umfasst das Mündungsdelta des Perlflusses (Zhu Jiang) und damit die daran gelegenen Millionenstädte Guangzhu, Foshan, Dong Guan, Hongkong und Macao sowie die beiden ehemaligen Sonderwirtschaftszentren Shenzhen und Zhuhai. Diese Einzelstädte und Industriezonen wuchsen Mitte des 21.Jahrhunderts in einander und sind heute kaum noch zu trennen. In dieser riesigen Megacity leben 2071 mehr als 42 Millionen Menschen. Einst bildete allein dieser Bereich etwa ein Viertel der chinesischen Wirtschaftskraft und ist heute die finanziell und wirtschaftlich weit aus stärkste Teilstruktur des alten Großchinas.

Fläche ca. 11.000 km²
Bevölkerung 42.304.417
Dichte 3845,8 je km²
Hauptstadt Guangdong-Ballungsraum
Regierung Song Gang-De, Präsident der Metropolregion

 

Die freie Stadt Hunan in Süden des zentralen Chinas ist der zweite Stadtstaat, ebenfalls ein riesiger Stadtkomplex von fast 31 Mio. Einwohnern, jedoch nicht so weitläufig wie Guangdong und auch wirtschaftlich nicht ganz so stark, was mitunter daran liegt, dass Hunan nicht direkt am Meer, sondern nur am Jangtsekiang liegt, so dass seine Waren zwei andere chinesische Teilstaaten – Zentralchina und Ostchina – über den langen Fluss befahren müssen, um zum offenen Meer zu gelangen. Hunan ist zu 90% von Zentralchina eingeschlossen, nur im Südwesten grenzt es an die Republik Yunnan.

Fläche ca 6.000 km²
Bevölkerung 30.930.280
Dichte 5155 je km²
Hauptstadt Hunan
Regierung Jian Ning, Präsident des Stadtparlaments

 

Xinjiang ist der mit Abstand größte Flächenstaat unter den Erben Großchinas. Er umfasst den kompletten Nordwesten und Westen des alten Reiches, damit aber auch die ärmsten und wirtschaftlich am wenigsten erschlossenen Gebiete, die Wüsten und weiten Ödlande. Hingegen beherbergen diese Teile Chinas zahlreiche Rohstoffvorkommen, die jedoch nicht planmäßig abgebaut werden, da in Xinjiang immer noch Warlords um die Macht kämpfen. Chinesische Unterweltkartelle haben hier großen Einfluss. Der Teilstaat umfasst die alten Provinzen Xinjiang, Quinghai, Gansu, Ningxia sowie die größten Teile der Inneren Mongolei und jene zwei Drittel von Tibet, die nicht nach dem Zerfall Großchinas unabhängig wurden.

Fläche ca 3.400.000 km²
Bevölkerung ca. 128.000.000
Dichte ca. 37,6 je km²
Hauptstadt Urumchi
Regierung sechs große und eine unbekannte Anzahl an kleinen Warlords

 

Beijing-Jelin: Im Nordosten Chinas liegt das Reich Beijing-Jelin, das neben den beiden namengebenden Regionen Großchinas auch dessen alte Gebiete Hellngjiang, Liaoning, Hebei, Shanxi, Shaanxi und Shandgond sowie das östliche Drittel der Mongolei umfasst. Dieser Nachfolgestaat gilt als militärisch am besten gerüstet und strebt als einziger mit offiziellem politischen Anspruch die Widervereinigung Chinas an. Es sind die Restgebiete der alten Pekinger Zentralregierung und ihrer Verbündeten. Die militärischen Mittel sind zwar beeindruckend, reichen aber nicht aus, um mehr als zwei der anderen Staaten gleichzeitig zu bekämpfen. Gegenwärtig liegen sie im Konflikt mit Xinjiang und Zentralchina, wobei Beijing-Jelin in die Gebiete Zentralchinas eingefallen ist, um sie zu erobern, während an der Westgrenze Xinjiang der Aggressor ist. Drei der hier ansässigen Warlords wollen ihr Territorium ausbreiten und vorallem die wirtschaftlich weit wertvolleren Regionen Beijing-Jelins erobern. In Beijing-Jelin sind die alten pseudo-kommunistischen Strukturen mit einer allein regierenden Partei noch erhalten geblieben, doch auch hier herrscht der Kapitalismus.

