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Hintergrund

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Europa

Nähere Daten zu den VEN und Russland wurden bereits in vorangegangenen Artikeln aufgeführt.

 

Staaten

Albanien: Das rückständige Land, an das der Kosovo 2033 freiwillig angegliedert wurde, zählt zu den wirtschaftlich und gesellschaftlich rückständigsten Nationen in Europa. Die Bevölkerung ist stolz, gilt als eigensinnig und in vielen Bereichen auch als antiquiert. Die Blutrache wird hier immer noch praktiziert, die albanische Mafia ist in der VEN berüchtigt und versucht die oftmals schnell wechselnden, kurzlebigen albanischen Regierungen zu kontrollieren, doch nach umfangreichen Reformen könnte die seit langem gehegte Politik, Albanien an die VEN anzugliedern erfolgreich verlaufen. Ein ständiger Konflikt mit Großserbien sorgt momentan noch für Grenzkonflikte.

 

Großserbien: Großserbien ist ein autoritär gelenkter Staat mit nur offiziell freien Wahlen. Es herrscht strengste Zensur, die Verfolgung von politischen Gegnern und willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Die nationalistische Regierung, deren Auslandskonten schon seit Jahrzehnten eingefroren sind, stützt sich stark auf das Militär, das als eigentliche Macht im Staat eine Art Schattenherrschaft einnimmt. Die riesigen wirtschaftlichen Probleme sorgen für eine Hohe Armut und schlechte medizinische Versorgung, die strikt praktizierte Abschottung gegen äußere Staaten, die den einst florierenden Tourismus zerstörte, sorgte aber auch dafür, dass das Land nur sehr gering von FMF betroffen ist. Ein Konflikt mit Albanien führt immer wieder zu Grenzscharmützeln.

 

Norwegen: Das hoch entwickelte Norwegen ist die einzige Industrienation Europas, die weder mit Russland noch mit der VEN politisch verbunden ist, auch wenn sie zu beiden Seiten gute Beziehungen unterhält. Das Land gehört zu den führenden Nationen bezüglich Schiffbaus, Rohstoffabbau in der Arktis und bei neuen Technologien. Die Bildungs- und Sozialsysteme zählen zu den Besten weltweit. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle und Norwegen ist das beliebteste Reiseziel von VEN-Bürgern. Militärische Streitkräfte besitzt Norwegen hingegen gar nicht, seitdem die norwegische Armee 2049 aufgelöst wurde.

 

Schweiz: Über die Schweiz könnte man viel sagen, aber es genügt sehr wenig: Die Schweiz ist die Schweiz ist die Schweiz. Wie eh und je ist das Land neutral, pflegt aber enge Wirtschaftskontakte zu den VEN und ist für sein Bankenwesen berühmt, auch wenn es sich auf Druck der VEN veranlasst sah, seit 2031 alle Geldbewegungen von VEN-Bürgern offenzulegen. Für chinesische, indische und russische Geldanlagen ist die Schweiz hingegen immer noch ein Paradies. Genf ist nach wie vor Sitz der UN, hat aber wie die Organisation selbst nahezu jede weltpolitische Bedeutung verloren.

 

Ukraine: Wie auch Weißrussland und Moldawien ist die Ukraine ein Marionettenstaat Russlands. Die gelenkte Demokratie bringt immer wieder wechselnde Kandidaten an die Macht, die mehr im Sinne des Kremls als im Interesse des eigenen Volkes handeln. Dank der günstigen Lage am Schwarzen Meer, der vergleichsweise stabilen Wirtschaft und der stark entwickelten Schwerindustrie ist die Ukraine allerdings weit weniger arm als Weißrussland und Moldawien. Die Schwarzmeerhäfen sind eine wichtige Landestelle für die russische Flotte.

 

Organisationen

RESEA: Die russisch-europäische Sicherheits- und Energie-Assoziation ist eine Art stabilisierendes Rückversicherungsbündnis zwischen Russland und Europa. Nebenbei verwaltet es den Staat Montenegro wirtschaftlich und stellt eine etwa 5.000 Mann starke Schutztruppe, die großserbischen Eroberungsgedanken einen strikten Riegel vorschiebt. Bei halbjährlichen Treffen der RESEA, über die alle koordinierenden Angelegenheiten der russisch-europäischen Energiewirtschaft laufen, treffen sich Innen-, Wirtschafts- und Verteidigungsminister beider Staaten, um mit den wichtigsten RESEA-Bürokraten politische Fragen für die nächsten sechs Monate vorab anzusprechen. Leiter der Behörde ist der Russe Sergj Archawin, der auch für die UNAISF von nicht geringer Bedeutung ist, da er finanzielle Mittel zu Gunsten der Geheimorganisation umleitet.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Australien und Ozeanien

Zahlreiche ozeanische Staaten, die noch vor einem halben Jahrhundert existierten, wurden durch das vom Klimawandel verursachte Ansteigen des Meeresspiegels von der Landkarte getilgt. Dennoch gibt es noch mehrere tausend kleine Inseln und Atolle in der Südsee, die sich auf Grund ihrer abgelegenen Lage gut als Rückzugspunkte für True Path und UNAISF eignen.

 

Staaten

Australien: Einst zählte Australien zu den stabilsten, wenn auch nicht modernsten und stärksten Staaten der Welt. Heute leidet es unter einer schweren Wirtschaftskrise, die durch den anhaltenden Klimawandel und damit einhergehende Probleme verursacht wird. Kein anderer Staat der Erde ist von so vielen und so oft auftretenden verheerenden Umweltkatastrophen betroffen. Mehrmals bedrohen im australischen Sommer Buschbrände die Großstädte, während jedes Jahr wenigstens zwei bis drei gewaltige Sturmfronten und Flutkatastrophen die Küstengebiete heimsuchen. Die schlimmste Sturmkatastrophe ereignete sich mit dem Wirbelsturm Harry im Jahr 2069, der über Perth hinwegfegte. Noch heute ist die einst blühende Stadt an der australischen Westküste ein Trümmerfeld. Trotz dieser Schwierigkeiten ist die politische Lage im dünn besiedelten Riesenland sehr stabil. Die FMF-Verbreitung zählt zu den fünf geringsten aller Länder weltweit.

Das Land ist aber auch eine der stärksten Rückhalte von True Path, das hier seine wichtigsten Zentralen unterhält. Hauptwirtschaftsfaktor des Landes ist die Energiewirtschaft, die mit riesigen Solaranlagen im heißen und wolkenlosen Landesinneren operiert und weltweit den Stand als zweite Macht im Bereich des terrestrischen Solarstroms (hinter der VEN) vorzuweisen hat.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Asien

Die Global Player China, Russland, Indien und Japan sowie die Gemeinschaft der Tigerstaaten sind nicht in dieser Übersicht, sondern in separaten Artikeln aufgeführt.

 

Staaten

Afghanistan: Seit dem Ende der ISAF-Mission und dem Rückzug der NATO-Armeen wurde Afghanistan von diversen Krisen und Regimen erschüttert, bis zuletzt eine mächtige Stammesfamilie Rangin Dadullahs bis 2058 weite Teile des Landes kontrollierte. Nach dem Fall der Dadullahs durch Stammesfehden versank Afghanistan endgültig in Anarchie. Heute haben lokale Warlords, Stammesverbände und einzelne fanatisch-islamistische Führer die Kontrolle über meist nur kleine Gebiete des zersplitterten Landes. Recht und Gesetz sind nicht viel mehr wert als die Kampfkraft der Söldner und Milizen, die es für den jeweiligen lokalen Fürsten durchsetzen. Im Westen blüht der Drogenhandel (v.a. Opium) und finanziert die schlagkräftigen Truppen einiger Warlords. Auch der Waffenhandel ist ein zentrales Element des afghanischen Handels. Maschinengewehre, Karabiner und selbst schweres Geschütz werden offen gehandelt, die Handfeuerwaffen sogar an Marktständen als wäre es Reis. Russland, Indien und die chinesischen Splitterstaaten dulden das Land als Pufferzone, aber auch um gewinnbringend illegale Waffendeals abzuwickeln und manche offiziellen Embargos über den Afghanistanhandel zu umgehen.

 

Bangladesch: Bangladesch ist das ärmste und dicht besiedelste Land Asiens. Hungersnöte und Flutkatastrophen sind hier an der Tagesordnung, Regierungskoalitionen zerbrechen schnell. Die meisten Staatsgelder fließen notgedrungen in verzweifelten Dammbau, da das schon früher als Holland Asiens bezeichnete Land nach Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel zu noch größeren Teilen unter Normal Null liegt. FMF ist auf Grund der katastrophalen medizinischen Versorgung und des sozialen Elends weit verbreitet. Mit der Megacity Dhaka (31,0 Mio. Menschen) liegt eine der größten Städte der Welt in dem übervölkerten Land, dessen Wirtschaft nur auf Grund von Finanzhilfen aus manchen Tigerstaaten noch nicht gänzlich zusammengebrochen ist.

