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Organisation

Fisher Communications

Fisher ist ein weltweit operierender Medienkonzern, der seinen Hauptsitz in London in den VEN hat. Er engagiert sich sowohl mit Fernsehsendern in zahlreichen Ländern (darunter auch einige der größten Pay-TV-Kanälen), mit Zeitungen im Bereich der Printmedien, aber auch bei der Herstellung und dem Vertrieb von Telekommunikationsartikeln. Fisher gilt als Marktführer in den meisten medialen und multimedialen Bereichen. Mit United Artists gehört dem Megakonzern auch einer der größten Filmproduzenten in der westlichen Hemisphäre. Zahlreiche Filmstars wie Jessica Benoit und Martin den Bakker sind fest bei United Artists unter Vertrag. Gleiches gilt mit Fisher Musics und den Musikstars Elena Sabrachenkova und Gabriel Esoduros für den Bereich der modernen, zeitgenössischen Musikszene.

Das Interesse des Konzerns liegt nicht nur im Verdienen von Geld, sondern auch an der Manipulation der politischen Meinungsbildung. Mit den Fernsehsendern GE (Global Europe) und AN (American News) hat der Konzern entscheidenden Einfluss auf die Wahlen in beiden US-Teilstaaten sowie den VEN. Die Geschwister Maximilian und Esther Fisher, denen ihr Vater, der Gründer von Fisher Communications, gleiche Teile an seinen Aktienpaketen vererbte, kontrollieren und führen den Konzern äußerst erfolgreich und arbeiten ständig an den Expansionsmöglichkeiten. Besonders der asiatische Markt, allen voran Indien, sind die Hauptzielgebiete für die Entwicklung des Konzerns in den nächsten Dekaden.

Fisher nimmt keine offizielle Stellung zu den Aliens, jedoch sind diese gut für das Nachrichtengeschäft, so dass Fisher daraus Gewinn ziehen kann.

New Age Outlaws

Die New Age Outlaws (NAO) entstanden in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts als Hacker-Gruppe in den Weiten des Internets, die sich zunächst gegenseitig mit gewagten Angriffen auf große Internetportale zu überbieten versuchte. Attacken gegen den Ölmulti British Petroleum und die Homepage der republikanischen Partei Amerikas waren ihre zunächst größten Erfolge. Ihre Hacks waren stets Zeichen des Protests gegen Kapitalismus und Globalisierung und wurden oftmals mit einem gewissen Humor ausgeführt. Höhepunkt dieser Tätigkeit war der Angriff auf das Portal der russischen Regierung, auf dem für 27 Minuten ein Intro-Video zu sehen war, in dem eine Ministerpräsident Bolianov in einem Minirock tanzte und sich mit Geld Zigaretten anzündete. Auch wenn Bolianov und die Geheimdienste Russlands diesen Scherz weniger gelungen fanden als der größte Teil der Internet-Gemeinde entstand bei dieser wie auch bei den meisten anderen Aktionen der NAO kein dauerhafter Schaden.

Im Laufe der Jahre wurde die zunächst völlig unorganisierte Gruppe immer anspruchsvoller und es begann sich eine Führerschaft herauszubilden, die den Aktionen der NAO eine Richtung vorgab und durch diese Bündelung zu einer größeren Gefahr für Regierungen und Konzerne werden ließ. Der erste Vorfall, bei dem die NAO nachhaltigen Schaden anrichtete, war ein Angriff auf das Steuersystem des öffentlichen Personennahverkehrs in Japan. Es wurde nicht zum Absturz gebracht, sondern zunächst unbemerkt sabotiert. Daraus resultierten mehrere Dutzend schwerste Unfälle, von denen der Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitspersonenzüge bei Kobe die größte Aufmerksamkeit erfuhr. Die Aktionen der NAO wurden in den folgenden Jahrzehnten immer extremer und richteten zunehmend Schaden an. Die einstige Anarcho-Gemeinde, die sich gegenseitig mit lustigen Internet-Streichen übertreffen wollte, hatte sich Stück für Stück in ein Netzwerk weltweit agierender Terroristen verwandelt, deren Triebfeder Nihilismus und der Wunsch nach Anarchie waren. Ihre Angriffe richteten sich immer mehr gegen Konzerne und kapitalistische Großunternehmen. 2063 gelang ihnen ein Eindringen in die Datenbank des afrikanischen Finanzkonzern Bank of North Africa, dessen komplette Kontoführung gelöscht wurde, in deren Zug alle Gelder auf zufällig ausgewählte Privatkonten in Afrika und Südamerika transferiert wurden. Diese Aktion brachte der NAO viele Sympathien und den Spitznamen “Hoods des 21. Jahrhunderts” in Anlehnung an den britischen Volkshelden Robin Hood ein, hatte jedoch auch fatale Auswirkungen, da fortan die von der Bank of North Africa ausgegebenen günstigen Kredite für Saatgut an Bauern in der Region ausblieben und eine Hungersnot folgte.

Trotz dieser und anderer zweifelhafter Aktionen genießt die NAO bei vielen Globalisierungs- und Kapitalismuskritikern große Sympathie. Zwei weitere Vorkommnisse, die oftmals der NAO angelastet werden, auch wenn diese sich nie öffentlich dazu bekannt hatten, sind der Anschlag auf die US-amerikanischen Atomkraftwerke, die zur Verseuchung weiter Teile Nordamerikas führten, und das Hacken eines chinesischen Militärsatelliten.

Die einst führer- und führungslose Massenbewegung des Internets besitzt auch 2071 keine klar erkennbare Struktur, doch eine Gruppe von acht bis zwölf anonymen Führern, die auf Grund ihrer Popularität großen, meinungsbildenden Einfluss auf die Mitglieder der New Age Outlaws besitzen. Sie sind die Triebfeder hinter den nihilistischen Anschlägen der jüngeren Vergangenheit und werden weltweit von Geheimdiensten und Polizeiapparaten gesucht. Die Aktivitäten der NAO ist auch nicht mehr wie in ihrer Gründungsphase auf den Cyberspace beschränkt, sondern dehnen sich auch auf terroristische Aktivitäten wie Morde und Bombenanschläge aus. Ihre Motivation beruht nicht wie bei den Terroristen zu Beginn des Jahrhunderts auf fanatischem Glauben, sondern auf dem Kampf gegen Kapitalismus und das weltweite Wertesystem. Manche Mitglieder sind fehlgeleitete Idealisten, die einer pervertierten Ideologie anhängen, andere jegliche Moral und gesellschaftliche Ordnung verneinende Nihilisten, die die Welt einfach nur gerne brennen sehen.

Phoenix Logistic Systems (PLS)

Hinter diesem unauffälligen Namen verbirgt sich der größte, private Sicherheitskonzern der Welt. Sein Gründer Joaquim Fernandez, halb spanisch und halb US-amerikanischer Abstammung, hat das betagte Alter von 91 Jahren erreicht, ist aber immer noch geistig in der Lage, dass Unternehmen in allen wichtigen Entscheidungen zu führen. Seine beiden Mitgründer sind mittlerweile tot und nicht wenige Gerüchte ziehen eine Verbindung zwischen Fernandez und deren Unfällen. Das operative Tagesgeschäft überlässt er seinen Geschäftsführern, die strategischen Entscheidungen des Konzerns liegen immer noch bei Fernandez. Phoenix Logistic Systems (PLS) bildet Soldaten des US-Militärs aus, produziert Panzer und Einsatzfahrzeuge und führt kleiner Kommandoaufträge mit eigens dafür unter Vertrag genommenen geübten und sehr kampferfahrenen Söldnern. War PLS zunächst nur in den USA tätig, besitzt der Konzern mittlerweile auch Verträge mit Kanada, der VEN und einem Dutzend kleineren Staaten, wenn auch die USA Hauptpartner bleiben.