Fläche ca. 2.250.000 km²
Bevölkerung ca. 406.000.000
Dichte ca. 180,4 je km²
Hauptstadt Beijing (Regierungssitz ist jedoch auf Grund der grenznahen Lage der Hauptstadt  gegenwärtig die Stadt Shenyang)
Regierung Guan Shi, Partei- und Staatsratsvorsitzender

 

Ostchina erstreckt sich von Nord nach Süd entlang der ostchinesichen Küste und umfasst neben den Provinzen Jiangxi, Fujian und Zhejiang auch die wirtschaftlich wichtigen Städte am langen Fluss (Jangtsekiang) – Shasi, Wuhan, Nanjing und Shanghai – sowie mehrere Millionenstädte an der Küste. Ostchina ist eng mit Japan und Korea verbündet und ein liberaler, rein auf den Handel ausgerichteter Staat. Um vor weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen Ruhe zu haben, zahlt Ostchina den ärmeren Regionen Zentralchina und Beijing-Jelin jährliche Abgaben, die die beiden Schwesterstaaten nutzen, sich untereinander zu bekriegen.

Fläche ca. 1.200.000 km²
Bevölkerung ca. 386.000.000
Dichte ca. 321,3 je km²
Hauptstadt Shanghai
Regierung Zhao Tao-Tian, Ministerpräsident

 

Zentralchina ist der einzige Teilstaat, der an alle sechs anderen Staaten grenzt, und ist daher ständig in Kämpfe und Grenzstreitigkeiten verwickelt. Diese Republik ist auch innenpolitisch höchst instabil, da seine Parteien aus den Clans einflussreicher Familien bestehen, die einander erbarmungslos bekämpfen und selbst die Schwächung des eigenen Staates in Kauf nehmen und nutzen, sich selbst eine bessere Position zu verschaffen. Zentralchina umfasst Anhui, Sichuan, Chongqing und einen Teil der Provinz Guangdong. Die Republik schließt die freie Stadt Hunan fast komplett ein kontrolliert mit Teilen der Flüsse Jangtsekiang und Zhu Jiang zwei der wichtigsten Wasserstraßen Chinas, erreicht selbst aber mit keinem Stück seines Gebietes die Küste.

Fläche ca. 1.600.000 km²
Bevölkerung ca. 334.000.000
Dichte ca. 208,8 je km²
Hauptstadt Chongqing
Regierung Wang Dong-Cai, Staatsratspräsident

 

Der letzte Teilstaat ist Yunnan im Südosten Chinas. Ihm gehören die Insel Hainan sowie kleine Teile Tibets und die alten Provinzen Yunnan, Guizhou und Guangxi an. Bis auf kleine Gebiete von Guangxi und die Insel Hainan ist dieses Gebiet jedoch von indischen Truppen besetzt. Die ansässigen Warlords führen einen Guerilla-Krieg gegen die weit besser ausgerüsteten indischen Truppen, erzielen dabei aber nur geringe Erfolge

Fläche ca 1.200.000 km²
Bevölkerung ca. 293.000.000
Dichte ca. 244,1 je km²
Hauptstadt eigentlich Kunming, gegenwärtig jedoch Haikou auf der Insel Hainan, da Kunming von den Indern besetzt ist
Regierung offiziell Ministerpräsident Huang Meng, in besetzten Teilen haben gegenwärtig jedoch lokale Warlords die Macht

 

Entwicklung im 21. Jahrhundert

Chinas Entwicklung verlief zunächst vielversprechend und der Aufstieg zur führenden politischen, militärischen und wirtschaftlichen Macht war unausweichlich, doch wie in vielen Staaten wurden Probleme zugunsten steten Wachstums auf die lange Bank geschoben und weitgehend ignoriert. Dies rächte sich bitter. Wurden die ersten Krisen durch die harte Linie des Staates bewältigt, so konnten die separatistischen Bestrebungen nicht aufgehalten werden. Es folgte die zweite Epoche der Warlords, die schon einmal im frühen 20. Jahrhundert China geprägt hatten. Die aus der Zersplitterung entstandenen Staaten nahmen denkbar unterschiedliche Entwicklungen im Lauf der letzten Jahrzehnte. Während Ostchina und die beiden Stadtstaaten weiter aufblühten und enormes wirtschaftliches Potential entwickelten, hatten die übrigen Staaten mit zunehmender Armut und wirtschaftlichem Niedergang zu kämpfen, der durch die fortwährenden Konflikte und Kriege zwischen Warlords und Machthabern noch verschärft wurde. Aber schon bald mussten auch die Wirtschaftszentren feststellen, dass sie stark unter der Zersplitterung litten, da ihnen nun die Millionenheere der Wanderarbeiter fehlten, deren günstige Arbeitskraft stets Triebfeder und Grundlage der chinesischen Entwicklung gewesen waren. Die massenhaft billigen Arbeitskräfte die zunächst China und im Laufe des gesamten Jahrhunderts Indien groß gemacht hatten, waren nicht zu ersetzen, auch wenn versucht wurde, sie aus anderen chinesischen Teilstaaten, sowie Korea, Laos und Kambodscha anzuwerben.

Das schwerste Schicksal hatte der Staat Yunnan zu ertragen, der von Indien erobert wurde und seine unter schweren Opfern erstrittene Selbständigkeit wieder verlor.