 

Iran: Im Iran hält eine langjährige Staatskontrolle durch das Militär weiter an. Was vor fast 50 Jahren als Übergangsrat zur Aufrechterhaltung der Verwaltungs- und Sicherheitsstrukturen begann, hat sich mittlerweile zu einem offen eingestandenen Militärregime gewandelt. Die Leitung des Landes liegt in der Hand eines Militärrates mit für Außenstehende undurchschaubaren Strukturen, die nicht offenbaren wer die eigentliche Macht im Staat besitzt. Sicher hingegen ist, dass es nur staatlich gelenkte Presse und eine strikte Gewaltpolitik gegen die kaum vorhandene Opposition und Kritiker gibt. Das Wirtschaftsdefizit ist sehr hoch, hauptsächlich bedingt durch zahlreiche Embargos seitens der UN, die aber über afghanische Schmuggelrouten stark unterlaufen werden, und das enorme Militärbudget. Trotz eines Bündnisses mit den Einzelstaaten der streng islamischen NAL werden alle theokratischen Kräfte im Land unterdrückt. Der Islam ist zwar Staatsreligion, aber die Scharia wird trotz Festschreibung im Gesetz nicht umgesetzt. Luftwaffe und Heer des Iran sind sehr stark, wenn auch im Fall der Luftwaffe etwas veraltet, und neben Israel die einzige ernstzunehmende Militärmacht im Nahen Osten. Grenzkonflikte mit Pakistan sind an der Tagesordnung. Russland ist Hauptenergie- und Waffenlieferant für den Iran, im Gegenzug werden russischen Transporten die Durchfahrt und die Nutzung eines Hafens am Persischen Golf für zivile Schiffe gestattet.

 

Katar und VAE: Wie alle Staaten des Mittleren Ostens leiden auch Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate unter dem Bedeutungsrückgang und Erschöpfung des Erdöls, jedoch haben eine früh eingeleitete, weitsichtige Politik hin zur Entwicklung des Tourismus als weiteres Standbein sowie ein straffes Wirtschaften, das nichts mehr mit den Milliardeninvestitionen zu Anfangs des Jahrhunderts gemein hat, die Staatsfinanzen gerettet. So gelang es den beiden Golfstaaten dem wirtschaftlichen Desaster anderer arabischer Nationen zu entgehen. Der Islam ist weiterhin Staatsreligion, wird aber nur in gemäßigten Bahnen an der Politik beteiligt und die Scharia wurde als Gesetzesgrundlage abgeschafft. Die beiden Länder pflegen enge Beziehung zu Indien und dem chinesischen Splitterstaaten (besonders Guangdong und Beijing-Jelin), die es Katar und den VAE erlauben, weitgehend sicher neben den radikalen NAL-Staaten zu existieren.

 

Mongolei: Das Land besitzt die weltweit geringste Bevölkerungsdichte und gilt immer noch rückständig, wurde auf Grund seiner Abgelegenheit aber FMF fast gänzlich verschont. Das Land bietet ebenso einen Rückzugsraum für die UNAISF, da es von Aliens kaum beachtet wird. Touristen fällt in der Mongolei weiterhin die sehr antiquiert wirkende, wenig technisierte Kultur ins Auge. Reiterspiele und Herden haben hier immer noch einen größeren Stellenwert als Internet und die moderne Unterhaltungsindustrie. Es gibt in der Mongolei kein Administration as Service. Die Bevölkerung ist freiheitsliebend und die Politik hält sich aus dem Weltgeschehen heraus. Die Eigenständigkeit des Landes wird von China (später den chinesischen Splitterstaaten) und Russland gefördert, nicht zuletzt um die gemeinsame Grenze möglichst kurz zu halten und keine Interessenskonflikte erwachsen zu lassen.

 

Pakistan: Das arme und völlig überbevölkerte Pakistan erinnert in vielen Belangen an seinen nördlichen Nachbarn Afghanistan. Hier gibt es zwar noch eine offizielle politische Führung, die in weitgehend freien und fairen Wahlen ernannt wird, aber nur im Westen und Süden noch tatsächlich die Kontrolle über das Staatsgebiet ausübt. Im unwegsamen Norden und Osten haben Stammesclans und Rebellengruppen die Macht an sich gerissen. Vielerorts ist Pakistan eine rechtliche Grauzone. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass das Land nur noch durch den großen Feind des vergangenen Jahrhunderts, Indien, nicht völlig in sich zusammenbricht. Indien tut dies freilich nicht aus reiner Herzensgüte, sondern aus wirtschaftlichem und sicherheitspolitischem Kalkül, da Pakistan die unsicheren Staaten Iran und Afghanistan von Indiens Grenzen fernhält und gleichzeitig mit seinen über 250 Millionen Einwohnern ein wichtiger Absatzmarkt für indische Firmen ist. Dank dieser Unterstützung gelingt es der pakistanischen Regierung weiterhin, fundamentalistische Elemente unter Kontrolle zu halten und in Grenzkonflikten mit dem Iran genug Stärke zu demonstrieren, damit dieser nicht einfällt. FMF ist in Pakistan weit verbreitet. Mit Karachi (20,3 Mio. Einwohner) und Lahore (13,3 Mio.) liegen zwei Megacities auf pakistanischem Boden.

 

Philippinen: Stets wechselnde autoritäre Regime, Putsche und dauernd schwelende und regelmäßig ausbrechende Konflikte zwischen Christen und Moslems sorgten in den vergangenen 100 Jahren dafür, dass die Philippinen trotz ihrer guten geographischen Lage für den Handel sich niemals zu einer Wirtschaftsmacht ähnlich den nahe liegenden Tigerstaaten entwickeln konnte. In der Gegenwart ist eine fundamentalistisch-christliche Regierung an der Macht, die sich selbst als “Kreuzritter des Ostens” bezeichnet und mit brutaler, militärischer Gewalt gegen Muslime vorgeht. Fast monatliche liest man in der Presse etwas über Massaker oder Massenverhaftungen. Der Drogenanbau und -handel besitzt auf den Philippinen eine wichtige, wirtschaftliche Stellung. Die Gesetzgebung ist ebenso streng wie in Vietnam oder Thailand, jedoch wird sie nur selten umgesetzt, so dass die Philippinen zum Hauptdrogenlieferant für den gesamten ostasiatischen Raum aufstiegen. Die Regierung duldet dies, da die Milizen der christlichen Drogenbarone nicht selten für die Verfolgung von Muslimen eingesetzt werden. Auf dem regulären Wirtschaftsmarkt sind vor allem Vorerzeugnisse für industrielle und elektronische Produkte eine Hauptexportware des Inselstaates. Trotz der erschreckend hohen FMF-Infektionsquote unter der Bevölkerung verfolgt die Regierung eine radikale Anti-Alien-Politik. Nach Informationen der UNAISF beruht dies nicht nur auf der fundamentalistisch-christlichen Einstellung des Regimes, sondern lässt sich auch auf einen starken Einfluss von True Path zurückführen. Die Megacity Manila (16,8 Mio. Einwohner) ist zwar noch Hauptstadt, aber der Regierungssitz wurde nach Quezon City verlagert.

 

(Süd-)Korea: War Südkorea zur Jahrhundertwende noch ein wirtschaftlich wie politisch bedeutender Staat – nicht zuletzt auf Grund des Nordkoreakonfliktes stark von den westlichen Industriemächten unterstützt –, so ist seine Bedeutung heute stark rückläufig. Nach dem Zusammenbruch Chinas übernahm Südkorea die Kontrolle über den nördlichen Bruder und vollzog die Widervereinigung. Dies brachte Korea aber wirtschaftlich gesehen nur Nachteile, denn Nordkorea ist ein Grab für Investitionen, dessen enorme Rückständigkeit keinen einfachen Erfolg zulässt. Die Überalterung der Gesellschaft ist kaum zu übersehen und einzig die guten Beziehungen zu Japan verhindern einen kompletten Zusammenbruch der Wirtschaft Koreas.

 

Organisationen

NAL – Neue Arabische Liga: siehe Staatengemeinschaften und Staatenbündnisse

 

ZASK – zentralasiatische Sicherheitskonferenz: Die Nachfolge-Organisation der fünf zentralasiatischen Staaten Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Kasachstan, Kirgisistan wurde 2033 als Reaktion auf die Bedrohung durch Russland und die daraus resultierende russisch-chinesische Krise (2025-2027) gegründet. Sie stimmt eine gemeinsame Verteidigungspolitik ab und gewährte der Schutzmacht China bis zum Zerfall Großchinas, aber auch Indien einen Sitz als Beobachter bei Verhandlungen. Mittlerweile orientiert sich die ZASK vor allem an Indien, nähert sich aber auch wieder Russland an, da China nach seiner Teilung keinen ausreichenden Schutz mehr garantieren kann.

Das Jahr 2071

Politik/Weltgeschehen: Es war der 24. März 2071, der die Welt für immer veränderte, den Glauben der meisten Menschen an ihre Einzigartigkeit im Universum erschütterte und die Scherze aller belustigten Kritiker verstummen ließ. Die Teleskope auf der Erde und im Orbit nahmen alle plötzlich gegen 8.33 UTC ein Signal wahr, das wie aus dem Nichts jenseits von Neptun aufgetaucht war und sich mit großer Geschwindigkeit der Erde näherte. Drei Stunden später schenkte ein Raumschiff, dessen Bauart auch der UNAISF völlig unbekannt und dessen beeindruckende Größe nicht mit den sirianischen Aufklärungsschiffen zu vergleichen war, in den Erdorbit ein und sandte in Englisch, Chinesisch, Hindi, Russisch und Portugiesisch Grußbotschaften in alle Welt. Um 12.04 UTC erschienen wie aus dem Nichts Aliens von der Spezies der Grauen in den Büros der Regierungschefs der sieben Großmächte der Welt in Washington, London, Brasilia, Peking, Dehli, Moskau und Tokio. Noch bevor die überraschten Sicherheitsdienste eingreifen konnten hatten die Aliens die Botschaft von Freundschaft und Frieden übermittelt – die auch auf den meisten TV-Kanälen zu sehen – war und ihrer Hoffnung auf ein friedliches Kennenlernen Ausdruck verliehen. Sie seien Reisende auf der Suche nach neuen Kulturen und Freunden in der endlosen Weite des Universums.