Der Konzern bevorzugt dabei weder die Nord- noch die Südstaaten. Seine Gelände und Stützpunkte befinden sich auf beiden Seiten der Grenze, eine Hauptzentrale hat PLS ganz bewusst nicht mehr, um keiner Konfliktpartei einen Vorzug zu geben. Diese neutrale Position wird von beiden Seiten nur geduldet, da sie auf die Waffenlieferungen und Söldner von PLS angewiesen sind. Nicht selten kämpfen PLS-Söldner gegen einander, eine Truppe für die Süd-, die andere für die Nordstaaten. Hierin sieht die Leitung von PLS kein Problem, denn Krieg und Spezialeinsätze sind für den Konzern keine Frage des Patriotismus, sondern nichts weiter als ein knallhartes Geschäft auf einem umkämpften Markt, auf dem sich niemand – auch nicht der Marktführer – den Luxus leisten kann, eine politischen Richtung gegen eine andere den Vorzug zu geben, denn die besten Geschäfte lassen sich im Krieg machen, wenn man beide Seiten mit Waffen, Beratern, Soldaten und Spezialteams unterstützt.

Den Aliens steht PLS äußerst kritisch gegenüber, nicht zuletzt aus marktwirtschaftlichen Gedanken. Einerseits fürchtet der Konzern das überlegene technische und waffentechnische Potential der Außerirdischen, andererseits scheinen diese viele Konfliktlösungen einzuleiten, wodurch sich die Zahl der Geschäfte von PLS verringert.

Hoshire Club

Der Hoshire Club bezieht seinen Namen vom gleichnamigen Hotel in New York, in dem er Ende des 20. Jahrhunderts gegründet worden ist. Ursprünglich war er eine Zusammenkunft ehemaliger Staatsmänner und einflussreicher Wirtschaftskapitäne, die ihr politisches Gewicht für gemeinsame Zwecke nutzen wollten. Zunächst bestand er hauptsächlich aus US-amerikanischen Mitgliedern, später kamen Europäer, Chinesen und Russen hinzu. In der Gegenwart besteht er aus 37 Personen aus 11 Ländern, zu denen neben den sieben Global Playern auch Thailand, Kanada, Mexiko und Syrien gehören.

Im Jahr 2032 änderte sich jedoch die Maxime dieses Clubs radikal, als auf Vorschlag des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Matthieu de St. Martin der Brasilianer Ernesto Guitierrez de Navarre aufgenommen wurde. Dieser war in seiner Zeit als brasilianischer Innenminister auf Kontakte seiner Regierung zu UNAISF gestoßen und hatte entsprechende Nachforschungen angestellt. So erfuhr er von der Existenz überlegener außerirdischer Technologie und den vermutlichen Plänen der Grauen, die Menschheit zu einer Sklavenrasse zu machen. Dieses Wissen teilte Guitierrez de Navarre mit den Mitgliedern des Hoshire Clubs und so kam es bald zu einem Richtungswechsel in der Politik der Vereinigung. Freilich wurde immer noch versucht, einander zu lukrativen und einflussreichen Ämtern zu verhelfen, doch fortan war das eigentliche Ziel, die Invasion der Aliens möglichst gut zu überstehen. Es herrschte Einigkeit, dass ein militärischer Widerstand aussichtslos sei, so beschlossen die Mitglieder sich für die Aliens unentbehrlich zu machen und ihnen bei einer Machtübernahme zu helfen, stets von der Hoffnung geleitet, dafür belohnt zu werden, vom Inhibitor verschont zu bleiben und eine bessere Stellung innerhalb der Sklavengesellschaft der Menschen zu erhalten. Und vielleicht – aber nur vielleicht – eines Tages die Menschheit wieder durch Zersetzung von Innen vom Joch der Außerirdischen zu befreien.

Der Hoshire Club war sich bewusst, dass vor allem die Kontrolle durch den Inhibitor eine große Schwierigkeit bedeutete. Warum sollten die Aliens ihnen Vertrauen schenken, wenn man sie auch kontrollieren und zu Marionetten machen könnte. So begann der Hoshire Club über geheime Kanäle alle Forschungen zu fördern, die einen geistigen Widerstand ermöglichen würde. Die Ankunft der Aliens erschreckte die Mitglieder, da ihre Forschungen noch nicht abgeschlossen waren, doch von allen Kräften auf der Erde sind sie mit einem bisher entwickelten Impfserum, dass den Inhibitor abschwächen kann, am nächsten an einem Schutz gegen die Alienkontrolle. Kurz nach Ankunft der Aliens arrangierte der zweite Vorsitzende der Vereinigung, der Syrer Assad ibn Adil, ein Treffen mit einem der Grauen. Darin verschwieg er freilich die Forschung des Hoshire Clubs und sein Wissen über die UNAISF und die Pläne der Grauen, bot aber die Hilfe beim Aufbauen politischer Kontakte an, so dass die Grauen weit schneller Zugang zu den wirklichen politischen Schlüsselmännern jenseits der Ämterträger erhielten.

Gegenwärtig herrscht Uneinigkeit im Hoshire Club über weitere Schritte. Manche wollen den Aliens radikal mit dem Wissen über deren Pläne konfrontieren, andere wollen als Zeichen der Verbundenheit die UNAISF auslöschen und von ihren finanziellen Versorgungen abschneiden, wieder andere bevorzugen das Abwarten. Alle drei Strömungen halten sich gegenwärtig die Waage. Der einflussreiche Vorsitzende des Clubs, der US-Amerikaner Jonah Abcott, hält sich mit einer eigenen Meinung noch zurück.

UN (UNO) – Die Vereinten Nationen

Im zwanzigsten Jahrhundert wurde die UNO oft als zahnloser Tiger verspottet, da ihre Sanktionen oft wenig Wirkung zeigten und ihre Mitglieder sich aus politischen Gründen nur selten einigen konnten, wenn wirklich relevante Themen anstanden. Auch das Fehlen einer eigenen Armee machte die UNO abhängig von den Staaten der NATO, die als Art bewaffneter Arm der UN von vielen Seiten angesehen wurde, was den Vereinten Nationen oftmals den Ruf einbrachte, parteiisch für den Westen zu entscheiden.

2071 hat sich das Wesen der UNO wenig gewandelt und so besitzt sie weiter keine große politische Macht. Sie ist nicht mehr als ein Gesprächsforum, ein neutraler Ort zur Diskussion und Debatte. Die wirklich wichtigen Entscheidungen der Welt werden aber im Kreis der Big Seven oder Global Seven, der sieben großen Staaten China, Indien, Russland, USA, Brasilien, Japan und VEN gefällt, die für diesen Zweck eine eigene Plattform für ihre Gipfel geschaffen hat: die GSSK – die Global Seven Sicherheitskonferenz.

Während die anderen Organisationen mehr oder weniger eigene oder besondere Interessen verfolgen, ist True Path so etwas wie der “böse” Zwilling der UNAISF, wenngleich “böse” eher so zu verstehen ist, dass beide Organisationen zwar dasselbe Ziel verfolgen, True Path jedoch wesentlich radikaler in seiner Vorgehensweise ist.

ACHTUNG: Dieser Artikel enthält Informationen, die nur dem Spielleiter bekannt sein sollen. Wenn Sie Invasion 2071 als Spieler erleben möchten, tun Sie sich den Gefallen und öffnen Sie nicht die verborgenen Texte.

True Path

Entwicklung

Plakativ formuliert kann True Path als der böse Zwilling der UNAISF bezeichnet werden, der im Prinzip ähnliche Ziele verfolgt, aber sich dennoch in einigen wesentlichen Merkmalen deutlich unterscheidet. Seine Geschichte beginnt im Jahr 2061, als UNAISF-Lt. Magdalena Gabrielle Cucinotta in Chile ein sirianisches Ausklärungsschiff entdeckte. Sofort als sie ihren Bericht bei einer Lagebesprechung der Basis-Kommandeure der UNAISF-Zellen vorgebracht hatte, waren sich alle Anwesenden einig, dass der erneute Besuch der Sirianer nichts Gutes zu bedeuten hatte. Wahrscheinlich war er sogar ein Vorbote der befürchteten Invasion. Einer der angesehensten und fähigsten Kommandeure, der Australier Bruce Abigate, war der Meinung, die Zeit zum Handeln sei gekommen. Er trug seine Befürchtung vor, die Sirianer würden im Auftrag der Grauen, einflussreiche Persönlichkeiten in ihre Sklaven verwandeln und so die Eroberung vorbereiten. Es sei nun an der Zeit, die Menschheit über die Existenz der Sirianer und Grauen aufzuklären, damit die Erde sich wappnen könne. Als Mann der Tat und ehemaliger Artillerieoffizier schlug er sogleich vor, man müsse an einem orbitalgestützten Raketensystem arbeiten, um die “verdammten Hurensöhne” (womit er in seiner wie üblich sehr eloquenten Ausdrucksweise die Außerirdischen meinte) “wie räudige Hunde vom Himmel zu jagen, wenn sie es auch nur wagen, sich in der Nähe unseres Planeten blicken zu lassen“.