 

Aktuelle Situation: Politik und Soziales

Die Kämpfe zwischen den chinesischen Teilstaaten halten vor allem im Norden zwischen Beijing-Jelin, Xinjinang und Zentralchina weiterhin mit unvermittelter Härte an. Menschenrechtsorganisationen prangern immer wieder schwerwiegende Kriegsverbrechen an. Im Osten und Südosten hingegen hat sich die Lage weitgehend stabilisiert und die Kriegswunden heilen. In diesen Bereichen ist die Wirtschaft Chinas weiterhin stark und weltweit konkurrenzfähig, wenn auch nicht mehr wie in der ersten Hälfte des Jahrhunderts, als man in fast allen Segmenten Marktführer war.

 

Beijing-Jelin: Die nach altem kommunistischem Vorbild gestaltete Regierung leidet unter ihren antiquierten Strukturen, die sie lähmen und der modernen Zeit nicht mehr entsprechen. Ohne die Wirtschafszentren in Süden und Südosten kann das Reich nicht an die Zeit Großchinas anknüpfen, auch wenn dies nach wie vor das erklärte Staatsziel ist. Die ständigen Überfälle der Warlords aus den armen Regionen Xinjiangs binden große Truppenkontingente im Westen, so dass der Vormarsch gegen die beinahe schon geschlagenen Truppen Zentralchinas nur stockend vorangeht. Die soziale Lage in Beijing-Jelin ist alles andere als angenehm. Die Zerstörung der Kriege konnte nie beseitigt werden, da die Gelder der Regierung ununterbrochen in die Stärkung der maroden Wirtschaftsanlagen und die Kriegsführung fließen. Für soziale und bauliche Projekte, einst ein Prestigeobjekt der chinesischen Regierung, bleibt nur wenig übrig. Mehrere Städte liegen noch in Trümmern, einzig die alte Hauptstadt Beijing und der aktuelle Regierungssitz Shenyang wurden notdürftig wieder aufgebaut.

 

Xinjiang: Kein chinesischer Staat ist ärmer und verfügt über weniger nutzbare Industrieanlagen. Schon zur großchinesischen Zeit wurden die Ödlande, Bergregionen und Wüsten des Nordwestens weitgehend vernachlässigt, so dass sich dort keine neuen Strukturen herausbilden konnten. Den Warlords wird hier kein geordneter Widerstand entgegen gesetzt. Überfälle auf die Nachbarstaaten und kämpfe mit anderen Warlords bestimmen den Alltag in dieser gefährlichen Provinz Die Menschen lebten schon seit jeher in Armut in diesen Gebieten, wurden oftmals durch Familienmitglieder, die sich als Wanderarbeiter verdingten, notdürftig über Wasser gehalten. Mit der Zersplitterung Chinas ist das Elend in Xinjiang nur größer geworden. Hunger und Armut prägen das Bild des Landes. Die meisten Menschen können weder schreiben noch lesen und verfügen über kein fließendes Wasser oder Elektrizität. Sie leben von ihren kargen Feldern, bzw. dem, was die Warlords und ihre Schergen ihnen lassen.

 

Ostchina: Als einziger Flächenstaat in China konnte das Ostreich den wirtschaftlichen Stand der Vorkriegszeit wenigstens ansatzweise halten. Die wahre Herrschaft in diesem Land besitzen reiche Investoren, die die Politik fest im Griff haben und sich derer wie Marionetten bedient. Der Kapitalismus wird hier ausgeprägter betrieben als in Großchina vor dem Krieg. Viele Menschen leben in Armut, was der Staatsentwicklung ironischerweise zu Gute kommt, da sie in den eigenen Landesgrenzen als Wanderarbeiter dienen oder an benachbarte Staaten verliehen werden.

 

Zentralchina: Von Angriffen der Warlords aus Xinjiang und den regulären Armeeverbänden von Beijing-Jelin bedrängt steht der zentralchinesische Widerstand kurz vor dem Zusammenbruch. Auch die Wirtschaft hat sich deutlich verschlechtert. Experten für die politische Entwicklung in der Region vermuten eine weitere Zersplitterung dieses Landes in Dutzende von Kleinstaaten, von denen viele wiederum in Beijing-Jelin aufgehen werden, wenn diese den Druck von Norden her aufrecht erhalten können, was angesichts der schwindenden Kräfte und Finanzen des nordöstlichen Nachbars zweifelhaft erscheint.

 

Yunnan: In weiten Teilen herrscht die indische Armee über das Land und beutet die nicht geringen Rohstoffe aus. An Wiederaufbau nach der Zersplitterung ist nicht zu denken, stattdessen fügen sich die Yunnan-Chinesen in ihr Schicksal oder kämpfen in vielen kleinen Milizgruppen unter der Führung lokaler Warlords gegen die Besatzer, aber auch unter einander. Die Insel Hainan, die der Eroberung trotzen konnte, entwickelt sich hingegen recht beachtlich.