Während die meisten Regierungen größere Zurückhaltung übten, entschloss sich die Führung Australiens, das Schiff der Aliens unter Einsatz sämtlicher ihr zur Verfügung stehender Militärsatelliten vom Himmel zu schießen, erzielte mit ihren Angriffen jedoch keine Wirkung. Die friedliche und gutmütige Antwort der Aliens, die Verständnis für die Besorgnis der Regierungen der Menschen äußerten und den Angriff als ein natürliches Verhalten betrachteten, sorgte in den meisten Ländern für Aufatmen und die Ansicht, die Aliens seien tatsächlich in Frieden gekommen. Es wurden Gespräche mit den Regierungschefs der Welt vereinbart und am 26. März 2071 hielt ein Botschafter der Grauen eine wortgewandte Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York, in der er der Menschheit anbot, ihr bei der Weiterentwicklung der Technik, dem Verständnis für die Geheimnisse der Raumfahrt und des Kosmos sowie bei der Bekämpfung dringlicher Probleme behilflich zu sein. Er schloss mit den Worten, dass es seit jeher Prinzip der Grauen gewesen sei, ihr erworbenes Wissen mit anderen kulturschaffenden, intelligenten Wesen im ganzen Universum zu teilen.

Besonders verlockend erschien das zwei Tage darauf folgende Angebot der Grauen, die Menschen von ihrer größten Bedrohung, der Seuche FMF, zu befreien. Die Medizin der Grauen, so sagte ihr Botschafter, sei hochentwickelt und erste Untersuchungen hätten ergeben, dass es den Ärzten seines Volkes möglich wäre, FMF zu kurieren. Gleiches gälte für andere Erkrankungen, die die Menschen plagen würden. Allerdings seien für solche Therapien umfangreiche Einrichtungen nötig, so dass er darum bat, die Menschen mögen seinem Volk Gebäude zur Verfügung stellen, in denen die Behandlung durchgeführt werden könnten. Als erstes Land stimmte Indien, das von allen Großmächten am stärksten von FMF betroffen war, diesem Vorschlag zu und am 27. Mai 2071 eröffnete in Mumbai mit dem Medizinzentrum für Frieden und Freundschaft die erste Einrichtung der Grauen auf der Erde. Die Erfolge der Grauen waren überwältigend. Alle 123 Patienten, die sich an diesem Tag meldeten und deren Krankheitsstadium weit fortgeschritten war, wurden vollständig geheilt und alle mit der Erkrankung einhergehende Gebrechen rückgängig gemacht. Die Resonanz in der Weltbevölkerung war überschwänglich und es vergingen keine vier Wochen, bis in jedem größeren Land der Erde nicht wenigstens ein Medizinzentrum der Grauen eröffnet hatte.

Die Reaktion bei der UNAISF war freilich weit weniger euphorisch, hatte man doch vom Sirianer aus Roswell erfahren, dass auch der Eroberung seiner Welt eine friedliche Begegnung mit den Grauen vorausgegangen war. Die Zeit der Invasion war gekommen und die UNAISF musste schnell handeln, wenn sie die Grauen aufhalten wollte.

Die hier folgenden Beschreibungen umfassen Staaten der zweiten und dritten Reihe oder solche, die durch Besonderheiten eine gewisse Bedeutung besitzen oder stellvertretend für eine Gruppe anderer kleinerer Staaten stehen. Es handelt sich um eine unvollständige Auswahl.

 

Afrika

Die Islamische Liga Nordafrika (ILN) und deren Einzelstaaten finden sich nicht in dieser Liste, sondern sind in einem vorgegangenen Artikel beschrieben. Die meisten afrikanischen Staaten werden durch Korruption, Einflussnahme durch Indien oder Brasilien sowie chaotische, unübersichtliche Machtverhältnisse mit schnell wechselnden Diktaturen und ethnischen Konflikten geprägt. Neben den zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierenden Staaten entstanden durch Abspaltungen, Bürgerkriege und ähnliche Unruhen mehr als ein Dutzend weitere afrikanische Kleinstaaten, die weitgehend aber ohne große politische Bedeutung sind. Unter anderem zählen Guinea-Verde, Südmali, Neu-Swasiland, Westsimbabwe und Nsenga zu diesen Neugründungen.

Viele Staaten Afrikas leiden unter einer enormen Trinkwasserknappheit, die sowohl auf den Klimawandel als auch auf die Ausbeutung der eigentlich ausreichenden Wasserressourcen zurückzuführen ist. Vor allem der Südosten Afrikas ist nach der Austrocknung des Sambesi stark vom Trinkwasserproblem betroffen. Auch der einst als Stütze er Wirtschaft geltende Tourismus geht durch die politischen und sozialen Unruhen in den ost- und südostafrikanischen Nationen immer weiter zurück und sorgt für eine Verschlechterung der allgemeinen Situation. Die NAU versucht diesen Entwicklungen entgegenzusteuern.

 

Staaten

Namibia: Der Staat im Südwesten Afrikas durchläuft seit Jahrzehnten einen Balanceakt, ausgelöst durch die Einführung der Kernfusion, die die Kernspaltung als eine der wichtigsten Energiequellen des Planeten ersetzte. Zuvor galt Namibia als einer der vielversprechendsten Staaten Afrikas in Bezug auf eine positive wirtschaftliche Entwicklung, war er doch der weltweit drittgrößte Uranexporteur. Seit Einführung der Kernfusion und des damit sinkenden Bedarfs an Uran erlebt das ob seiner klimatischen Bedingungen wenig zum Ackerbau geeignete Land eine schwere wirtschaftliche Krise. Lange Zeit war wie in der Kolonialepoche die Viehzucht eine der Grundlagen für die namibische Wirtschaft. Der Staat erlebte in den letzten Jahren auf Grund der wieder gestiegenen Nachfrage nach Kupfer einen leichten Aufschwung. Trotz traditionell guter Beziehungen zu Südafrika ist Namibia nicht Mitglied der NAU, da es wirtschaftlich wie politisch stark an Brasilien gebunden ist, gegen das die NAU opponiert. Aus dieser Situation resultiert auch die gegenwärtige Krise im Verhältnis zu Angola und Südafrika. Namibia zu Gute kommt seine für afrikanische Verhältnisse hervorragend ausgeprägte Infrastruktur, deren Grundlagen noch in der Kolonialzeit liegen, seit Jahrzehnten aber auch mit zunächst chinesischen, dann brasilianischen Geldern gefördert werden.

 

Nigeria: Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist ein steter Krisenherd. Seit fast einem Jahrhundert registrieren Beobachter Konflikte zwischen dem islamischem Norden und dem von Christen und Anhängern von Naturkulten geprägten Süden. Spätestens seit dem Ignorieren des ungeschriebenen Gesetzes, dass sich christliche und islamische Vertreter als Staatsoberhaupt abwechseln, schlägt die von kleineren Zusammenstößen geprägte Stimmung immer wieder in blutige Bürgerkriege aus. Auch das Schließen der Erdöl- und Erdgasfelder in der Bucht von Lagos und die damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit und der Verfall der Staatsfinanzen haben zum Krisenklima stark beigetragen. Mit der Megacity Lagos (17,1 Mio. Einwohner) liegt die größte Stadt Afrikas in Nigeria.

 

Kongo, Demokratische Republik: Die ehemalige belgische Kolonie ist das wohl unberechenbarste und für Ausländer, besonders für Europäer und Asiaten, gefährlichste Land Afrikas. Eine echte Regierung gibt es nicht mehr. Die letzten Wahlen fanden 2056 statt und ihr Ergebnis wurde von keinem Kandidaten anerkannt, selbst nicht von Tolube Usamba, der die meisten Stimmen, aber nicht die absolute Mehrheit erringen konnte. Der daraus resultierende Bürgerkrieg zwischen den Kandidaten und ihren Milizen ließ jegliche, ohnehin stets sehr geringe Ordnung im Kongo zusammenbrechen. Seither sind lokale Warlords die eigentlichen Machthaber im Kongo. Ethnische Säuberungen, Massenmorde an der Zivilbevölkerung, Folterung und willkürliche Inhaftierung von Einheimischen wie von Ausländern sind an der Tagesordnung. Geschürt wird der Konflikt zusätzlich durch die verhältnismäßig wohlhabenden östlichen Nachbarstaaten Ruanda, Uganda und Burundi, die einzelne Warlords unterstützen und sich dafür Frieden an ihren Grenzen und Einfluss erkaufen. Mittlerweile gehen die Kampfhandlungen schon über die kongolesischen Grenzen hinaus: Im April 2070 besetzte ein Warlord große Gebiete im Südsudan. Auch die Megacity und ehemalige Hauptstadt Kinshasa (14,4 Mio. Einwohner) wird von verschiedenen Warlords umkämpft. Neben diesen kriegerischen Konflikten hält der Kongo die unrühmlichen Rekorde, das Land mit der größten Unterversorgung an Nahrungsmitteln für die Bevölkerung in Afrika zu sein und unter der größten Rate von FMF-Erkrankungen auf dem Kontinent zu leiden.