Diesen Plänen widersprach weitaus ruhiger und mit der ihm angeborenen britischen Zurückhaltung Sir Richard Reginald Powell, der fürchtete, dass die Mehrheit der Menschen ihnen nicht glauben, die Regierungen weiterhin ihre nationalen Interessen über das Gemeinwohl stellen und die Außerirdischen von der bisher geheimen Existenz der UNAISF erfahren würden. Es kam zum Streit zwischen den beiden Männern, doch die meisten Kommandeure stimmten Sir Powell zu, worauf hin Abigate sie als “feige Waschweiber” und “liberale Kommunisten” beschimpfte und den Raum verließ. Jeder der anderen Anwesenden nahm an, dass Abigate sich wieder beruhigen würde, doch sie wurden kurze Zeit später eines besseren belehrt.

Zunächst tauchten einige Monate später im Internet neue Verschwörungstheorien über außerirdische Invasoren auf, deren Inhalt nahelegte, dass ein UNAISF-Mitglied vertrauliche Informationen weitergegeben haben musste. Diesen wurden zwar nicht mehr Glauben geschenkt, als den üblichen Gerüchten, dennoch wurden seitens der UNAISF Nachforschungen angestellt, die zu einer bis dahin unbekannten Organisation führten, die sich “True Path” nannte. Doch als man herausfand, dass Abigate hinter der Weitergabe von Geheiminformationen stand, waren die Kommandeure der UNAISF aufs Äußerste bestürzt. Noch bevor sie Handeln konnten, um Abigate das Handwerk zu legen, verübte der radikale Australier einen Bombenanschlag auf eine Gruppe von Wissenschaftlern, die kurz zuvor umfangreiche Artikel verfasst hatten, in denen sie darlegten, dass, wenn es jemals außerirdische Besucher gäbe, diese friedliebend sein müssten, da sie sonst nie einen so hohen Entwicklungsstand hätten erreichen können, der ihnen die interstellare Raumfahrt erlaube. Darin sah Abigate offenbar eine durch Außerirdische kontrollierte Propaganda, die die Menschen auf die Invasion vorbereiten und leichtgläubig stimmen sollten. Einige Monate später wurde ein Verbindungsmann zwischen UNAISF und der indischen Regierung ermordet. Später stellte sich heraus, dass Abigate ihn aufgesucht und zu überzeugen versucht hatte, die indischen Subventionen für die UNAISF an True Path umzuleiten. Als dieser sich weigerte, unterschrieb er damit sein eigenes Todesurteil.

Allen Bemühungen zum Trotz gelang es der UNAISF nicht, Abigate zu fassen. Er schien seinen ehemaligen Kameraden immer einen Schritt voraus zu sein. Dann stellte sich heraus, dass der Abtrünnige nicht nur einige UNAISF-Zellen überzeugt hatte, sich seiner Sache  anzuschließen, sondern auch einen Informanten in den höchsten UNAISF-Kreisen hatte: Magdalena Gabrielle Cucinotta, die ihn über alle Pläne gegen True Path in Kenntnis gesetzt hatte. Sie wurde verhaftet und verhört, aber bevor sie zur Kooperation gezwungen werden konnte, verübte Abigate einen Anschlag auf die UNAISF-Basis in Toronto, in der sie festgehalten wurde, und befreite seine Komplizin. Weitere Angriffe auf Einrichtungen der UNAISF folgten, die in der Ermordung von Sir Powell gipfelten. Offenbar glaubte Abigate die UNAISF sei von den Außerirdischen unterwandert worden und kollaboriere nun mit diesen, um die Invasion vorzubereiten, und machte Powell für diesen Wandel verantwortlich. Seit jenen Ereignissen, die sich bis in den Herbst 2062 erstreckten, führte Abigate mit “True Path” einen rücksichtslosen Kampf gegen die in seinen Augen abtrünnige UNAISF, deren Geldgeber und Kontaktleute sowie all jene Personen, die sich in seinen Augen durch Aussagen oder Handlungen verdächtig machten, mit Außerirdischen zu sympathisieren oder von diesen schon kontrolliert zu werden.

 

Die Gegenwart

True Path ist ein nicht ungefährlicher Gegner für die UNAISF, nicht zuletzt da sich die Organisation überwiegend aus ehemaligen UNAISF-Mitgliedern zusammensetzt, die die Taktiken und Pläne der Anti-Alien-Einheit genauestens kennen, jedoch verfolgt die Organisation nach wie vor dieselben Ziele wie die UNAISF: die Rettung der Erde vor der Bedrohung aus dem All. Daher darf True Path nicht als Vereinigung gänzlich irrer und schießwütiger Verrückter angesehen werden. True Path verfolgt die gemeinsamen Ziele nur mit einer größeren Radikalität. Es ist keineswegs auszuschließen, dass irgendwann Mitglieder von True Path und der UNAISF zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Gewöhnlich herrscht jedoch eine gewisse Spannung zwischen den beiden Gruppierungen. In den Augen von True Path ist die UNAISF zu zimperlich, behäbig und weich. True Path geht größere Risiken ein und besitzt im Regelfall die radikaleren Mitglieder. Unter der UNAISF gibt es immer wieder Scherze über die „schießwütigen Rambos“ von True Path und ihnen wird mangelnde Professionalität und Urteilsvermögen nachgesagt, doch letztendlich unterscheiden sich die beiden Organisationen vielleicht weniger von einander als beide Seiten glauben. Der wohl größte Unterschied besteht in der persönlichen Motivation. Viele Mitglieder von True Path kann man getrost als Alienhasser bezeichnen. Während der gemäßigteren UNAISF vor allem an der Sicherung des Heimatplaneten gelegen ist, sinnen viele True Path-Soldaten darauf, möglichst viele Aliens umzulegen.

Allen Berichten zufolge hat True Path einen ähnlichen, in Zellen strukturierten Aufbau wie die UNAISF. Aus dem einst von Abigate gegründeten UNAISF-Ableger ist mittlerweile eine selbständige Organisation geworden. Abigate und seine rechte Hand, Magdalena Cucinotta, führen gemeinsam eine dieser Zellen, die mit Abstand die radikalste ist und auch unschuldige Opfer in Kauf nimmt. Dies sorgte in den letzten Jahren für eine zunehmende Isolierung von Abigates Zelle..

An verlässliche Detaildaten zu kommen erweist sich jedoch als äußerst schwer, da True Path seine Mitglieder äußerst vorsichtig aus Verschwörungstheoretikern und erklärten Alienhassern rekrutiert und sonst gerne einmal auf Söldner zurückgreift, wobei Abigates hervorragende Kontakte zur australischen Armee und anderen Militärs zunächst sehr hilfreich waren, heute aber nur noch eine geringere Rolle spielen Versuche, UNAISF-Agenten als vermeintliche Überläufer einzuschleusen, schlugen bisher stets fehl und scheiterten an Forderungen über verlässliche Geheimdokumente der UNAISF, zu denen die Überläufer keinen Zugang hatten.

Australien bietet für True Path einen besonders stabilen Rückhalt, da Abigate die Verbindungsmänner zur australischen Regierung von der angeblichen Unterwanderung der UNAISF überzeugen konnte. Ferner sorgten Abigates Kontakte zur einheimischen Armee für einfache Wege zur Waffenbeschaffung und schaffen mögliche Rückzugspunkte. Heute fließen entsprechende Gelder an alle True Path-Zellen. Abigates Bedeutung schwindet für die Organisation zunehmend, nun da die australischen Gelder und Ressourcen an True Path fließen. Auch in Südamerika ist True Path stark vertreten. Trotz dieser Schwerpunkte operiert True Path weltweit und setzt auf gezielte Kommandooperationen und Sprengstoffanschläge gegen all jene, die sie für ihre Feinde halten.