 

Guangdong: Die riesige Metropol-Region ist einer der Wirtschaftsgiganten Ostasiens und besitzt das größte Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt der Welt. Die Wirtschaft boomt dank Arbeitskräften aus Zentralchina, die für billiges Geld gerne nach Guangdong kommen, um den Kriegen in ihrer Heimat zu entgehen, jedoch werden sie regelmäßig wieder abgeschoben, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Guangdong unterhält gute Beziehungen zu Japan, den Tigerstaaten und Indien. Die sozialen Verhältnisse sind gemessen an denen in den restlichen Teilstaaten Chinas hervorragend und die Arbeitslosigkeit gering.

 

Hunan: Die streng von starken Eliteverbänden abgeschottete Stadt ist eine wichtige Wirtschaftsmacht der Region, vor allem aber die größte Bastion für chinesische Kultur in diesen unruhigen Zeiten. Das kulturelle Leben blüht und die soziale Lage ist wenig bedenklich. Hunan wirkt wie eine kleinere Ausgabe des riesigen Guangdong, besitzt aber eine gemäßigtere Finanzpolitik und bessere Sozialsysteme.

 

Wirtschaft und Energie

Die Verhältnisse in den verschiedenen Teilstaaten könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Guangdong, Hunan und Ostchina über eine gesunde Wirtschaft und geregelte Finanzen verfügen, die ihnen erlauben auf dem internationalen Markt eine gewichtige Rolle zu spielen, lahmt die Wirtschaft in allen anderen Staaten. Besonders die engen Wirtschaftsbeziehungen untereinander und zu Japan sind Garant für die gute Entwicklung.

China war seit jeher ein Energie verschlingender Moloch. Dies hat sich in den Wirtschaftszentren nicht geändert. In Xinjiang und Beijing-Jelin hingegen sind Strom und Energie Luxusgüter, die nur Reichen dauerhaft zur Verfügung stehen, während die einfache Bevölkerungen mit teils geplanten Abschaltungen des Stromnetzes zur Einsparung alle paar Stunden oder gar gänzlich ohne eine geregelte Energieversorgung leben muss.

 

Militär und Raumfahrt

Das Militär hat unter den ständigen Kriegen gegeneinander sehr gelitten. Besonders die einst stärksten Truppen, die Beijing-Jelin dienten, sind arg geschwächt und aufgerieben durch die ununterbrochenen Feldzüge. Und auch die Truppen der Warlords aus Xinjiang und Yunnan sind eher schlecht ausgerüstet. Moderne Rüstung findet in China mangels Industriekapazitäten nur in den wirtschaftlich gesunden Staaten Guangdong, Hunan und Ostchina statt, die auf diese Art ihre Grenzen wirksam schützen können. An Expansion sind sie weniger interessiert, da sie einst Triebfedern der Separation waren und keinen Grund sehen, die wirtschaftlich schwächeren Regionen einzunehmen, da dies nur eine wirtschaftliche und finanzielle Belastung darstellen würde. In einem Krieg gegen Indien oder Russland wären die chinesischen Teilstaaten ohne Chance, wenn sie ihre Kräfte nicht vereinen würden.

An Raumfahrt ist in China gegenwärtig nicht zu denken. Alle entsprechenden Organisationen existieren nicht mehr, Abschuss- und Produktionsanlagen sind zerstört. Die Helium-3-Vorkommen, die China einst besaß, sind mittlerweile zwischen Russland, Indien und der EBRA aufgeteilt.

 

Ziele und Stellung zu den Aliens

Die Ziele der Staaten sind höchst unterschiedlich, jedoch bemühen sich alle intensiv um die Freundschaft der Aliens und lassen die Errichtung ihrer Medizinzentren, Botschaften und anderen Liegenschaften bereitwillig zu. Jeder der Staaten hofft darauf, von der Alientechnologie und der Freundschaft der Grauen profitieren zu können, um seine irdischen Ziele durchzusetzen.

 

Beijing-Jelin hat zwei große und ehrgeizige Ziele: Die Absicherung gegen Russland und die Wiedervereinigung der chinesischen Staatenwelt unter dem eigenen Banner, in Xinjiang hingegen streiten die Warlords nur um die Macht untereinander und begnügen sich mit kurzfristigen strategischen Erfolgen und finanziellen Gewinnen, die die eigene Machtbasis stärken. Yunnan strebt nach Freiheit von der indischen Herrschaft, Zentralchina kämpft nur ums Überleben. Die Interessen Ostchinas, Guangdongs und Hunans hingen sind streng wirtschaftlich orientiert. Politisch gesehen sind sie mit dem Erhalt des Status quo zufrieden.