 

Südafrika: Südafrika ist der stabilste und politisch wie wirtschaftlich unabhängigste Staat Afrikas außerhalb der ILN. Seit der Gründung der NAU durch den ehemaligen südafrikanischen Staatspräsident Alain Matokombo hat sich das Land zur wichtigsten Kraft der neu gegründeten NAU zusammengeschlossen und geht auf unverhohlenen Konfrontationskurs mit Indien und zunächst China, dann Brasilien, deren Besitze in Südafrika enteignet wurden. Die daraus resultierenden Erschwerung auf das Wirtschaftsleben nehmen der gegenwärtige linksliberale Joseph Akanbeo und seine Partei PNA (Partei für ein neues Afrika), die die Politik Matokombos fortsetzen, recht gelassen hin und trotz einer Jobkrise in den letzten beiden Jahren erfährt ihr politischer Kurs gegen den chinesischen, brasilianischen und indischen Wirtschaftsimperialismus große Zustimmung in der Bevölkerung. Basis für die Wirtschaft Südafrikas sind der Maschinenbau und der Diamantenabbau. Auf den Gebieten der Humanmedizin genießt das Land ebenfalls eine Stellung unter den Top-10 der Welt. In der Megacity Johannesburg (12,2 Mio. Einwohner) wurde das erste Medizinzentrum der Außerirdischen auf südafrikanischem Boden errichtet.

 

Organisationen

NAU – neue afrikanische Union: Die 2055 von sieben afrikanischen Staaten (Südafrika, Lesotho, Angola, Malawi, Mosambik, Tansania und Neu-Swasiland) gegründete Organisation hat ihren Sitz in Pretoria, Südafrika, und setzte sich zum Ziel, die afrikanischen Staaten weitgehend vom Einfluss der Industrieriesen China und Indien zu befreien. Mittlerweile gehören vier weitere Staaten (Lesotho, Botsuana und Gabun ab 2064 sowie Nsenga ab seiner Gründung 2066) zur NAU und nach dem Zusammenbruch Chinas wurde nahm Brasilien diesen Feindesplatz ein. Madagaskar besitzt einen Sitz als Beobachter, ist auf Grund seiner politischen Nähe zu Indien, das Flotten- und Flughäfen für seine Streitkräfte im indischen Ozean auf der Insel besitzt, kein vollwertiges NAU-Mitglied. Die NAU ist ein loser Staatenbund, der seine Wirtschaftspolitik abstimmt und eine gemeinsame innerafrikanische Verteidigungspolitik betreibt (so etwa beim Westsimbabwe-Krieg 2065/66), aber sich nicht wie die alte Afrikanische Union (AU, 2048 aufgelöst) um die Belange fast aller afrikanischer Staaten kümmert.

 

WAGfSS – westafrikanische Gemeinschaft für Stabilität und Sicherheit: Dieser Zusammenschluss (2061) armer, aber recht stabiler, wirtschaftlicher meist eng an Indien gebundener Staaten (Senegal, Guinea-Bissau, Guinea-Verde, Senegal, Sierra Leone, Guiena, Elfenbeinküste, Liberia, Togo, Ghana, Kamerun, Südmali und Benin), die unter halbjährlich wechselndem Vorsitz in Bamako, Südmali, tagen. Zentrale Anliegen der WAGfSS sind die Sorge um die militärische Sicherheit der Staaten, die besonders durch die ständigen Unruhen in Nigeria erscheint, sowie die Erhaltung eines zollfreien Wirtschaftsraumes, dessen Pate Indien, die Staaten fördert und einen Beobachtersitz im Rat der Industrie- und Wirtschaftsminister der 13 westafrikanischen Staaten besitzt.

 

ILN – islamische Liga Nordafrika: Die ILN ist die einflussreichste und wirtschaftlich stärkste Organisation in Afrika und wird im Artikel Staatengemeinschaften und Staatenbündnisse beschrieben.

Das Jahr 2070

Politik/Weltgeschehen: Zahlreiche Berichte von Ufologen, die Raumschiffe über Indien, China, Russland und den USA gesehen haben wollten, wurden von der breiten Weltöffentlichkeit natürlich weitgehend belächelt. Die vorherrschende Meinung blieb, dass die Teleskope im Erdorbit und bei entsprechenden Gegenstücken auf der Erde, so etwa das 2064 in Betrieb genommene Portales-Teleskop in Chile, das größte Radioteleskop der Welt, eine Ankunft von Aliens sicher erkennbar gemacht hätten. Ufologen bezeichneten Fotographien von schwebenden Raumschiffen hingegen äußerst glaubwürdig. Auch der Unfalltod des berühmten Ufologen und selbsternannten Alienkundlers Giovanni di Natale und die Zerstörung eines russischen Tourismusshuttles zum Mond, für das die AGR zunächst keine Ursache feststellen konnte, gaben den Verschwörungstheorien neue Nahrung, sorgten in seriösen Kreisen aber nicht für große Schlagzeilen.

Bei der UNAISF hingegen schrillten alle Alarmglocken. Die im Internet veröffentlichten Bilder waren in ihren Augen nicht die von der Weltöffentlichkeit als äußerst geschickt gestaltete Photomanipulationen verhöhnten Auswüchse von Phantasten, sondern zeigten eindeutig sirianische Aufklärungsschiffe. Es war nicht zu leugnen, dass der seit den Ereignissen von Roswell befürchtete Zeitpunkt der Ankunft von Außerirdischen auf der Erde und die damit verbundene Invasion unmittelbar bevorstehen mussten.

Neben den bereits vorgestellten Power Playern existieren auch weitere, in sich weniger geschlossene oder einflussreiche Zusammenschlüsse kleinerer Staaten. Die wichtigsten vier sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden.

 

Staatengemeinschaften und Staatenbündnisse

Dieses Kapitel soll einen kurzen Überblick über enge Bündnisse kleinerer Staaten geben, die jedoch weit weniger ausführlich als in den Fällen der Big Seven behandelt werden. Die hier genannten Staaten tauchen nicht mehr im Bereich der übrigen Staaten auf.

 

Tigerstaaten

Als Tigerstaaten werden seit dem 20. Jahrhundert die wirtschaftlich aufstrebenden Staaten Südostasiens bezeichnet (allen voran Vietnam, Thailand und Malaysia). Hier werden sie in einem gemeinsamen Profil abgebildet, da sie um 2071 eine sehr ähnliche, abgestimmte Politik und einen gemeinsamen Wirtschaftskurs fahren. Sie konkurrieren zwar mit einander, sind aber im Kampf um Marktanteile gegen die größeren Staaten, besonders die indische politische wie wirtschaftliche Hegemonie in Südostasien, vereint. Diese wirtschaftliche Bedrohung stärkt ihren Zusammenhalt und lässt sie über nationale Streitigkeiten der Vergangenheit hinwegsehen. Im 21. Jahrhundert wurden auch Laos, Burma/Myanmar und Indonesien zu dieser Gruppierung gerechnet, wobei Indonesien oftmals eigene Wege einschlägt und durch seine schiere Größe eine Sonder- wenn auch keine Vorrangstellung einnimmt. Laos und Myanmar fielen durch die indischen Eroberungen aus dem Kreis dieser Staaten heraus, so dass im Wesentlichen die ursprünglichen Staaten und Indonesien in dieser Liste bleiben. Es handelt sich bei den Tigerstaaten nicht um eine Organisation,  sondern um souveräne und unabhängige Einzelstaaten mit eigenen nationalen Interessen, die nur der Positionierung und Durchsetzungsfähigkeit auf dem Weltmarkt gemeinsame Sache machen. Ein solches Bündnis ist mittlerweile von größter Bedeutung für die Einzelstaaten, da alle Volkswirtschaften dieser Länder durch die wirtschaftlichen Krisen des 21. Jahrhunderts sehr stark gelitten haben.

 

Indonesien: Der größte muslimische Staat der Welt hat unter wirtschaftlichen Krisen wie auch unter verheerenden Naturkatastrophen im 21. Jahrhundert mehrfach gelitten. Allein die enge Zusammenarbeit mit den anderen Tigerstaaten erlaubte ihm, die wirtschaftliche Unabhängigkeit von einem Global Player wie Indien zu bewahren. Seit Eintreffen der Aliens hat Indonesien sich den Neuankömmlingen als sehr offen gezeigt und als einziges muslimisches Land eine vollständige Zusammenarbeit angeboten. Die ersten Medizinzentren in Südostasien entstanden im krisengeschüttelten Indonesien, wo die Aliens bereits nach wenigen Wochen Fuß fassen konnten. Nach Berichten der UNAISF sind die wichtigsten Politiker des Landes bereits mit einem Inhibitor versehen.

Vietnam: Neben Thailand ist Vietnam der vitalste Staat aus diesem Kreis. Es existiert zwar in vielen Teilen des Landes noch eine erstaunliche Rückständigkeit – so leben in entlegenen Regionen die Menschen immer noch wie vor 150 Jahren –, doch die Städte haben sich modernen westlichen Standards angepasst und sind Zentren der Wirtschaft und des Kapitalismus. Zunächst richtete Vietnam seine Politik auf China aus und litt wirtschaftlich schwer unter dem Zusammenbruch des nördlichen Nachbarn. Eine ähnliche Bindung mit Indien einzugehen lehnen die Vietnamesen ab und betrachten Indien als tyrannischen Aggressor, der die Nachbarstaaten überfallen hat. Den Aliens stehen die Vietnamesen recht skeptisch gegenüber.