 

Taktiken von True Path

Seit der Ankunft der Aliens haben die gezielten Aktionen von True Path stark zugenommen. Sie richten sich oftmals gegen Medizinzentren der Aliens und andere Einrichtungen. Dabei wählt True Path seine Ziele weniger bedacht und mit Sorgfalt aus als die UNAISF. True Path ist fanatisch und radikal. Sie nehmen Kollateralschäden billigend in Kauf. “Bringt lieber zehn Unschuldige um als einen Aliensympathisanten entkommen zu lassen” und “Wenn du dir nicht sicher bist, schieß, es könnte ein Alien sein” sind zwei Leitmotive, die einst Abigate in die Philosophie von True Path eingeführt hat, die heute in manchen Zellen aber nur noch abgeschwächt gelten.

Das Internet ist ein großes Betätigungsfeld von True Path. Durch Propaganda sollen die Menschen weiter von der Gefahr durch die Aliens zu überzeugt werden, jedoch erreicht True Path damit auf Grund der positiven Stimmung gegenüber den Aliens und ihren Medizinzentren nur geringe Erfolge. Oftmals werden ihre Beiträge für phantastische Hirngespinste und sinnlose Verschwörungstheorien gehalten.

 

Wichtige NSC

Bruce Abigate, Australier, 54 Jahre; ehemaliger UNAISF-Kommandeur und Gründer von True Path. Abigate, in UNAISF-Kreisen auch gerne “der tollwütige Alligator” genannt, ist ein großer, breitschultriger Mann mit stechend blauen Augen, einem Schnurrbart und stets auf 2 Millimeter Länge getrimmtes, blondes Haar. Er war früher Artillerie-Oberst in der australischen Armee und schmückt sich jetzt mit dem Rang eines Generals. Alles an ihm ist militärisch. Seine Uniform ist tadellos gepflegt, seine Stiefel stets blank poliert. Sein Gang erinnert an einen Parademarsch. In seiner Freizeit, die er auch stets in Uniform verbringt, hört er gerne Marschmusik und stellt mit kleinen Armeemodellen die großen Panzerschlachten des 20. Jahrhunderts nach. Abigates extremer Alienhass ist für viele UNAISF-Mitglieder unverständlich. Sicherlich, auch in der UNAISF mag niemand die Aliens und hält sie für eine Bedrohung, aber Abigates übersteigerte Vorgehensweise löst ungläubiges Kopfschütteln hervor. Er scheint mehr an der Tötung von Aliens als an der Rettung der Menschheit interessiert zu sein. Und diese Annahme täuscht nicht. Abigate hasst alle Aliens und macht sie für den Tod seiner Frau und seiner Tochter verantwortlich, die zu den ersten Opfern von FMF in Australien gehörten. Seine radikale Sichtweise der Dinge isoliert ihn aber zunehmend und selbst viele andere True Path-Zellen wollen ihn nicht mehr unterstützen.

Abigate besitzt eine bodenständige Schläue und Gerissenheit, ist aber nicht gerade hochgebildet oder gar intellektuell. Er versteht sich hervorragend auf militärische Taktiken und war zu UNAISF-Zeiten der beste Planer für schnelle, präzise Kommandomissionen kleiner Truppen. Ferner ist er ein hervorragender Schütze und äußerst versierter Nahkämpfer, der alle miesen Tricks und Kniffe kennt, hat aber zwei bemerkenswerte Schwächen: Zum einen sieht er nicht mehr allzu gut auf größere Distanzen, weigert sich aber standhaft eine Brille oder Kontaktlinsen zu tragen. Zum anderen besitzt Abigate eine geradezu panische Abneigung gegen alles was mit dem Weltraum zu tun hat. Er würde niemals einen Orbitalflug buchen oder gar an Bord einer Orbitalstation gehen.

 

Tamara Vojanova, Ukrainerin, 48 Jahre. Die ehemalige FSB-Agentin gehörte zu den ersten Personen, die für True Path rekrutiert wurden und nicht zuvor in der UNAISF gedient haben. Sie wurde nach zu vielen privaten Untersuchungen über vermeintliche Alien-Aktivitäten von ihrem Geheimdienst kalt gestellt, täuschte ihren eigenen Tod vor und verließ Russland. Mittlerweile hat sie sich zu einer angesehnen und auch in anderen Zellen geachteten Kommandeurin entwickelt, die für ihre phantasievollen und unerwarteten Operationen bekannt ist. Wie alle True Path-Mitglieder neigt sie zu einer gewissen Radikalität, behält dabei jedoch stets das Ganze im Auge. Selbst in der UNAISF wurde ihr Coup bekannt, einen Sirianer aus einem Alien-Zentrum zu entführen. Sie hegte die Hoffnung, ihn durch chemische Drogen, die sie noch von Verhören aus ihrer Zeit beim FSB kannte, gesprächig zu machen. Doch die Wirkung des Inhibitor ließ sich nicht unterdrücken. Dennoch brachte diese Kommandoaktion sowohl der UNAISF als auch True Path einige neue Erkenntnisse, da Tamara den Sirianer mit neuen medizinischen Methoden untersuchen ließ, die zur Zeit des Roswell Absturzes noch nicht möglich waren. Ihre Erkenntnisse über die Physiologie der Sirianer veröffentlichte sie auf einer Internetseite, die kurz auch der UNAISF zur Verfügung stand, bevor sie von Hackern im Dienste der Aliens gelöscht wurde.

Sie hält die UNAISF für zu weich, kennt aber ihren Wert. In jüngster Zeit wurden mehrere gemeinsame Operationen zwischen ihrer True Path-Zelle und einem Ableger der UNAISF bekannt, wofür beide Seiten in den eigenen Reihen nicht sonderlich viel Lob und Anerkennung ernteten. Tamara sieht das ganze auf eine eher praktische Weise: „Wenn mich eine Zusammenarbeit mit der UNAISF ans Ziel bringt, warum sollte ich dann auf sie verzichten.“ Überdies soll Tamara Kontakte zu den New Age Outlaws unterhalten.

 

Alfredo Garcia, Kubaner, 29 Jahre. Alfredo Garcia ist ein bis heute der UNAISF unbekanntes Mitglied einer kleinen True Path-Zelle. Er studierte Chemie und Biologie und glaubt eine Möglichkeit gefunden zu haben, einen speziell auf die Physiologie der Sirianer abgestimmten Virus zu entwickeln, der Menschen weit weniger schädigt als die Aliens, die mit ihm in Kontakt treten. Gegenwärtig sucht seine Zelle nach einer Möglichkeit, diesen Virus herzustellen und zu verbreiten. Bisher liegt die größte Schwachstelle in der noch immer bestehenden Gefahr, dass der Virus im menschlichen Wirtskörper, von dem er aus auf die Sirianer übertragen werden soll, mutieren könnte und eine Gefahr für die Menschheit darstellen würde. Seine Arbeit beruht auf den von Tamara Vojanova gewonnenen Erkenntnissen über die Sirianer.

Folgende Informationen sind nur dem Spielleiter bekannt
Anscheinend plant Abigate, die bisher von Alfredo Garcia angestellten Forschungsergebnisse zu stehlen und den Virus trotz der möglichen Gefahren sofort freizusetzen.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Süd- und Mittelamerika

Brasilien wird als einer der Global Player in einem eigenen Abschnitt dargestellt.

 

Staaten

Argentinien: Argentiniens Wirtschaft liegt seit dem Ende des 20. Jahrhunderts am Boden und konnte sich seither nie richtig erholen. Misswirtschaft, Korruption und viele politische Unruhen trugen ihren Teil dazu bei. Mitte des 21. Jahrhunderts (2048-2059) wurde das Land zuletzt von einer Militärregierung geführt. Seit deren Vertreibung durch von Brasilien und Chile unterstützte Bevölkerungsaufstände scheint es mit Argentinien langsam bergauf zu gehen, dennoch ist die Bevölkerung sehr arm und die medizinische wie soziale Versorgung bescheiden. Die Korruption ist nach wie vor weit verbreitet und hohe Staatsschulden (vor allem bei Brasilien) belasten die aufstrebende Wirtschaft. Argentinien ist eines der letzten überwiegend landwirtschaftlich geprägten Länder der Erde und erscheint oftmals rückständig. Die 2039 eingeforderten und ausgebauten Rohstoffabbauparzellen in der Antarktis liegen überwiegend brach oder wurden inzwischen an Brasilien verpachtet. Die Hauptstadt Buenos Aires (13,9 Mio. Einwohner) gehört du den Megacities der Erde.