Thailand: Thailand erholte sich am besten von allen Tigerstaaten nach den Krisen des 21. Jahrhunderts und ist heute ein starker Wirtschaftspartner für Indien, die chinesischen Staaten und die Tigerstaaten. Das Land bemüht sich außenpolitisch erfolgreich um Neutralität, doch im Inneren herrschen immer wieder Aufstände und Machtkämpfe. Das gesamte politische System ist destabilisiert und Regierungen können sich manchmal kaum ein halbes Jahr an der Macht halten und wechseln schnell. Trotz seiner Wirtschaftskraft herrscht in Thailand große Unruhe.

Singapur: Singapurs Probleme gestalten sich gänzlich anders. Der strikt geführte Staatstadt kennt keine Unruhen, dafür jedoch eine fürchterliche Luftverschmutzung. Der Smog hat die Millionenstadt fest im Griff und zwingt die Menschen stets Atemmasken anzulegen, wenn sie ihre Häuser verlassen. Auf politischen Druck hin wurde der komplette Autoverkehr für die Stadt verboten, so dass die meisten Menschen von zuhause aus arbeiten oder die öffentlichen Nahverkehrstransporte nutzen müssen.

Malaysia: Malaysias Wirtschaft brach vollständig zusammen und Revolutionen veränderten das politische System des Landes. Heute ist Malaysia eine weitgehend echte Demokratie, die jedoch nur durch Wirtschaftshilfe der anderen Tigerstaaten überleben kann.

Brunei: Auch das reiche Sultanat fiel der Wirtschaftskrise zum Opfer. Der Sultan verlor fast sein ganzes Vermögen und das Land glitt in die Armut. Viele Menschen verließen Brunei mit Ziel Singapur oder Indonesien, so dass Brunei heute nur sehr dünn besiedelt ist. Wirtschaftsanalagen gab es hier nie und so wirkt Brunei wie ein verwunschener Ort, umgeben von dichten Regenwäldern.

 

Islamische Liga Nordafrikas (ILN)

Die Grundsteine der ILN liegen zu Beginn des Jahrhunderts, als sich die Bevölkerungen von Tunesien, Libyen und Ägypten ihre Freiheit erstritten. Es folgte nach langen Jahren des Ringens eine echte Demokratisierung und Öffnung zum Westen hin. Fundamentalistische Kräfte verloren auf Grund des schnell wachsenden Wohlstandes an Einfluss, der Islam besitzt in gemäßigter Funktion jedoch noch ein sehr großes Gewicht. Wie alle islamischen Staaten stehen auch die ILN-Mitglieder den Aliens kritisch gegenüber, wenn auch nicht so radikal-feindselig wie die NAL. Medizinzentren gibt es in ihrem Staatsgebiet nicht, jedoch ist ihren Bürgern die Reise in auswärtige Einrichtungen dieser Art gestattet.

Die fünf Staaten der ILN sind eng verbunden, aber selbständig. Sie sind damals wie heute ein loser Staatenbund, den gemeinsame wirtschaftliche Interessen und kulturelle Vergangenheit zusammenhalten. Das Gebiet der ILN reicht von Marokko bis Ägypten. Die ILN ist eng mit den VEN verbündet, eine Gemeinschaft aus der beide Seiten ihre Vorteile ziehen. Die ILN erhält finanzielle Unterstützung und Know-how und sorgt im Gegenzug für Ruhe an den Zuwanderungsgrenzen Südeuropas sowie die Ausbildung gut eingearbeiteter Fachkräfte. Ferner stellt die ILN das Gelände für das DeserTec-Projekt, mit dem die VEN einen großen Teil ihres Strombedarfes decken, und sorgt für die Sicherheit dieser teuren Anlagen auf ihren Staatsgebieten.

Ägypten: Ägypten vollzog nach langer Zeit der Militärübergangsherrschaft einen vorbildlichen demokratischen Wandel und gehört zu den liberalsten Staaten Nordafrikas. In Kairo war bereits ein Medizinzentrum der Aliens geplant, jedoch wurde dieser Plan auf Drängen der übrigen ILN-Staaten wieder fallen gelassen.

Libyen: Libyen ist das wirtschaftlich schwächste Land der ILN, besitzt aber die größten DeserTec-Anlagen, so dass ihnen auch die größte Unterstützung seitens der VEN zuteilwird. Nach zwei Putsch-Versuchen durch das Militär erlaubte Libyen den VEN die Stationierung von Einheiten der französischen Fremdenlegion auf ihrem Gebiet, um DeserTec in ähnlichen Fällen abzusichern.

Tunesien: Der kleinste Staat der ILN hat seit den Revolutionen zu Beginn des Jahrhunderts die stärkste wirtschaftliche Entwicklung genommen und ist heute eine stabile Demokratie nach westlichem Vorbild. Auch Lebensstandard und Lebenswandel entspricht am ehesten dem in Europa. Der Islam besitzt hier die geringste Bedeutung, ist aber immer noch vorherrschende Religion.

Algerien: Der größte Staat der ILN ist nach wie vor recht rückständig. Die wirtschaftlichen Entwicklungen kommen nur langsam in Gang und verzögern sich durch konservative Einflüsse immer wieder. Das Land ist das einzige in den ILN, in denen die radikalen Gesetze der Scharia noch dauerhafte Anwendung finden.

Marokko: Offiziell ist Marokko immer noch ein Königreich, auch wenn demokratische Strukturen Einzug gehalten haben. Im Kriegsfall besitzt der König diktatorische Rechte und ist Oberbefehlshaber, in Friedenszeiten bestimmt das gewählte Parlament weitgehend die Politik, jedoch hat der König ein Veto-Recht von dem er selten Gebrauch macht. Innenpolitische Probleme gibt es wie schon seit einem Jahrhundert mit Polisario, der bewaffneten Freiheitsorganisation der Sahauris, die den von Marokko besetzten Teil der Westsahara zu einem unabhängigen Staat innerhalb der ILN ausrufen wollen. Ob der dort vorkommenden reichen Bodenschätze weigert sich Marokko beharrlich, dies in Erwägung zu ziehen.

 

Neue Arabische Liga (NAL)

Die NAL-Staaten sind nur in lokalen Fragen selbständig, in der Außenpolitik und Verteidigung sowie im Außenhandel jedoch eine echte Staateneinheit. Sie verbindet eine strikte bis fundamentalistische Auslegung des Islam, die Anwendung der Scharia als Gesetzesautorität und der Herrschaft von Geistlichen über die weltlichen Parlamente, die nur in Verwaltungsfragen frei entscheiden können. Die NAL unterhält normale Beziehungen zum Iran, steht allen anderen Staaten aber feindlich gesinnt gegenüber. Besonders die VEN und die übrigen westlichen Staaten, aber auch ihre Glaubensbrüder aus der ILN, die mit der VEN zusammenarbeiten, sind der herrschenden Schicht der NAL ein Dorn im Auge. Der Staatenbund besteht aus den Territorien der Länder Oman, Saudi-Arabien, Jemen, Syrien, Jordanien und dem Libanon. Die gemeinsame Hauptstadt ist Damaskus, Sitz der Obersten Rates, der nur aus sehr konservativen Islamgelehrten besteht, ist hingegen Mekka.

Die NAL-Staaten sind überwiegend arm und rückständig. Moderne Errungenschaften, die aus dem Westen stammen, sind verboten, da sie dem Geist der Unheiligen entspringt. Die Landung wird Aliens selbst in Notfällen verwehrt und auf dem Gebiet der NAL ist es nicht strafbar “eine solche widernatürliche Kreatur, die Gottes Schöpfung lästert” zu töten.

 

Neue Afrikanische Union (NAU)

Die Organisation, in der verschiedene eigenständige Staaten zusammengeschlossen sind, diente ursprünglich dem Zurückdrängen des Einflusses Chinas und Indiens in Afrika. Nach dem Zerfall Chinas und dem Auftreten Brasiliens auf dem afrikanischen Kontinent richtete sich der Zorn der NAU in diese Richtung, doch den Brasilianern gelang es, einige Militärbasen zu halten. Da sich weder Indien noch Brasilien durch Gewalt vertreiben ließen, bot der Generalsekretär der NAU, der Südafrikaner Henry Utoboakye, der dem Gründer ins Amt gefolgt war, den beiden Großmächten eine friedliche Lösung an, die aber auch für die afrikanischen Staaten sinnvoll und nutzbringend sein müsse. Entsprechende Verhandlungen wurden aufgenommen, doch vor ihrem Ende explodierte eine Bombe, zu der sich Joseph Bellek aus Namibia bekannte. Er war der NAU kein Unbekannter, hatte er doch selbst einen Sitz in ihrem Vorstand. Joseph gehört nicht zu den Männern die Kompromisse eingehen oder Frieden schließen. Er will kämpfen und Afrika von Weißen und Asiaten befreien. Seither befindet sich Bellek im Krieg gegen Inder, Brasilianer und die NAU selbst, da sie mit dem Feind paktiert hatte.

Die NAU hat keine einheitliche Meinung zu den Aliens, da sie sich nur um Afrika und dessen Ausbeutung kümmert. Sollten die Aliens Afrika besetzen, wäre die NAU ihr erbitterter Feind. Der NAU gehören Südafrika, Lesotho, Angola, Malawi, Mosambik, Tansania, Neu-Swasiland, Lesotho, Botsuana, Gabun sowie Nsenga an.