 

Belize, Honduras, Nicaragua: Wie alle anderen mittelamerikanischen Staaten sind auch diese drei Länder stark von Armut und unstabilen politischen Verhältnissen gekennzeichnet. Die Verbrechensrate ist erschreckend hoch und lässt die brasilianischen Slums wie soziale Paradise wirken. Die drei Länder gelten überdies als Ausgangsgebiete von FMF und weisen die höchste weltweite Infektionsrate in der Bevölkerung auf, die in manchen Gebieten um 2070 bei über 80% lag. Mangelnde medizinische Versorgung sorgt überdies für eine deutlich geringere Lebenserwartung der Erkrankten im Verhältnis zu Industrie- und Schwellenländern. Flüchtlingswellen, die von Armut und Hoffnung auf Heilung getrieben werden, bereiten Mexiko, der USA und den stabileren Staaten Südamerikas große Probleme.

 

Chile: Chile ist neben Brasilien das stabilste und wohlhabendste Land in Südamerika. Seit den politischen Stabilisierungen, die in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts eintraten und für echte demokratische Verhältnisse sorgten, gilt Chile als ein Musterland für die Entwicklung anderer süd- und lateinamerikanischer Staaten. Dies liegt unter anderem auch an der Weltweit gestiegenen Nachfrage nach Aluminium und Kupfer, die in den Anden abgebaut werden. Mit den Stationen der EBRA und der NASA in der Atacarmawüste verfügt Chile über die größte Anzahl an terrestrischen, den Weltraum erforschenden und abbildenden Radioteleskopen der Welt. True Path ist in Chile sehr stark vertreten und wird von der Regierung unterstützt.

 

Mexiko: Der Staat ist sehr instabil und von teils anarchistischen Verhältnissen bedroht. Die Regierung und die Bürokratie sind hochkorrupt, der stets starken Einfluss besitzende Drogenhandel ist zur eigentlichen Kraft im Land geworden. Die verschiedenen, sich um Marktanteile bekriegende Kartelle von Drogenbaronen führen einen mittlerweile offenen Krieg gegeneinander und haben die Regierung durch Korruption und Einschüchterung fest im Griff, so dass Polizei- und Armeeeinheiten nur selten gegen die Konfliktparteien einschreiten, manchmal sogar zu Gunsten eines Kartells eingreifen. Dieser Krieg fordert hohe Todeszahlen unter der Bevölkerung (mehrere zehntausend im Jahr). Die im Würgegriffe der Kartelle befindliche Politik sieht tatenlos zu und ist machtlos, nicht zuletzt, da sie sich selbst in zahllosen Scharmützeln um Macht und Korruptionsanteile aufreibt. Bei der letzten Wahl zu Senat und Staatsoberhaupt traten 29 unterschiedliche Parteien und 23 Kandidaten an, von denen keine(r) mehr als 7% der Stimmen auf sich vereinen konnte. Selbst weltweit agierende Wirtschaftsfirmen wie mex.com wagen nicht, sich gegen die Kartelle aufzulehnen, sondern arbeiten mit diesen zusammen. Auch die soziale Situation ist höchst unausgewogen. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in Mexiko weit auseinander. Überdies ist Mexiko sehr stark von der US-Nuklear-Katastrophe mitbetroffen (besonders der Norden). Viele Menschen leiden noch heute unter Anzeichen der Strahlenkrankheit, weite Teile sind teils stark verseucht. Hingegen gilt die verseuchte Grenze zwischen USA und Mexiko den armen Kurieren der Drogenkartelle als leichter Weg in die USA, um dort ihre Waren abzuliefern. Dass sie dabei oftmals selbst eine tödliche Strahlendosis erleiden erscheint ihnen angesichts der schreienden Armut im Land als akzeptables Risiko.

Ein weiteres Problem des Landes ist die enorme Wasserknappheit, die durch Verschwendung und uralte, nicht erneuerte und brüchige Leitungssysteme weiter vergrößert wird. Besonders die Hauptstadt Mexiko City (24,0 Mio. Einwohner) besitzt großen Anteil an dieser Situation, wird durch die Regierung aber sehr stark bevorzugt, so dass durch große Überlandleitungen Wasser aus Flüssen im Süden umgeleitet werden. Diese Flüsse vertrocknen in ihrem Lauf und sorgen für eine nicht mehr ausreichende Bewässerung der Landwirtschaft.

 

Paraguay: Neben Peru gilt Paraguay als eines der großen Sorgenkinder Südamerikas. Wenn Argentinien auch rückständig und wirtschaftlich schwach dasteht, so herrscht in Paraguay eine viel größere Armut und Arbeitslosigkeit. Das soziale Elend ist nur mit einigen der schlecht entwickelsten Staaten Afrikas zu vergleichen. Immer wieder auftretende Putsche seitens des Militärs oder fanatischer, linksradikaler Bauerngruppen erschüttern das Land und sorgen für zusätzliche soziale Unruhen. Brasilien versucht seit der letzten Demokratisierung der beiden Staaten (Peru 2050, Paraguay 2065) gegen diese Strömungen gegenzusteuern und hat mit Einverständnis der schwächelnden Regierungen Truppen in beiden Ländern stationiert.

 

Venezuela: Einst Mitbegründer der Banco del Sur und wirtschaftliche Macht in Südamerika, hat sich Venezuelas Stellung vor allem in der zweiten Hälfte des 21.Jahrhunderts weit verschlechtert. Große wirtschaftliche Altlasten durch Jahrzehnte der sozialistischen Schlamperei und radikale Wechsel im Politikstil seit der Ermordung des linkspolitischen Idols und Staatspräsidenten Jorge Gomez Valandiano im Jahr 2034 stürzten Venezuela in eine schreckliche Krise, die Armut, Hungersnöte und den Staatsbankrott zur Folge hatte. Die immer geringer werdende Bedeutung des Rohöls auf dem Weltmarkt beraubte Venezuela zudem seiner wichtigsten wirtschaftlichen Stütze. Auch die immer wieder auftretenden Grenzkonflikte und Krisen mit Kolumbien, die Brasilien durch Wirtschaftshilfen und politische Einflussnahme stets einzudämmen versucht, trugen ihren Teil dazu bei, aus der einstigen Regionalmacht eine am Boden liegende Nation zu machen.

 

Organisationen

KL – karibische Liga: Dieser lose Verbund von Inselstaaten in der Karibik und dem Golf von Mexiko stellt keine echte politische Vereinigung, sondern eine Art Interessenverband da, der die eigene Position gegenüber den USA und Brasilien zu stärken versucht. Die nur über wenig Industrie verfügenden Länder sind überwiegend touristisch orientiert und gelten nach dem durch den Klimawandel bedingten Untergang der Urlaubsparadiese im indischen und pazifischen Ozean als Hauptadresse für Mittelschichttouristen aus den Industriestaaten. Die meisten Länder der karibischen Lieger sind stabil und eigenständig überlebensfähig, viele sind eng an Brasilien gebunden. Nur das einst sozialistische, jetzt rein demokratische Kuba ist – eine der hübschen Ironien der Weltgeschichte – mit den Südstaaten der USA verschworen.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Europa

Nähere Daten zu den VEN und Russland wurden bereits in vorangegangenen Artikeln aufgeführt.

 

Staaten

Albanien: Das rückständige Land, an das der Kosovo 2033 freiwillig angegliedert wurde, zählt zu den wirtschaftlich und gesellschaftlich rückständigsten Nationen in Europa. Die Bevölkerung ist stolz, gilt als eigensinnig und in vielen Bereichen auch als antiquiert. Die Blutrache wird hier immer noch praktiziert, die albanische Mafia ist in der VEN berüchtigt und versucht die oftmals schnell wechselnden, kurzlebigen albanischen Regierungen zu kontrollieren, doch nach umfangreichen Reformen könnte die seit langem gehegte Politik, Albanien an die VEN anzugliedern erfolgreich verlaufen. Ein ständiger Konflikt mit Großserbien sorgt momentan noch für Grenzkonflikte.