 

Das Jahr 2069

Politik/Weltgeschehen: Die US-Südstaaten enthielten sich geschlossen der Präsidentschaftswahlen, die auf Grund eines von Präsidentin Jordan in den Nordstaaten eingeführten Notstands-Verfassungszusatzes keine gleichen Chancen für den Kandidaten des Südens geboten hätten. Sie führten stattdessen eigene Wahlen durch, bei denen Christian Monroe vom radikal-christlichen, neugegründeten Parteienbund Wahrer Weg obsiegte.

Föderative Republik Brasilien (BRA)

Die ehemalige portugiesische Kronkolonie, die erst am 7.September 1822 ihre Unabhängigkeit gewann, ist heute Hegemonialmacht über ganz Süd- und Mittelamerika. Dies verdankt sie keineswegs, wie häufig behauptet wird, der nuklearen Katastrophe in den USA, denn sie hatte diesen Stand bereits zuvor proklamiert und durchgesetzt. Die Entwicklung Brasiliens ist ein großes Vorbild für alle Staaten der südlichen Hemisphäre, von denen außer Brasilien keiner diesen Aufschwung und Sprung in die Reihe der sieben führenden Nationen der Welt geschafft hat. Diesen Erfolg verdankt Brasilien nicht zuletzt seiner zahlreichen Bevölkerung und der damit verbundenen Wirtschaftskraft. Auch die reichen Rohstoffvorkommen in diesem riesigen Land und kluge politische und wirtschaftspolitische Entscheidungen wie die Gründung der EBRA mit den Nationen Europas trugen ihren Anteil zu Brasiliens Erfolgsgeschichte bei. Dieser Erfolg machte aber auch viele Brasilianer blind für die akuten, ungelösten Probleme im eigenen Land, die immer noch nicht angepackt wurden. Stattdessen geht Brasilien den eingeschlagenen Weg weiter und vertraut auf seine Stärke und den Erhalt der – vielen trügerisch erscheinenden – Ruhe.

 

Politische Landesstruktur

Die Grenzen Brasiliens haben sich seit Jahrhunderten nicht mehr geändert. Von einigen unbedeutenden Grenzzwischenfällen mit Argentinien abgesehen wurde die Schlagkraft des brasilianischen Militärs nie auf die Probe gestellt. Statt die schwächeren südamerikanischen Nachbarn einzugliedern, bevorzugten die Brasilianer es, sie zu stützen und von außen zu kontrollieren.

Die einzigen faktischen Gebietserweiterungen fanden in den letzten Jahren statt, jedoch brachten sie keine geopolitischen Umwälzungen. Als Großchina in seine Teilstaaten zerbrach und sie ihren Einfluss in vielen Gebieten Afrikas verloren, füllten die Brasilianer diese Lücke und ließen sich im Gegenzug mit einigen Parzellen Land belohnen. Dort errichteten sie autonome Militärbasen, die aber – ebenso wie die Liegenschaften auf dem Mond – nicht zum eigentlichen brasilianischen Staatsgebiet gerechnet werden.

 

Übersicht

Fläche   (Weltrang: 5) 8.547.404 km²
Bevölkerung (Weltrang: 7) 289.300.000
Bevölkerungsdichte 33,8 je km²
Hauptstadt Brasilia
Amtssprachen Portugiesisch
Währung 1 Real (R$) = 100 Centavos; Kurs 1 € = 1,48 R$

 

Regierung

Die Innenpolitik Brasiliens ist wesentlich labiler als die Wirtschaft oder die Außenpolitik es Landes. Großen Anteil daran besitzt das breite Spektrum der Parteienlandschaft. Koalitionen sind nach jeder Wahl schwierig zu bilden, da gegenwärtig 18 Parteien die Sitze im Abgeordnetenhaus (Camara dos Deputandos) und 9 im Senat (Senado Federal) teilen. Teilweise saßen aber auch schon mehr als 25 Parteien in den beiden Kammern. Da jede Partei versucht ihrer Klientel gerecht zu werden und ihre Wählerschaft nicht zu verärgern, fallen innenpolitische Kompromisse recht schwer und nötige Reformen warten oftmals viele Jahre auf beschlussfähige Mehrheiten. Hinzu kommt eine Vielzahl von persönlichen Fehden innerhalb und zwischen den Parteien und ihren führenden Politikern. So besitzen die PT und die PPS, beides eher dem linken Spektrum zuzuordnende und auf der Arbeiterschaft als Wähler fußende Parteien, zwar ein sehr ähnliches Parteiprogramm, jedoch mit  Marcos Burruchaga da Silva (PT) und Alessandro Juan de Maria (PPS) zwei bis ins Mark zerstrittene Führungspersönlichkeiten, die die Absichten des jeweils anderen zu blockieren versuchen und im Rennen um die Wählergunst gegen die Gesetzesentwürfe der Gegenseite stimmen, um diesen keinen Erfolg zu gönnen, selbst wenn sie ähnliche Absichten verfolgen. Außenpolitisch sind diese Ressentiments überraschend schnell vergessen und unterschiedliche Regierungen und Präsidenten folgen denselben außenpolitischen Richtlinien und Absichten, die Brasilien zu einem der Global Player gemacht haben.

Im brasilianischen Parlament geht es oftmals recht hitzig, ungeordnet und laut zu, Beleidigungen sind an der Tagesordnung und selbst Handgreiflichkeiten keine Seltenheit. Debatten werden selten objektiv und gesittet geführt, laute Zwischenrufe und Missfallensäußerungen gehören beinahe schon zum guten Ton. Für Schlagzeilen sorgte hingegen ein Vorfall aus dem vergangenen Jahr, als die streitbare Abgeordnete Juanita Alvares dos Santos (PV) einen Redner der PSDB mit Schlägen und Flüchen vom Rednerpult trieb und kurz darauf eine Schlägerei unter mehreren Dutzend Abgeordneten ausbrach, von denen drei das Krankenhaus erst eine Woche später verlassen konnten.

 

Präsident Marcos Burruchaga da Silva (PT – Partido dos Trabalhadores); seit 1.1.2071
Außerministerin Maria Santana (PSDB – Partido da Social Democracia Brasileira)

 

Brasilien ist in 26 Bundesstaaten und den Hauptstadtbezirk Brasilia unterteilt. Jede dieser Territorien verfügt über ein eigenes lokales Parlament, die weitreichende Befugnisse und Zuständigkeiten besitzen. Regionalpräsidenten nutzen diese Position, um Zugeständnisse von der Regierung einzufordern, wenn diese für Gesetzesvorhaben oder andere politische Projekte die Zustimmung der Regionen benötigt. Ebenso blockieren sie natürlich Entschlüsse der Regierung, wenn diese einer anderen politischen Färbung zugehörig ist. Da in den 26 Bundesstaaten Regionalpräsidenten aus acht unterschiedlichen Parteien an der Macht sind, gestaltet sich das Durchsetzen von Reformen als äußerst schwierig und ist meist nur über massive Verwässerung der Projekte, Bestechung oder anderweitige Zugeständnisse möglich.

 

Die 10 größten Megacities (Großräume) und Millionenstädte

Sao Paulo 24,9 Mio.
Rio de Janeiro 15,3 Mio.
Salvador 4,5 Mio.
Fortaleza 4,1 Mio.
Belo Horizonte 3,8 Mio.
Brasilia 3,1 Mio.
Manus 3,0 Mio.
Curitiba 2,7 Mio.
Recife 2,3 Mio.
Porto Alegre, Belem und Campo Grande je 1,9 Mio.

 

Bevölkerungsstruktur

Bezeichnung Brasilianer
Gliederung 51,3 % Weiße; 40,1 % Mulatten und Mestizen; 6,2 % Schwarze; 1,2 % andere; ca. 300.000 Indigene (rd. 200 Ethnien), entspricht weniger als 0,1 %
Sprachen Portugiesisch; rund 180 indigene Sprachen (Tupi, Guarani, Ge, Arwak, Karib u.a.)
Religionen 77% Katholiken; 15% Protestanten (v.a. Pfingstler und Evangelikale), 4% religionslos; Minderheiten von Buddhisten, Muslimen und Juden; nicht selten bei Doppelkonfessionalität mit Bahai- und anderen indigenen oder afrobrasilianischen Kult- und Religionsrichtungen
Arbeitslosigkeit 22,5% (geschätzt, Brasilien legt seit 2054 keine offiziellen Zahlen vor)

 

Entwicklung im 21. Jahrhundert

Brasilien konnte durch seine wirtschaftliche Stärke und Entwicklung noch größeren Einfluss auf seine südamerikanischen Nachbarn gewinnen als es schon zuvor der Fall gewesen war. Mittlerweile sind nahezu alle anderen süd- und mittelamerikanischen Staaten mit Ausnahme von Mexiko von Brasilien in verschiedenen Formen abhängig, so dass von einer Quasihoheit Brasiliens über die anderen Staaten gesprochen werden kann. Brasilianische Militär- und Polizeieinheiten helfen Unruhen zu unterdrücken, wichtige Liegenschaften zu sichern und die Kriminalität zu bekämpfen. Dafür ließ sich Brasilien aber zusichern, dass die eigenen Truppen für Vergehen im Rahmen ihrer Hilfstätigkeit nicht belangt werden dürften und sie weitgehend autonom von den jeweiligen Regierungsapparaten agieren können. Da gerade die brasilianische Polizei selbst im Heimatland als weitgehend korrupt gilt, öffnete dies Tor und Tür für Reiche, sich gewisse Sonderrechte zu erkaufen und brasilianische Polizeiverbände für persönliche Interessen einzusetzen. Brasilien versucht diesem Missstand Herr zu werden, bleibt dabei aber weitgehend erfolglos. Die Nachbarstaaten dulden es ebenfalls, da ohne brasilianische Unterstützungen in den armen Ländern Südamerikas sicherlich mehrfach Aufstände ausgebrochen oder eskaliert wären.

Auch die Wirtschaft der Nachbarstaaten ist fast vollständig von brasilianischen Subventionen und Lieferungen abhängig, was Brasilien nicht selten ausnutzt, um verbilligte Schürf- und Förderungsrechte oder ähnliche Vorteile für eigene Unternehmen einzufordern. Mittlerweile ist die Vormachtstellung Brasiliens so erdrückend geworden, dass sich nur Chile, Argentinien und Venezuela nicht vollständig unter der Kontrolle des großen Nachbarn befinden. Doch auch dies scheint nur eine Frage der Dauer und einer brasilianisch-freundlich oder ausreichend korrupten Regierung in diesen Ländern zu sein. Brasilien selbst stellt diesen für seine eigene wirtschaftliche Entwicklung durchaus wichtigen Pfeiler als Hilfe für die Nachbarn dar, hingegen ist es für Kritiker nur eine schamlose Ausnutzung der Umstände, die von Zeit zu Zeit in Erpressung umschlage.

 

Die Afrikapolitik erwies sich als Hilfreich für das Wirtschaftswachstum, da brasilianische Unternehmen Zugang zu bisher überwiegend von asiatischen Firmen kontrollierten Märkten erhielten, sorgte aber auch für Verstimmungen mit Indien, die die entstandenen Lücken ebenfalls füllen wollten und Brasiliens recht plötzliches Interesse an Afrika als Eingriff in die eigene Interessen betrachtete. Dem indischen Unmut steht Brasilien jedoch recht unbeeindruckt gegenüber, auch wenn beide Seiten seither ihre Truppen in Afrika verstärkten und manche Beobachter fürchten, es könne in den nächsten Jahrzehnten zu einem Krieg zwischen den Großmächten um afrikanische Bodenschätze und Gebiete kommen, der letztlich nur auf dem Rücken Afrikas ausgetragen und dem schwarzen Kontinent, der ohnehin an Elend leide, den Todesstoß versetzen würde.

Neben Indien sind auch die USA für Brasilien keine politischen Freunde. Dies gilt in seltener Einigkeit für die sonst so zerstrittenen Nord- wie Südstaaten, die beide die USA als eigentliche Hegemonialmacht auf dem amerikanischen Doppelkontinent sehen und Brasilien für einen Emporkömmling halten. Ferner stört sich der erzkonservative, sittenstrenge Süden der USA an dem eher freizügigen Lebensstil der Brasilianer und ihrer falschen – nämlich katholischen – Sicht des Christentums. Mit dem Norden existieren lose diplomatische, eher frostige Kontakte, mit dem Süden keinerlei.

Das beste Verhältnis besitzt Brasilien zu den VEN, nicht zuletzt, aber nicht nur wegen ihrer gemeinsamen Tätigkeit bei den EBRA-Projekten. Auch die Handelsbeziehungen sind exzellent und gegenwärtig wird über einen zweiten Atlantiktunnel nach dem nordamerikanisch-europäischen Vorbild nachgedacht, der Spanien mit Südamerika verbinden soll. Grundsätzlich stehen sowohl das brasilianische Volk als auch seine Regierungen tolerant und offen allen anderen Staaten gegenüber.

 

Im selben Maße wie Brasiliens außenpolitischer Einfluss und wirtschaftlicher Wachstum zunahm, wurde die soziale Lage im Land immer kritischer. Armut ist in Brasiliens Vorstädten und Slumgebieten, den Favelas, weit verbreitet. Internationalen Schätzungen zu Folge sollen erschreckende 90% aller Menschen der Unterschicht angehören und 40% unterhalb der internationalen Kriterien für die Armutsgrenze im jeweiligen Land leben, was Zahlen sind, die eher auf ein Entwicklungsland als auf einen der Big Seven-Staaten hinweisen.

 

Aktuelle Situation: Politik und Soziales

Obwohl erst zu Beginn des Jahres eine neue Regierung vereidigt wurde, sprechen manche Koalitionspolitiker schon von Neuwahlen und einem Rückzug ihrer Partei aus der Koalition. Solche Drohgebärden sind in Brasilien politscher Alltag und schaffen es meistens nicht auf die ersten Seiten einer Tageszeitung.

Die aktuelle soziale Lage in Brasilien ist hingegen hochprekär. Schon seit Jahrhunderten werden die wohlhabenderen Stadtteile und Innenstädte von den schmutzigen Elendsgegenden und Slums umschlossen, die aus ärmlichen, schlecht gebauten Häusern, Wellblechhütten und ähnlichen menschenunwürdigen Behausungen bestehen. Hier herrschen erbärmliche Zustände und große Armut. Fließendes Wasser gibt es im besten Fall selten, in manchen Gebieten auch gar nicht. Die Straßen sind verschmutzt, verwinkelt und völlig unübersichtlich. Ein moderne Infrastruktur gibt es nicht, manche Gegenden sind nicht einmal mit Glasfaserkabeln oder anderen Verbindung für Internet und Telekommunikation erschlossen. Stürzen die baufälligen Häuser ein, werden an ihrer Stelle auf ärmlichste Weise neue errichtet, die kaum hoffen können, länger zu halten als ihre Vorgänger. Gewalt, Drogen und Verbrechen sind in den Favelas ebenso allgegenwärtig wie Elend, Hunger und Krankheit. Die meisten Menschen, die hier leben müssen – und das sind weit über die Hälfte der Großstadtbevölkerung –, haben kaum Zugang zu medizinischer Versorgung oder einem geregelten Schulwesen.

Um Überfälle und Plünderungen zu vermeiden wurden die Wohnviertel der Oberschicht sowie die wichtigen Finanzzentren in der Innenstadt gegen die Favelas schon vor mehreren Jahrzehnten mit Stacheldraht und hohen Mauern gesichert. Mittlerweile sind noch Selbstschussanlagen, lückenlose Videoüberwachung und hervorragend ausgerüstete, paramilitärische Sicherheitsdienste hinzugekommen. Diese gesicherten Gebiete verlassen die Reichen nur selten und wenn, dann in einer gepanzerten Limousine mit Sicherheitseskorte oder in Helikoptern. Auch die Innenstädte und Touristenviertel werden von hochgerüsteten, schwer bewaffneten Sicherheitskräften bewacht. Weite Teile der stadtnahen Strände sind nur noch mit Ausweisen zu erreichen, so dass Touristen und Mittel- und Oberschichtbürger beim Sonnenbad nicht mehr von bettelnden oder diebischen Jugendbanden belästigt werden.

Die Stimmung in Brasilien ist äußerst gereizt. In den Favelas brodelt es immer wieder und nicht selten kommt es zu Aufständen. Mangels der Fähigkeit, sich von den Reichen zu nehmen, was ihnen selbst fehlt, richtet sich die Gewaltbereitschaft der Unterschicht besonders in den Elendsvierteln immer wieder gegen die Mitbürger, die das gleiche Schicksal erleiden müssen. Hier zählt das Recht des Stärkeren und Polizeikräfte erscheinen nur für großangelegte Razzien und mit militärischer Unterstützung. Die vordergründige Macht in den Favelas liegt bei gewaltbereiten Bandenführern, die sich auf Kosten der anderen bereichern, doch ist ihr Einfluss gewöhnlich auf kleine Viertel begrenzt und ihre Banden sind unorganisiert und zerbrechen oft an Streit. Drogenhandel, Gewalt und Erpressung sind hier an der Tagesordnung und reiche Drogenbarone und Menschenhändler nutzen das Elend für ihre Zwecke.

Brasilien verfügt über exzellente Privatschulen, die jedoch nur den Eliten vorbehalten sind, während die Mehrheit der Bevölkerung nur unzureichende Schul- und Ausbildung genießt. Nicht wenige Kinder aus den Favelas erlernen nicht einmal das Lesen und Schreiben in akzeptablem Maße.

 

Trotz all dieser Probleme sind die Brasilianer ein lebensfrohes Volk, dessen Wesen vom südländischen Temperament bestimmt ist. Nach wie vor sind es der Karneval, die Liebe und der Fußball, der das Leben der einfachen Menschen prägt. Die Jungen träumen von einer Karriere als Fußballprofi in den reichen Profiligen der VEN, Russlands und Chinas. Mädchen eifern demselben Traum nach oder erhoffen sich eine Karriere als Sambakönigin im Karneval. Ausländern mag diese Hoffnung naiv erscheinen, doch machen solche Träume das Elend der Favelas erträglicher und einigen Wenigen ist das Glück beschieden, ihre Hoffnungen zu erfüllen und fortan als Vorbild verehrt zu werden.