 

Großserbien: Großserbien ist ein autoritär gelenkter Staat mit nur offiziell freien Wahlen. Es herrscht strengste Zensur, die Verfolgung von politischen Gegnern und willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Die nationalistische Regierung, deren Auslandskonten schon seit Jahrzehnten eingefroren sind, stützt sich stark auf das Militär, das als eigentliche Macht im Staat eine Art Schattenherrschaft einnimmt. Die riesigen wirtschaftlichen Probleme sorgen für eine Hohe Armut und schlechte medizinische Versorgung, die strikt praktizierte Abschottung gegen äußere Staaten, die den einst florierenden Tourismus zerstörte, sorgte aber auch dafür, dass das Land nur sehr gering von FMF betroffen ist. Ein Konflikt mit Albanien führt immer wieder zu Grenzscharmützeln.

 

Norwegen: Das hoch entwickelte Norwegen ist die einzige Industrienation Europas, die weder mit Russland noch mit der VEN politisch verbunden ist, auch wenn sie zu beiden Seiten gute Beziehungen unterhält. Das Land gehört zu den führenden Nationen bezüglich Schiffbaus, Rohstoffabbau in der Arktis und bei neuen Technologien. Die Bildungs- und Sozialsysteme zählen zu den Besten weltweit. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle und Norwegen ist das beliebteste Reiseziel von VEN-Bürgern. Militärische Streitkräfte besitzt Norwegen hingegen gar nicht, seitdem die norwegische Armee 2049 aufgelöst wurde.

 

Schweiz: Über die Schweiz könnte man viel sagen, aber es genügt sehr wenig: Die Schweiz ist die Schweiz ist die Schweiz. Wie eh und je ist das Land neutral, pflegt aber enge Wirtschaftskontakte zu den VEN und ist für sein Bankenwesen berühmt, auch wenn es sich auf Druck der VEN veranlasst sah, seit 2031 alle Geldbewegungen von VEN-Bürgern offenzulegen. Für chinesische, indische und russische Geldanlagen ist die Schweiz hingegen immer noch ein Paradies. Genf ist nach wie vor Sitz der UN, hat aber wie die Organisation selbst nahezu jede weltpolitische Bedeutung verloren.

 

Ukraine: Wie auch Weißrussland und Moldawien ist die Ukraine ein Marionettenstaat Russlands. Die gelenkte Demokratie bringt immer wieder wechselnde Kandidaten an die Macht, die mehr im Sinne des Kremls als im Interesse des eigenen Volkes handeln. Dank der günstigen Lage am Schwarzen Meer, der vergleichsweise stabilen Wirtschaft und der stark entwickelten Schwerindustrie ist die Ukraine allerdings weit weniger arm als Weißrussland und Moldawien. Die Schwarzmeerhäfen sind eine wichtige Landestelle für die russische Flotte.

 

Organisationen

RESEA: Die russisch-europäische Sicherheits- und Energie-Assoziation ist eine Art stabilisierendes Rückversicherungsbündnis zwischen Russland und Europa. Nebenbei verwaltet es den Staat Montenegro wirtschaftlich und stellt eine etwa 5.000 Mann starke Schutztruppe, die großserbischen Eroberungsgedanken einen strikten Riegel vorschiebt. Bei halbjährlichen Treffen der RESEA, über die alle koordinierenden Angelegenheiten der russisch-europäischen Energiewirtschaft laufen, treffen sich Innen-, Wirtschafts- und Verteidigungsminister beider Staaten, um mit den wichtigsten RESEA-Bürokraten politische Fragen für die nächsten sechs Monate vorab anzusprechen. Leiter der Behörde ist der Russe Sergj Archawin, der auch für die UNAISF von nicht geringer Bedeutung ist, da er finanzielle Mittel zu Gunsten der Geheimorganisation umleitet.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Asien

Die Global Player China, Russland, Indien und Japan sowie die Gemeinschaft der Tigerstaaten sind nicht in dieser Übersicht, sondern in separaten Artikeln aufgeführt.

 

Staaten

Afghanistan: Seit dem Ende der ISAF-Mission und dem Rückzug der NATO-Armeen wurde Afghanistan von diversen Krisen und Regimen erschüttert, bis zuletzt eine mächtige Stammesfamilie Rangin Dadullahs bis 2058 weite Teile des Landes kontrollierte. Nach dem Fall der Dadullahs durch Stammesfehden versank Afghanistan endgültig in Anarchie. Heute haben lokale Warlords, Stammesverbände und einzelne fanatisch-islamistische Führer die Kontrolle über meist nur kleine Gebiete des zersplitterten Landes. Recht und Gesetz sind nicht viel mehr wert als die Kampfkraft der Söldner und Milizen, die es für den jeweiligen lokalen Fürsten durchsetzen. Im Westen blüht der Drogenhandel (v.a. Opium) und finanziert die schlagkräftigen Truppen einiger Warlords. Auch der Waffenhandel ist ein zentrales Element des afghanischen Handels. Maschinengewehre, Karabiner und selbst schweres Geschütz werden offen gehandelt, die Handfeuerwaffen sogar an Marktständen als wäre es Reis. Russland, Indien und die chinesischen Splitterstaaten dulden das Land als Pufferzone, aber auch um gewinnbringend illegale Waffendeals abzuwickeln und manche offiziellen Embargos über den Afghanistanhandel zu umgehen.

 

Bangladesch: Bangladesch ist das ärmste und dicht besiedelste Land Asiens. Hungersnöte und Flutkatastrophen sind hier an der Tagesordnung, Regierungskoalitionen zerbrechen schnell. Die meisten Staatsgelder fließen notgedrungen in verzweifelten Dammbau, da das schon früher als Holland Asiens bezeichnete Land nach Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel zu noch größeren Teilen unter Normal Null liegt. FMF ist auf Grund der katastrophalen medizinischen Versorgung und des sozialen Elends weit verbreitet. Mit der Megacity Dhaka (31,0 Mio. Menschen) liegt eine der größten Städte der Welt in dem übervölkerten Land, dessen Wirtschaft nur auf Grund von Finanzhilfen aus manchen Tigerstaaten noch nicht gänzlich zusammengebrochen ist.

 

Iran: Im Iran hält eine langjährige Staatskontrolle durch das Militär weiter an. Was vor fast 50 Jahren als Übergangsrat zur Aufrechterhaltung der Verwaltungs- und Sicherheitsstrukturen begann, hat sich mittlerweile zu einem offen eingestandenen Militärregime gewandelt. Die Leitung des Landes liegt in der Hand eines Militärrates mit für Außenstehende undurchschaubaren Strukturen, die nicht offenbaren wer die eigentliche Macht im Staat besitzt. Sicher hingegen ist, dass es nur staatlich gelenkte Presse und eine strikte Gewaltpolitik gegen die kaum vorhandene Opposition und Kritiker gibt. Das Wirtschaftsdefizit ist sehr hoch, hauptsächlich bedingt durch zahlreiche Embargos seitens der UN, die aber über afghanische Schmuggelrouten stark unterlaufen werden, und das enorme Militärbudget. Trotz eines Bündnisses mit den Einzelstaaten der streng islamischen NAL werden alle theokratischen Kräfte im Land unterdrückt. Der Islam ist zwar Staatsreligion, aber die Scharia wird trotz Festschreibung im Gesetz nicht umgesetzt. Luftwaffe und Heer des Iran sind sehr stark, wenn auch im Fall der Luftwaffe etwas veraltet, und neben Israel die einzige ernstzunehmende Militärmacht im Nahen Osten. Grenzkonflikte mit Pakistan sind an der Tagesordnung. Russland ist Hauptenergie- und Waffenlieferant für den Iran, im Gegenzug werden russischen Transporten die Durchfahrt und die Nutzung eines Hafens am Persischen Golf für zivile Schiffe gestattet.