Auch der katholische Glaube ist ein prägendes Element in Brasiliens Unterschicht. Die Menschen sind sehr gläubig und bis zu einem gewissen Grad schicksalsergeben, da sie ihr Leben als in Gottes Hand verstehen. Dieser Glaube wird nicht selten ausgenutzt, doch der Zorn auf die Oberschicht und die Reichen wächst immer weiter. Besonders die großen Finanzhilfen an andere Staaten, die Brasiliens Hegemonialstellung sichern sollen, erregen den Unmut der Menschen, die sich wünschen würden, dass diese Gelder in sozialen Projekten angelegt würden.

 

Rechtssystem

Das brasilianische Rechtssystem ist relativ liberal, aber sehr korrupt und misst mit zwei Maßen. Während einflussreiche Persönlichkeiten nahezu immun gegen Strafverfolgung sind, werden zur Abschreckung und zum Aufrechterhalten der Ordnung oft überharte Urteile gegen Angehörige niederer sozialer Schichten gefällt. Trotz des steigenden Einflusses der ökologisch orientierten Partido Verde (PV) werden Konzessionen zum Abbau von Rohstoffen in den brasilianischen Hoheitsgebieten (Regenwald, Antarktis) oftmals gegen bestehende Gesetze zu Gunsten der Wirtschaft erteilt.

Waffen sind in Brasilien offiziell verboten, jedoch für private Sicherheitsfirmen in immer stärkerem Umfang gestattet. In den Favelas sind Waffen erschreckend weit verbreitet und nicht selten trifft man auf Jugendliche mit automatischen Waffen. Dies wird nur bei Razzien und in ähnlichen Ausnahmefällen sehr hart geahndet, während die Elendsviertel sonst ein weitgehend rechtsfreier Raum sind.

Drogen sind in Brasilien ebenfalls strikt verboten, jedoch wird dies nur bei Ausländern und Touristen auch umgesetzt. Drogenkonsum in der brasilianischen Oberschicht wird toleriert und ist in den Favelas weit verbreitet. Die Mittelschicht und jene Teile der Unterschicht, die eine Arbeit besitzen, werden in regelmäßigen Abständen von ihren Arbeitgebern zu Drogentests gezwungen und bei positiven Ergebnissen entlassen und durch andere billige Arbeitskräfte ersetzt. Seitens der Justiz werden jedoch nur selten Schritte eingeleitet.

Die brasilianischen Gefängnisse sind weit überfüllt und weisen erschreckende hygienische Zustände auf, jedoch genießen sie zu Recht einen immer noch besseren Ruf als andere südamerikanische, afrikanische oder asiatische Haftanstalten.

 

Wirtschaft und Energie

Abgesehen von den Bereichen der Computerentwicklung und des Fahrzeugbaus gehört Brasilien in allen relevanten Segmenten der Weltwirtschaft zu den führenden Nationen. Das gewaltige Amazonasbecken mit seinen reichen Trinkwasser-, Mineral- und Holzvorkommen macht die brasilianische Wirtschaft nahezu autark von allen Rohstofflieferungen und versetzt sie in die Position, ohne Rücksicht auf andere Staaten und das politische Klima einen eigenen Wirtschaftskurs zu bestimmen. Die brasilianischen Administration as Service-Dienste helfen bei der Kontrolle und der Einflusserhaltung in den lateinamerikanischen Staaten und haben die USA und ihre entsprechenden Produkte zurückgedrängt. Während die brasilianische Produktionsindustrie boomt, herrscht im Bereich des Dienstleistungssektors noch Nachholbedarf. Besonders im Segment der Finanzdienstleistungen liegt Brasilien hinter den anderen Big Seven-Staaten zurück. Auch die Infrastruktur in den entlegenen Gebieten und die Kommunikationsvernetzung sind nicht auf dem aktuellsten Stand.

Im energiewirtschaftlichen Wettbewerb hat Brasilien hinter Russland den zweiten Platz im weltweiten Vergleich errungen. Kein anderes Land verfügt über so große Abbaustätten für Helium-3 auf dem Mond und so viele Fusionsreaktoren. Auch im Bereich der Energiegewinnung durch Biomasse ist Brasilien Marktführer. Neben den mittel- und südamerikanischen Staaten gehören hauptsächlich China, Indien und die USA zu den Ländern, die brasilianische Energieerzeugnisse erwerben, auch wenn manche US-Medien diese Abhängigkeit zu leugnen versuchen. Brasilien selbst liegt beim Stromverbrauch weit hinter den anderen Industriestaaten zurück, was nicht zuletzt an den großen Armutsviertel und vielen entlegenen, wenig technisch erschlossenen Gebieten liegt.

Von allen Big Seven-Staaten verfügt Brasilien sicherlich über die stabilste und ausgeglichenste Wirtschaft und besitzt die geringste Abhängigkeit von Rohstoffknappheiten und Preisschwankungen auf dem Weltmarkt.

 

Militär und Raumfahrt

Die Raumfahrt Brasiliens ist eng mit der VEN verbunden. Die gemeinsame Raumfahrtorganisation EBRA mit gleichberechtigten Zentren in Darmstadt und Manaus kann für sich eine führende Position in der Raumfahrt beanspruchen. Im Bereich des Abbaus von Helium-3 auf dem Mond sind Brasilien und die VEN führend. Zu Beginn dieser Kooperation stellte die VEN das Know-how und Brasilien die Finanzmittel, mittlerweile sind beide Seiten gleichberechtigte Partner in der Entwicklung und Brasiliens höherer finanzieller Aufwand wird durch größere Helium-3-Fördergebiete entlohnt. Die Raumfahrt ist aber mehr als nur ein bloßer wirtschaftlicher Faktor, sondern ein Prestigeobjekt, das den Nationalstolz der Brasilianer stark fördert.

 

Das brasilianische Militär ist ohne Frage führend in Südamerika, kann sich aber nicht mit den weltweiten Platzhirschen messen. Indien, Russland und die USA, vor allem aber China, besitzen deutlich modernere Streitkräfte, die über bessere Ausrüstung und bessere taktische Schulung verfügen. Luftwaffe und Marine Brasiliens sind überaltert und im Ernstfall sicherlich nicht mehr konkurrenzfähig. Das Hauptaugenmerk des brasilianischen Militärs liegt ohnehin auf den Landstreitkräften, die – von privaten, gut ausgebildeten und ausgerüsteten Sicherheitsfirmen unterstützt – auch immer mehr polizeiliche Aufgaben im Inland übernehmen müssen oder in befreundeten Staaten wie Peru und Paraguay stabilisierend einwirken sollen.

An der Spitze der Generalstäbe gibt es häufige Wechsel, die der Möglichkeit eines Militärputsches entgegen wirken sollen, aber auch dafür verantwortlich sind, dass die strategischen Fähigkeiten des Militärs beschränkter sind als in anderen Nationen.

 

Ziele und Stellung zu den Aliens

Die Ziele Brasiliens liegen in der langsamen aber sicheren Ausdehnung ihrer politischen und wirtschaftlichen Interessen in Afrika und dem gemeinsam mit Europa vorangetriebenen Ausbau ihrer Position auf dem Mond und im Orbit.

Sowohl die brasilianische Regierung als auch die Bevölkerung steht den Aliens überwiegend positiv gegenüber. Kritische Stimmen gibt es nur wenige. Von allen Industriestaaten besitzt Brasilien die zweitmeisten Medizinzentren und anderen Alien-Einrichtungen. Das Land war auch das erste, das den Aliens ein Botschaftsgelände anbot und ihnen mittlerweile sogar eine alte Armeebasis überließ. Die Stimmung in der Bevölkerung ist nach den jüngsten Erfolgen der Aliens im Kampf gegen das in Brasilien recht weit verbreitete FMF sehr wohlwollend. Ein führendes Fußballteam der ersten brasilianischen Liga, der FC Campo Grande, wechselte nach Ankunft der Aliens sogar seine Trikotfarbe von rot-blau auf grau, um die Grauen zu ehren, denen ihr an FMF erkrankter Präsident und Ex-Vereinsspieler Marcio Munetrao das Leben verdankt.

Die UNAISF stuft Brasilien als sehr Alien-freundlich und kollaborierenden Staat ein.

 

Das Jahr 2066

Politik/Weltgeschehen: Der russische Tourismus-Konzern AGR, der auch schon als erster mit Orbitaltourismus begonnen hatte, bot im März 2066 erste touristische Reisen zum Mond mit einer Aufenthaltsdauer von bis zu zwei Wochen an. In der Folgezeit wurde der Mond als touristisches Ziel sehr beliebt und die AGR dehnte ihre Flüge weiter aus. In der Gegenwart ist Orbital- und Mondtourismus zu einem Standard für jene geworden, die über das nötige Geld verfügen. Die AGR konnte dank ihrer hervorragenden Transportqualitäten über die russischen Erdorbitalaufzüge und die damit verbundenen Orbitalstationen, die auch als Ausgangspunkt für Mondflüge dienten, ihre marktbeherrschende Stellung weiter ausbauen. Für Reisen in den Weltraum ist die AGR auch heute noch erster Ansprechpartner für jene, die es sich leisten können, die nicht geringen Preise zu zahlen, die die AGR bedenkenlos verlangen kann.

In den USA waren die schwersten Kämpfe um die Vorrangstellung zwischen den Kandidaten des Nordens und des Süden, die stellvertretend für ein kapitalistisches und ein fundamental-religiöses System standen, ohne Sieg einer der beiden Seiten abgeklungen. Die Nation blieb gespalten. Washington wurde zwar von den Südstaaten weiter als Hauptstadt anerkannt, jedoch blieb die eigene Regierung im Süden bestehen.