 

Katar und VAE: Wie alle Staaten des Mittleren Ostens leiden auch Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate unter dem Bedeutungsrückgang und Erschöpfung des Erdöls, jedoch haben eine früh eingeleitete, weitsichtige Politik hin zur Entwicklung des Tourismus als weiteres Standbein sowie ein straffes Wirtschaften, das nichts mehr mit den Milliardeninvestitionen zu Anfangs des Jahrhunderts gemein hat, die Staatsfinanzen gerettet. So gelang es den beiden Golfstaaten dem wirtschaftlichen Desaster anderer arabischer Nationen zu entgehen. Der Islam ist weiterhin Staatsreligion, wird aber nur in gemäßigten Bahnen an der Politik beteiligt und die Scharia wurde als Gesetzesgrundlage abgeschafft. Die beiden Länder pflegen enge Beziehung zu Indien und dem chinesischen Splitterstaaten (besonders Guangdong und Beijing-Jelin), die es Katar und den VAE erlauben, weitgehend sicher neben den radikalen NAL-Staaten zu existieren.

 

Mongolei: Das Land besitzt die weltweit geringste Bevölkerungsdichte und gilt immer noch rückständig, wurde auf Grund seiner Abgelegenheit aber FMF fast gänzlich verschont. Das Land bietet ebenso einen Rückzugsraum für die UNAISF, da es von Aliens kaum beachtet wird. Touristen fällt in der Mongolei weiterhin die sehr antiquiert wirkende, wenig technisierte Kultur ins Auge. Reiterspiele und Herden haben hier immer noch einen größeren Stellenwert als Internet und die moderne Unterhaltungsindustrie. Es gibt in der Mongolei kein Administration as Service. Die Bevölkerung ist freiheitsliebend und die Politik hält sich aus dem Weltgeschehen heraus. Die Eigenständigkeit des Landes wird von China (später den chinesischen Splitterstaaten) und Russland gefördert, nicht zuletzt um die gemeinsame Grenze möglichst kurz zu halten und keine Interessenskonflikte erwachsen zu lassen.

 

Pakistan: Das arme und völlig überbevölkerte Pakistan erinnert in vielen Belangen an seinen nördlichen Nachbarn Afghanistan. Hier gibt es zwar noch eine offizielle politische Führung, die in weitgehend freien und fairen Wahlen ernannt wird, aber nur im Westen und Süden noch tatsächlich die Kontrolle über das Staatsgebiet ausübt. Im unwegsamen Norden und Osten haben Stammesclans und Rebellengruppen die Macht an sich gerissen. Vielerorts ist Pakistan eine rechtliche Grauzone. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass das Land nur noch durch den großen Feind des vergangenen Jahrhunderts, Indien, nicht völlig in sich zusammenbricht. Indien tut dies freilich nicht aus reiner Herzensgüte, sondern aus wirtschaftlichem und sicherheitspolitischem Kalkül, da Pakistan die unsicheren Staaten Iran und Afghanistan von Indiens Grenzen fernhält und gleichzeitig mit seinen über 250 Millionen Einwohnern ein wichtiger Absatzmarkt für indische Firmen ist. Dank dieser Unterstützung gelingt es der pakistanischen Regierung weiterhin, fundamentalistische Elemente unter Kontrolle zu halten und in Grenzkonflikten mit dem Iran genug Stärke zu demonstrieren, damit dieser nicht einfällt. FMF ist in Pakistan weit verbreitet. Mit Karachi (20,3 Mio. Einwohner) und Lahore (13,3 Mio.) liegen zwei Megacities auf pakistanischem Boden.

 

Philippinen: Stets wechselnde autoritäre Regime, Putsche und dauernd schwelende und regelmäßig ausbrechende Konflikte zwischen Christen und Moslems sorgten in den vergangenen 100 Jahren dafür, dass die Philippinen trotz ihrer guten geographischen Lage für den Handel sich niemals zu einer Wirtschaftsmacht ähnlich den nahe liegenden Tigerstaaten entwickeln konnte. In der Gegenwart ist eine fundamentalistisch-christliche Regierung an der Macht, die sich selbst als “Kreuzritter des Ostens” bezeichnet und mit brutaler, militärischer Gewalt gegen Muslime vorgeht. Fast monatliche liest man in der Presse etwas über Massaker oder Massenverhaftungen. Der Drogenanbau und -handel besitzt auf den Philippinen eine wichtige, wirtschaftliche Stellung. Die Gesetzgebung ist ebenso streng wie in Vietnam oder Thailand, jedoch wird sie nur selten umgesetzt, so dass die Philippinen zum Hauptdrogenlieferant für den gesamten ostasiatischen Raum aufstiegen. Die Regierung duldet dies, da die Milizen der christlichen Drogenbarone nicht selten für die Verfolgung von Muslimen eingesetzt werden. Auf dem regulären Wirtschaftsmarkt sind vor allem Vorerzeugnisse für industrielle und elektronische Produkte eine Hauptexportware des Inselstaates. Trotz der erschreckend hohen FMF-Infektionsquote unter der Bevölkerung verfolgt die Regierung eine radikale Anti-Alien-Politik. Nach Informationen der UNAISF beruht dies nicht nur auf der fundamentalistisch-christlichen Einstellung des Regimes, sondern lässt sich auch auf einen starken Einfluss von True Path zurückführen. Die Megacity Manila (16,8 Mio. Einwohner) ist zwar noch Hauptstadt, aber der Regierungssitz wurde nach Quezon City verlagert.

 

(Süd-)Korea: War Südkorea zur Jahrhundertwende noch ein wirtschaftlich wie politisch bedeutender Staat – nicht zuletzt auf Grund des Nordkoreakonfliktes stark von den westlichen Industriemächten unterstützt –, so ist seine Bedeutung heute stark rückläufig. Nach dem Zusammenbruch Chinas übernahm Südkorea die Kontrolle über den nördlichen Bruder und vollzog die Widervereinigung. Dies brachte Korea aber wirtschaftlich gesehen nur Nachteile, denn Nordkorea ist ein Grab für Investitionen, dessen enorme Rückständigkeit keinen einfachen Erfolg zulässt. Die Überalterung der Gesellschaft ist kaum zu übersehen und einzig die guten Beziehungen zu Japan verhindern einen kompletten Zusammenbruch der Wirtschaft Koreas.

 

Organisationen

NAL – Neue Arabische Liga: siehe Staatengemeinschaften und Staatenbündnisse

 

ZASK – zentralasiatische Sicherheitskonferenz: Die Nachfolge-Organisation der fünf zentralasiatischen Staaten Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Kasachstan, Kirgisistan wurde 2033 als Reaktion auf die Bedrohung durch Russland und die daraus resultierende russisch-chinesische Krise (2025-2027) gegründet. Sie stimmt eine gemeinsame Verteidigungspolitik ab und gewährte der Schutzmacht China bis zum Zerfall Großchinas, aber auch Indien einen Sitz als Beobachter bei Verhandlungen. Mittlerweile orientiert sich die ZASK vor allem an Indien, nähert sich aber auch wieder Russland an, da China nach seiner Teilung keinen ausreichenden Schutz mehr garantieren kann.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Afrika

Die Islamische Liga Nordafrika (ILN) und deren Einzelstaaten finden sich nicht in dieser Liste, sondern sind in einem vorgegangenen Artikel beschrieben. Die meisten afrikanischen Staaten werden durch Korruption, Einflussnahme durch Indien oder Brasilien sowie chaotische, unübersichtliche Machtverhältnisse mit schnell wechselnden Diktaturen und ethnischen Konflikten geprägt. Neben den zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierenden Staaten entstanden durch Abspaltungen, Bürgerkriege und ähnliche Unruhen mehr als ein Dutzend weitere afrikanische Kleinstaaten, die weitgehend aber ohne große politische Bedeutung sind. Unter anderem zählen Guinea-Verde, Südmali, Neu-Swasiland, Westsimbabwe und Nsenga zu diesen Neugründungen.

Viele Staaten Afrikas leiden unter einer enormen Trinkwasserknappheit, die sowohl auf den Klimawandel als auch auf die Ausbeutung der eigentlich ausreichenden Wasserressourcen zurückzuführen ist. Vor allem der Südosten Afrikas ist nach der Austrocknung des Sambesi stark vom Trinkwasserproblem betroffen. Auch der einst als Stütze er Wirtschaft geltende Tourismus geht durch die politischen und sozialen Unruhen in den ost- und südostafrikanischen Nationen immer weiter zurück und sorgt für eine Verschlechterung der allgemeinen Situation. Die NAU versucht diesen Entwicklungen entgegenzusteuern.

 

Staaten

Namibia: Der Staat im Südwesten Afrikas durchläuft seit Jahrzehnten einen Balanceakt, ausgelöst durch die Einführung der Kernfusion, die die Kernspaltung als eine der wichtigsten Energiequellen des Planeten ersetzte. Zuvor galt Namibia als einer der vielversprechendsten Staaten Afrikas in Bezug auf eine positive wirtschaftliche Entwicklung, war er doch der weltweit drittgrößte Uranexporteur. Seit Einführung der Kernfusion und des damit sinkenden Bedarfs an Uran erlebt das ob seiner klimatischen Bedingungen wenig zum Ackerbau geeignete Land eine schwere wirtschaftliche Krise. Lange Zeit war wie in der Kolonialepoche die Viehzucht eine der Grundlagen für die namibische Wirtschaft. Der Staat erlebte in den letzten Jahren auf Grund der wieder gestiegenen Nachfrage nach Kupfer einen leichten Aufschwung. Trotz traditionell guter Beziehungen zu Südafrika ist Namibia nicht Mitglied der NAU, da es wirtschaftlich wie politisch stark an Brasilien gebunden ist, gegen das die NAU opponiert. Aus dieser Situation resultiert auch die gegenwärtige Krise im Verhältnis zu Angola und Südafrika. Namibia zu Gute kommt seine für afrikanische Verhältnisse hervorragend ausgeprägte Infrastruktur, deren Grundlagen noch in der Kolonialzeit liegen, seit Jahrzehnten aber auch mit zunächst chinesischen, dann brasilianischen Geldern gefördert werden.

 

Nigeria: Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist ein steter Krisenherd. Seit fast einem Jahrhundert registrieren Beobachter Konflikte zwischen dem islamischem Norden und dem von Christen und Anhängern von Naturkulten geprägten Süden. Spätestens seit dem Ignorieren des ungeschriebenen Gesetzes, dass sich christliche und islamische Vertreter als Staatsoberhaupt abwechseln, schlägt die von kleineren Zusammenstößen geprägte Stimmung immer wieder in blutige Bürgerkriege aus. Auch das Schließen der Erdöl- und Erdgasfelder in der Bucht von Lagos und die damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit und der Verfall der Staatsfinanzen haben zum Krisenklima stark beigetragen. Mit der Megacity Lagos (17,1 Mio. Einwohner) liegt die größte Stadt Afrikas in Nigeria.

 

Kongo, Demokratische Republik: Die ehemalige belgische Kolonie ist das wohl unberechenbarste und für Ausländer, besonders für Europäer und Asiaten, gefährlichste Land Afrikas. Eine echte Regierung gibt es nicht mehr. Die letzten Wahlen fanden 2056 statt und ihr Ergebnis wurde von keinem Kandidaten anerkannt, selbst nicht von Tolube Usamba, der die meisten Stimmen, aber nicht die absolute Mehrheit erringen konnte. Der daraus resultierende Bürgerkrieg zwischen den Kandidaten und ihren Milizen ließ jegliche, ohnehin stets sehr geringe Ordnung im Kongo zusammenbrechen. Seither sind lokale Warlords die eigentlichen Machthaber im Kongo. Ethnische Säuberungen, Massenmorde an der Zivilbevölkerung, Folterung und willkürliche Inhaftierung von Einheimischen wie von Ausländern sind an der Tagesordnung. Geschürt wird der Konflikt zusätzlich durch die verhältnismäßig wohlhabenden östlichen Nachbarstaaten Ruanda, Uganda und Burundi, die einzelne Warlords unterstützen und sich dafür Frieden an ihren Grenzen und Einfluss erkaufen. Mittlerweile gehen die Kampfhandlungen schon über die kongolesischen Grenzen hinaus: Im April 2070 besetzte ein Warlord große Gebiete im Südsudan. Auch die Megacity und ehemalige Hauptstadt Kinshasa (14,4 Mio. Einwohner) wird von verschiedenen Warlords umkämpft. Neben diesen kriegerischen Konflikten hält der Kongo die unrühmlichen Rekorde, das Land mit der größten Unterversorgung an Nahrungsmitteln für die Bevölkerung in Afrika zu sein und unter der größten Rate von FMF-Erkrankungen auf dem Kontinent zu leiden.

 

Südafrika: Südafrika ist der stabilste und politisch wie wirtschaftlich unabhängigste Staat Afrikas außerhalb der ILN. Seit der Gründung der NAU durch den ehemaligen südafrikanischen Staatspräsident Alain Matokombo hat sich das Land zur wichtigsten Kraft der neu gegründeten NAU zusammengeschlossen und geht auf unverhohlenen Konfrontationskurs mit Indien und zunächst China, dann Brasilien, deren Besitze in Südafrika enteignet wurden. Die daraus resultierenden Erschwerung auf das Wirtschaftsleben nehmen der gegenwärtige linksliberale Joseph Akanbeo und seine Partei PNA (Partei für ein neues Afrika), die die Politik Matokombos fortsetzen, recht gelassen hin und trotz einer Jobkrise in den letzten beiden Jahren erfährt ihr politischer Kurs gegen den chinesischen, brasilianischen und indischen Wirtschaftsimperialismus große Zustimmung in der Bevölkerung. Basis für die Wirtschaft Südafrikas sind der Maschinenbau und der Diamantenabbau. Auf den Gebieten der Humanmedizin genießt das Land ebenfalls eine Stellung unter den Top-10 der Welt. In der Megacity Johannesburg (12,2 Mio. Einwohner) wurde das erste Medizinzentrum der Außerirdischen auf südafrikanischem Boden errichtet.

 

Organisationen

NAU – neue afrikanische Union: Die 2055 von sieben afrikanischen Staaten (Südafrika, Lesotho, Angola, Malawi, Mosambik, Tansania und Neu-Swasiland) gegründete Organisation hat ihren Sitz in Pretoria, Südafrika, und setzte sich zum Ziel, die afrikanischen Staaten weitgehend vom Einfluss der Industrieriesen China und Indien zu befreien. Mittlerweile gehören vier weitere Staaten (Lesotho, Botsuana und Gabun ab 2064 sowie Nsenga ab seiner Gründung 2066) zur NAU und nach dem Zusammenbruch Chinas wurde nahm Brasilien diesen Feindesplatz ein. Madagaskar besitzt einen Sitz als Beobachter, ist auf Grund seiner politischen Nähe zu Indien, das Flotten- und Flughäfen für seine Streitkräfte im indischen Ozean auf der Insel besitzt, kein vollwertiges NAU-Mitglied. Die NAU ist ein loser Staatenbund, der seine Wirtschaftspolitik abstimmt und eine gemeinsame innerafrikanische Verteidigungspolitik betreibt (so etwa beim Westsimbabwe-Krieg 2065/66), aber sich nicht wie die alte Afrikanische Union (AU, 2048 aufgelöst) um die Belange fast aller afrikanischer Staaten kümmert.

 

WAGfSS – westafrikanische Gemeinschaft für Stabilität und Sicherheit: Dieser Zusammenschluss (2061) armer, aber recht stabiler, wirtschaftlicher meist eng an Indien gebundener Staaten (Senegal, Guinea-Bissau, Guinea-Verde, Senegal, Sierra Leone, Guiena, Elfenbeinküste, Liberia, Togo, Ghana, Kamerun, Südmali und Benin), die unter halbjährlich wechselndem Vorsitz in Bamako, Südmali, tagen. Zentrale Anliegen der WAGfSS sind die Sorge um die militärische Sicherheit der Staaten, die besonders durch die ständigen Unruhen in Nigeria erscheint, sowie die Erhaltung eines zollfreien Wirtschaftsraumes, dessen Pate Indien, die Staaten fördert und einen Beobachtersitz im Rat der Industrie- und Wirtschaftsminister der 13 westafrikanischen Staaten besitzt.

 

ILN – islamische Liga Nordafrika: Die ILN ist die einflussreichste und wirtschaftlich stärkste Organisation in Afrika und wird im Artikel Staatengemeinschaften und Staatenbündnisse beschrieben.